Samstag, 28. Dezember 2013

Tag 39 - Sport bis zum Umfallen, Plettenberg Bay

Weihnachten war bei uns also ganz ruhig und chillig. Ich war mit Cassidy und ihren beiden Cousinen am Strand, aber nur kurz. Der Strand ist richtig schoen. Die Fotos davon sind schon im vorherigen Post. Wir waren im Wasser und sind ein bisschen auf den Wellen ge"bodysurf"t. Dann haben die anderen beiden sich an den Strand gelegt und ich habe mit Cassidy eine Sandburg gebaut, damit sie sich nicht langweilt. Die anderen fanden mal wieder alle das Wasser zu kalt. Ich fand es super.
Um an den Strand zu kommen muss man ueber eine riesige Duene laufen. Das ist ziemlich schoen.

Ausserdem waren wir noch mit den vielen Hunden sparzieren. Davon habe ich schon Fotos:
Cassidy mit dem Schaeferhund

Ich mit den beiden grossen und dem Schaeferhund

Riesenschnecke. Die Hand gehoert zu mir!

Nochmal die Riesenschnecke


Dann waren Cass und ich noch reiten. Wir wurden angemeldet als Personen, die reiten koennen und deshalb haben wir uns gemeldet, als nachgefragt wurde, wer denn reiten kann. Als diese Frage dann spezifiziert wurde mit "wer kann galoppieren" hat Cass gesagt, auf einem fremden Pferd wolle sie nicht galoppieren. Die ganzen Maenner, die da waren haben sich dann ploetzlich gemeldet - und ich glaube nicht, dass die jemals galoppiert sind. Die hatten Shorts an. SHORTS... zum Reiten. Dass man das nicht macht muesste eigentlich jeder Reiter wissen. Das einzige, was die mit einem Reiter gemeinsam hatten war, dass sie beim Pferd vorne und hinten unterscheiden konnten.

Cassidy hat ein kleines Pony "Anora" bekommen und ich hatte ein groesseres Pony names Lady Grey. Insgesamt hatten sie eh nur Ponys und Kleinpferde. Dann gings also los und man merkte schon, dass die Ponys es nicht gewohnt sind eigenstaendig geritten zu werden. