Dienstag, 24. Dezember 2013

Tag 34 - Hippieland (The Craggs)

Ich beim Wandern
Am 21. hatte ich noch einen halben Tag Zeit in Knysna bevor der BazBus mich abgeholt hat. Ich hatte mich am Abend vorher mit Mike zum Wandern verabredet, weil das Canyoning ja offensichtlich ohne uns stattfand. Allerdings hat es morgens geregnet. Der Mann an der Rezeption war ueberzeugt, es wuerde schuetten. Ich bin ziemlich ueberzeugt, dass es nur genieselt
hat. Die sind hier nichts gewoehnt.
Wir sind ein ganzes Stueck aus dem Ort herausgefahren und im Knysna National Park an einem Picknickort ausgestiegen. Dort musste man sich selbst so ein Erlaubnisformular unterschreiben, dass man in den Park durfte. Ich habe uns also den Eintritt erlaubt. Mittlerweile hatte es auch aufgehoert zu regnen. Dafuer kamen die Muecken raus und die fanden mich offensichtlich lecker.

ein riesiger Baum auf der Wanderung
Der Wanderweg war total cool. Man ist wirklich richtig durch den Dschungel gegangen. Wir kamen an einer Pfuetze vorbei, in der Kaulquappen schwammen und etwas weiter den Weg hinauf haben wir Elefantenfussspuren gefunden. Ich bin ganz froh, dass ich nicht den Elefanten selbst getroffen habe. Da waere mir wohl etwas unwohl gewesen. Aber es gibt im ganzen Park wohl nur Elefanten in einstelliger Anzahl. Die Chancen waren also sehr gering. Der Wanderweg fuehrte uns ueber einen Holzsteg durch den Wald, aber auch ueber eine Dirt Road (und die sind immer echt gut) sowie durch fast zugewachsene Wege und einen Steinhang hinauf, der in der Regenzeit wahrscheinlich ein kleiner Wasserfall ist. Wir mussten einen Fluss ueberqueren und es ging steil hoch und runter.
Insgesamt waren wir etwa 3 Stunden unterwegs und es war echt schoen.

Mein Fuss neben der Elefantenfussspur


Akrobatik am Strand 2.0
Affen haben im Hostel nach Lebensmitteln gesucht
Auf dem Rueckweg haben wir noch beim afrikanischen Markt angehalten und ich habe ein Portemonaie aus Stoff gekauft. Dann sind wir noch zum Strand von Leisure Island gefahren. Der Strand war nett, aber eben nur nett. Nichts spektakulaeres, aber eben ganz huebsch. Dort ist das Wasser viel waermer, weil die Insel in der Bucht liegt. Man hat kaum Wellen, dafuer aber eine starke Tide. Das Wasser kommt wohl relativ schnell rein und ein Mann hat uns erzaehlt, dass am Tag zuvor drei Maedchen ertrunken sind, weil sie die Flut unterschaetzt hatten. Man kann wohl bei Ebbe durch die ganze Bucht laufen, abgesehen von dem Kanal fuer die Schiffe. Wir hatten gerade auflaufendes Wasser und man sah schon, dass es relativ schnell kam.

Dann sind wir zu meinem Hostel zurueckgefahren und haben etwas von meinem Brot zum Mittagessen gegessen. Alleine haette ich es eh nie aufgegessen. Dann habe ich noch geduscht und mich an den Pool gesetzt um auf den Bus zu warten. Dort habe ich noch zwei Suedafrikaner kennengelernt. Einer von ihnen kommt aus Jo'burg und der andere aus Cape Town.

Als der Bus dann kam, war die erste Person, die ich darin gesehen habe Lindsey. Sie hat sich auch sichtlich gefreut, mich wiederzusehen. Auch Verena war dort, aber sie ist in Knysna im naechsten Hostel ausgestiegen. Lindsey hat mir erzaehlt, dass sie in Wilderness von den Rettungsschwimmern aus dem Meer gezogen werden musste, weil sie von den Wellen ueberfordert war.


Mein Schlafsaal im Wild spirit
In The Craggs haben wir beide im Wild Spirit Lodge gebucht. Es ist wahnsinnig weit ausserhalb und die Lodge hat ein riesiges Gelaende, weil es mal eine Farm war. Auf dem Weg dorthin haben wir einen alten Hippie gesehen, der an der Strasse stand und irgendwelches Gruenzeug gegessen hat.
Als wir bei Wild Spirit ankamen wurde uns auch klar, wo er hingehoert. Wild Spirit ist eine Art Hippie-Hostel. Hier gibt es eine riesige Campingflaeche mit Outdoor-Kueche und Oeko-Toiletten. Das Haupthaus hat zwar einen Innenraum, aber die Kueche (fuer die Angestellten) ist halb offen und nur von Plastikplanen ueberdacht. Der Haupt-Aufenthaltsraum ist die riesige Terrasse mit Ausblick aufs Tsitsikamma Nature Reserve.
Die Dorms sind klasse. Sie liegen direkt unter dem Dach der Gaestehaeuser, haben eigene Badezimmer und einen Balkon. Ausserdem gibt es auch hier kein einziges Stockbett. Die Hostels in Suedafrika sind insgesamt echt gut.

