| Ich beim Wandern |
Am 21. hatte ich noch einen halben Tag Zeit in Knysna bevor der BazBus mich abgeholt hat. Ich hatte mich am Abend vorher mit Mike zum Wandern verabredet, weil das Canyoning ja offensichtlich ohne uns stattfand. Allerdings hat es morgens geregnet. Der Mann an der Rezeption war ueberzeugt, es wuerde schuetten. Ich bin ziemlich ueberzeugt, dass es nur genieselt
hat. Die sind hier nichts gewoehnt.
Wir sind ein ganzes Stueck
aus dem Ort herausgefahren und im Knysna National Park an einem
Picknickort ausgestiegen. Dort musste man sich selbst so ein
Erlaubnisformular unterschreiben, dass man in den Park durfte. Ich habe
uns also den Eintritt erlaubt. Mittlerweile hatte es auch aufgehoert zu
regnen. Dafuer kamen die Muecken raus und die fanden mich offensichtlich
lecker.
| ein riesiger Baum auf der Wanderung |
Der Wanderweg war total cool. Man ist wirklich
richtig durch den Dschungel gegangen. Wir kamen an einer Pfuetze
vorbei, in der Kaulquappen schwammen und etwas weiter den Weg hinauf
haben wir Elefantenfussspuren gefunden. Ich bin ganz froh, dass ich
nicht den Elefanten selbst getroffen habe. Da waere mir wohl etwas
unwohl gewesen. Aber es gibt im ganzen Park wohl nur Elefanten in
einstelliger Anzahl. Die Chancen waren also sehr gering. Der Wanderweg
fuehrte uns ueber einen Holzsteg durch den Wald, aber auch ueber eine
Dirt Road (und die sind immer echt gut) sowie durch fast zugewachsene
Wege und einen Steinhang hinauf, der in der Regenzeit wahrscheinlich ein
kleiner Wasserfall ist. Wir mussten einen Fluss ueberqueren und es ging
steil hoch und runter.
Insgesamt waren wir etwa 3 Stunden unterwegs und es war echt schoen.
| Mein Fuss neben der Elefantenfussspur |
| Akrobatik am Strand 2.0 |
| Affen haben im Hostel nach Lebensmitteln gesucht |
Auf dem Rueckweg haben wir noch beim afrikanischen Markt angehalten
und ich habe ein Portemonaie aus Stoff gekauft. Dann sind wir noch zum
Strand von Leisure Island gefahren. Der Strand war nett, aber eben nur
nett. Nichts spektakulaeres, aber eben ganz huebsch. Dort ist das Wasser
viel waermer, weil die Insel in der Bucht liegt. Man hat kaum Wellen,
dafuer aber eine starke Tide. Das Wasser kommt wohl relativ schnell rein
und ein Mann hat uns erzaehlt, dass am Tag zuvor drei Maedchen
ertrunken sind, weil sie die Flut unterschaetzt hatten. Man kann wohl
bei Ebbe durch die ganze Bucht laufen, abgesehen von dem Kanal fuer die
Schiffe. Wir hatten gerade auflaufendes Wasser und man sah schon, dass
es relativ schnell kam.
Dann sind wir zu meinem Hostel
zurueckgefahren und haben etwas von meinem Brot zum Mittagessen
gegessen. Alleine haette ich es eh nie aufgegessen. Dann habe ich noch
geduscht und mich an den Pool gesetzt um auf den Bus zu warten. Dort
habe ich noch zwei Suedafrikaner kennengelernt. Einer von ihnen kommt
aus Jo'burg und der andere aus Cape Town.
Als der Bus
dann kam, war die erste Person, die ich darin gesehen habe Lindsey. Sie
hat sich auch sichtlich gefreut, mich wiederzusehen. Auch Verena war
dort, aber sie ist in Knysna im naechsten Hostel ausgestiegen. Lindsey
hat mir erzaehlt, dass sie in Wilderness von den Rettungsschwimmern aus
dem Meer gezogen werden musste, weil sie von den Wellen ueberfordert
war.
| Mein Schlafsaal im Wild spirit |
In The Craggs haben wir beide im Wild Spirit Lodge gebucht. Es ist
wahnsinnig weit ausserhalb und die Lodge hat ein riesiges Gelaende, weil
es mal eine Farm war. Auf dem Weg dorthin haben wir einen alten Hippie
gesehen, der an der Strasse stand und irgendwelches Gruenzeug gegessen
hat.