Ausblick vom Balkon im Wild Spirit
Abends gibt es hier immer Essen, aber da ich noch Sachen dabei hatte, habe ich selbst gekocht. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce. Die Tomatensauce war allerdings enorm improvisiert, da ich in dem "Supermarkt" in Knysna, wo ich urspruenglich fuer meinen ersten Abend eigenkauft hatte (und anschliessend dann doch essen war) keine frischen Lebensmittel oder Gewuerze kaufen konnte. Somit hatte ich von dort eine Dose stueckige Tomaten, diese Tomatensuppen zum trinken (Heisse Tasse oder so was) und aus dem Supermarkt in dem ich mit Mike war gemischte Kraeuter und Frischkaese.
Auf der Terrasse des Wild Spirit
Ich habe fuer Gabriel und mich zusammen gekocht, weil ihm im Kuehlschrank seine Lebensmittel abhanden gekommen waren. Er hat dafuer Brot beigesteuert, dass er im Farmshop nebenan gekauft hatte. Das beste Brot, das mir bisher in SA begegnet ist.
Lindsey hatte sich spontan noch fuer das Abendessen im Hostel angemeldet und ich habe spontan bereut, das nicht auch gemacht zu haben. Es gab suedafrikanisches Bobotie - ein Gemuesetopf, der zwei Stunden lang ueber dem offenen Feuer gegart wurde und Couscous. Fuer Lindsey war die Portion zu viel, sodass ich von ihr noch etwas abbekommen habe und es war grossartig. Angeblich soll es einen Food-Blog von dem Hostel geben, in den die Rezepte reingestellt werden. Sobald der fertig ist (in einem Monat afrikanischer Zeit, also etwa in 3-4 Monaten) kann ich die Sachen dann nachkochen.

Die Bar im Wild Spirit
Abends war eine Charity-Veranstaltung im Hostel. Es wurde eine Verlosung gemacht und Bowle verkauft fuer das Projekt Barefoot, das Jugendliche aus Townships helfen soll, sich besser in die Gesellschaft ausserhalb der Townships einzugliedern.
Es spielte ausserdem eine Band. Hier ist die Musik auch sehr relaxt und der Abend war absolut enstpannt. Leider habe ich bei der Verlosung nicht gewonnen. Eigentlich wollte ich gerne den Gutschein fuers Canyoning gewinnen, aber den hat die Nummer 113 bekommen. Ich war 112.
Die Preise waren eh klasse: Ein Spa-Wochenende fuer zwei, eine Nacht im Wild Spirit auf Kosten des Hauses, ein Fallschirmsprung, Eintritt fuer Elephant Sanctuary, Monkeyland und Birds of Eden und mehrere kleine Preise.
Auf der Farm leben auch einige Hunde. Mit dem Groessten (und juengsten) haben Gabriel und ich gespielt. Dabei ist leider die Schlafdecke des Hundes draufgegangen, weil er sie komplett zerrissen hat.

Ich habe ausserdem versucht, die E-mail von Papa abzurufen mit der Note meiner Masterarbeit, aber das war irgendwie nicht drin, weil das Internet hier so enorm langsam ist.

Die Terrasse und die Feuerstellen im Hintergrund
Die gesamte Lodge bezieht ihr Wasser aus einer eigenen Quelle und hat deshalb ueberall Anweisungen zum Umgang mit dem Wasser aufgehaengt. Man soll zum Beispiel zum Haende Waschen den Stoepsel ins Waschbecken stecken und das kalte Wasser vorm Duschen auffangen und damit das Klo spuelen, oder den Gemuesegarten giessen.
Das Wasser wird auch getrunken und ist das Beste, was ich in SA bisher getrunken habe.



Am naechsten Morgen habe ich versucht, einen Platz fuers Canyoning zu bekommen, aber es war mal wieder ausgebucht. Also wollte ich zum Yoga, das jeden Morgen angeboten wird. Kurz vor Beginn des Kurses hatte dann AfriCanyon zurueckgerufen, weil gerade zwei Leute abgesagt hatten. Ich habe zusammen mit Christoph, einem etwa 50 jaehrigen schweizer Weltreisenden (er war schon in der Antarktis) die beiden Plaetze genommen. Er hat uns dort hingefahren.

Die anderen Teilnehmer beim Canyoning waren eine Familie aus Pretoria, die gerade Ferien in Plett machen und die sind echt cool.

Wir bekommen jeder einen Neoprenanzug, Klettergurt, Schwimmweste und Helm. Dann geht es los auf der Ladeflaeche des Transporters zum Canyon. Dort muessen wir uns erstmal abseilen, um in den Canyon hineinzukommen. Abseilen erfordert bei mir jedes mal wieder eine Menge Ueberwindung und waehrend ich herunterklettere kommen die Baboons, springen durch die Gegend und kreischen. Ich erschrecke mich zu Tode und klettere dann weiter nach unten.