Als wir bei Wild Spirit ankamen wurde uns auch klar, wo er
hingehoert. Wild Spirit ist eine Art Hippie-Hostel. Hier gibt es eine
riesige Campingflaeche mit Outdoor-Kueche und Oeko-Toiletten. Das
Haupthaus hat zwar einen Innenraum, aber die Kueche (fuer die
Angestellten) ist halb offen und nur von Plastikplanen ueberdacht. Der
Haupt-Aufenthaltsraum ist die riesige Terrasse mit Ausblick aufs
Tsitsikamma Nature Reserve.
Die Dorms sind klasse. Sie liegen
direkt unter dem Dach der Gaestehaeuser, haben eigene Badezimmer und
einen Balkon. Ausserdem gibt es auch hier kein einziges Stockbett. Die
Hostels in Suedafrika sind insgesamt echt gut.
| Ausblick vom Balkon im Wild Spirit |
Abends gibt es hier
immer Essen, aber da ich noch Sachen dabei hatte, habe ich selbst
gekocht. Es gab Spaghetti mit Tomatensauce. Die Tomatensauce war
allerdings enorm improvisiert, da ich in dem "Supermarkt" in Knysna, wo
ich urspruenglich fuer meinen ersten Abend eigenkauft hatte (und
anschliessend dann doch essen war) keine frischen Lebensmittel oder
Gewuerze kaufen konnte. Somit hatte ich von dort eine Dose stueckige
Tomaten, diese Tomatensuppen zum trinken (Heisse Tasse oder so was) und
aus dem Supermarkt in dem ich mit Mike war gemischte Kraeuter und
Frischkaese.
| Auf der Terrasse des Wild Spirit |
Ich habe fuer Gabriel und mich zusammen gekocht, weil
ihm im Kuehlschrank seine Lebensmittel abhanden gekommen waren. Er hat
dafuer Brot beigesteuert, dass er im Farmshop nebenan gekauft hatte. Das
beste Brot, das mir bisher in SA begegnet ist.
Lindsey hatte sich
spontan noch fuer das Abendessen im Hostel angemeldet und ich habe
spontan bereut, das nicht auch gemacht zu haben. Es gab
suedafrikanisches Bobotie - ein Gemuesetopf, der zwei Stunden lang ueber
dem offenen Feuer gegart wurde und Couscous. Fuer Lindsey war die
Portion zu viel, sodass ich von ihr noch etwas abbekommen habe und es
war grossartig. Angeblich soll es einen Food-Blog von dem Hostel geben,
in den die Rezepte reingestellt werden. Sobald der fertig ist (in einem
Monat afrikanischer Zeit, also etwa in 3-4 Monaten) kann ich die Sachen
dann nachkochen.
| Die Bar im Wild Spirit |
Abends war eine Charity-Veranstaltung
im Hostel. Es wurde eine Verlosung gemacht und Bowle verkauft fuer das
Projekt Barefoot, das Jugendliche aus Townships helfen soll, sich besser
in die Gesellschaft ausserhalb der Townships einzugliedern.
Es
spielte ausserdem eine Band. Hier ist die Musik auch sehr relaxt und der
Abend war absolut enstpannt. Leider habe ich bei der Verlosung nicht
gewonnen. Eigentlich wollte ich gerne den Gutschein fuers Canyoning
gewinnen, aber den hat die Nummer 113 bekommen. Ich war 112.
Die
Preise waren eh klasse: Ein Spa-Wochenende fuer zwei, eine Nacht im Wild
Spirit auf Kosten des Hauses, ein Fallschirmsprung, Eintritt fuer
Elephant Sanctuary, Monkeyland und Birds of Eden und mehrere kleine
Preise.
Auf der Farm leben auch einige Hunde. Mit dem Groessten
(und juengsten) haben Gabriel und ich gespielt. Dabei ist leider die
Schlafdecke des Hundes draufgegangen, weil er sie komplett zerrissen
hat.
Ich habe ausserdem versucht, die E-mail von Papa
abzurufen mit der Note meiner Masterarbeit, aber das war irgendwie nicht
drin, weil das Internet hier so enorm langsam ist.
| Die Terrasse und die Feuerstellen im Hintergrund |
Die
gesamte Lodge bezieht ihr Wasser aus einer eigenen Quelle und hat
deshalb ueberall Anweisungen zum Umgang mit dem Wasser aufgehaengt. Man
soll zum Beispiel zum Haende Waschen den Stoepsel ins Waschbecken
stecken und das kalte Wasser vorm Duschen auffangen und damit das Klo
spuelen, oder den Gemuesegarten giessen.