Als naechstes muessen wir in den Canyon hineinspringen. Das Wasser ist total schwarz, aber klar. Man sieht trotzdem nichts. Es scheint ziemlich tief zu sein, den unser Guide Tebbs eroeffnet die Wasserspringerei mit einem Rueckwaertssalto. Dann schwimmen wir den Canyon entlang, "duschen" unter einem Wasserfall und springen von noch hoeheren Felsen (ca 3 - 5 Meter hoch). Teilweise muessen wir auch den Canyon entlangklettern, weil man im Wasser nicht weiterkommt. Wir seilen uns Wasserfaelle hinunter ab und es macht wahnsinnig viel Spass. Neben uns ragen die Waende des Canyon 20-30 m hoch auf und darueber wachsen Palmen, Farne und andere Pflanzen und ab und an schauen die Affen hinunter. Die Umgebung ist umwerfend schoen.

Nach dem letzten Pool muessen wir eine steile Treppe hinaufsteigen und gelangen wieder zum Fahrzeug und werden zum Buero von AfriCanyon zurueckgefahren. Dort gibt es eine heisse Dusche, weil wir nach 3-4 Stunden im Wasser ziemlich durchgefroren und dreckig sind. Dann goennen wir uns ein Mittagessen beim Cafe nebenan, waehrend die Fotos, die Tebbs geschossen hat auf DVD gebrannt werden. Ich gebe der Familie aus Pretoria meine E-mail Adresse, damit sie mir die Fotos schicken koennen, die sie mit ihrer eigenen wasserfesten Kamera gemacht haben.







Ich auf der Slackline
Zurueck beim Wild Spirit teste ich die Slackline, aber ich habs wohl verlernt. Weiter als 1,5 m komme ich nicht mehr. Dann sitzen wir rum und reden. Ich lerne Eddi kennen, den Deutschen, der auch bei mir im Dorm schlaeft. Ausser mir uebrigens der einzige, der noch in meinem Dorm ist. Sehr angenehm, weil die Gefahr nicht so gross ist, einen Schnarcher dabei zu haben, oder jemanden der erst spaet in der Nacht kommt.
Mit Eddi gehe ich zum hauseigenen Wasserfall. Man laeuft dafuer etwa 15 Minuten durch den Wald und kommt dann am untersten der 3 Wasserfallbecken an.
Der Wasserfall ist ziemlich cool und kann als Pool benutzt werden. Da es aber schon recht spaet ist und ich keine Schwimmsachen trage, gehe ich nur mit den Beinen hinein. Das Wasser ist wunderschoen klar und sehr erfrischend.




Am Wasserfall des Hostels
Im Baumhaus

 Abends gibt es Suppen zum Essen. Fuer nur 40 Rand bekomme ich hier eines der besten Essen, die ich in Afrika je hatte. Es gibt gleich 3 Suppen zur Auswahl. Eine Tomaten (meiner Meinung nach eher Gemuese)suppe, eine Suesskartoffelsuppe und eine Haehnchen-Currysuppe. Die sind alle drei total lecker und viel zu schnell leer. Danach sitzen wir noch ganz lange draussen und reden. Leider ist von den Sternen nichts zu sehen.
Lindsey und ich umarmen den Yellowwood
Heute morgen habe ich dann beim Yoga mitgemacht. Ich habe das ja noch nie gemacht, aber das war alles nicht so schwierig. Allerdings fanden meine Knie einige Uebungen nicht so toll, sodass ich die dann ausgelassen habe.
Nach dem Fruestueck war ich dann mit Lindsey und Eddi beim Baumhaus und Big Tree, einem Yellowwood, der etwa 900 Jahre alt ist.
Den Tag habe ich mir dann mit Tee trinken, Klavier spielen, reden, Slacklinen, zum Wasserfall gehen und Hostels buchen vertrieben. Das mit den Hostels ist gerade gar nicht mehr so einfach. In Plett habe ich nur fuer eine von 2 Naechten was bekommen und den Bus habe ich noch gar nicht angerufen, weil mein Handyguthaben leer ist.
Spaeter war ich dann noch mit Christoph und Eddi beim Farm Shop und habe dort ein Brot, Wein und Kekse fuer Debbie und Cassidy gekauft - als Weihnachtsgeschenk.

Weihnachtsbaum im Hostel in PE




Eddi ist auch mit mir losgefahren. Allerdings war der Bus wieder zu spaet, sodass wir erst um Mitternacht in Port Elizabeth angekommen sind. Ich habe aber auf dem Weg schon etwas geschlafen. Mein Hostel ist sehr schoen und hat den goessten Pool, den ich bisher bei einem Hostel hatte. Ausserdem schaffe ich es, im 12er Schlafsaal das letzte nicht-Hochbett zu bekommen. Leider gibt es hier einen Ventilator, der volle Kanne laeuft und jemanden, der schnarcht. Die Kueche ist direkt nebenan und dort sind Leute, die feiern. Das Hostel ist ziemlich hellhoerig. Ich habe den Ventilator ausgestellt, den braucht eh keiner und dann konnte ich auch ganz gut schlafen.

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