Das Wasser wird auch getrunken und ist das Beste, was ich in SA bisher getrunken habe.
Am naechsten Morgen habe ich versucht, einen Platz fuers Canyoning zu bekommen, aber es war mal wieder ausgebucht. Also wollte ich zum Yoga, das jeden Morgen angeboten wird. Kurz vor Beginn des Kurses hatte dann AfriCanyon zurueckgerufen, weil gerade zwei Leute abgesagt hatten. Ich habe zusammen mit Christoph, einem etwa 50 jaehrigen schweizer Weltreisenden (er war schon in der Antarktis) die beiden Plaetze genommen. Er hat uns dort hingefahren.
Die anderen Teilnehmer beim Canyoning waren eine Familie aus Pretoria, die gerade Ferien in Plett machen und die sind echt cool.
| Ich auf der Slackline |
Zurueck beim Wild Spirit teste ich die Slackline, aber ich habs wohl verlernt. Weiter als 1,5 m komme ich nicht mehr. Dann sitzen wir rum und reden. Ich lerne Eddi kennen, den Deutschen, der auch bei mir im Dorm schlaeft. Ausser mir uebrigens der einzige, der noch in meinem Dorm ist. Sehr angenehm, weil die Gefahr nicht so gross ist, einen Schnarcher dabei zu haben, oder jemanden der erst spaet in der Nacht kommt.
Mit Eddi gehe ich zum hauseigenen Wasserfall. Man laeuft dafuer etwa 15 Minuten durch den Wald und kommt dann am untersten der 3 Wasserfallbecken an.
Der Wasserfall ist ziemlich cool und kann als Pool benutzt werden. Da es aber schon recht spaet ist und ich keine Schwimmsachen trage, gehe ich nur mit den Beinen hinein. Das Wasser ist wunderschoen klar und sehr erfrischend.
| Am Wasserfall des Hostels |
| Im Baumhaus |
Abends gibt es Suppen zum Essen. Fuer nur 40 Rand bekomme ich hier eines der besten Essen, die ich in Afrika je hatte. Es gibt gleich 3 Suppen zur Auswahl. Eine Tomaten (meiner Meinung nach eher Gemuese)suppe, eine Suesskartoffelsuppe und eine Haehnchen-Currysuppe. Die sind alle drei total lecker und viel zu schnell leer. Danach sitzen wir noch ganz lange draussen und reden. Leider ist von den Sternen nichts zu sehen.
| Lindsey und ich umarmen den Yellowwood |
Heute morgen habe ich dann beim Yoga mitgemacht. Ich habe das ja noch nie gemacht, aber das war alles nicht so schwierig. Allerdings fanden meine Knie einige Uebungen nicht so toll, sodass ich die dann ausgelassen habe.
Nach dem Fruestueck war ich dann mit Lindsey und Eddi beim Baumhaus und Big Tree, einem Yellowwood, der etwa 900 Jahre alt ist.
Den Tag habe ich mir dann mit Tee trinken, Klavier spielen, reden, Slacklinen, zum Wasserfall gehen und Hostels buchen vertrieben. Das mit den Hostels ist gerade gar nicht mehr so einfach. In Plett habe ich nur fuer eine von 2 Naechten was bekommen und den Bus habe ich noch gar nicht angerufen, weil mein Handyguthaben leer ist.
Spaeter war ich dann noch mit Christoph und Eddi beim Farm Shop und habe dort ein Brot, Wein und Kekse fuer Debbie und Cassidy gekauft - als Weihnachtsgeschenk.
| Weihnachtsbaum im Hostel in PE |
Eddi ist auch mit mir losgefahren. Allerdings war der Bus wieder zu spaet, sodass wir erst um Mitternacht in Port Elizabeth angekommen sind. Ich habe aber auf dem Weg schon etwas geschlafen. Mein Hostel ist sehr schoen und hat den goessten Pool, den ich bisher bei einem Hostel hatte. Ausserdem schaffe ich es, im 12er Schlafsaal das letzte nicht-Hochbett zu bekommen. Leider gibt es hier einen Ventilator, der volle Kanne laeuft und jemanden, der schnarcht. Die Kueche ist direkt nebenan und dort sind Leute, die feiern. Das Hostel ist ziemlich hellhoerig. Ich habe den Ventilator ausgestellt, den braucht eh keiner und dann konnte ich auch ganz gut schlafen.
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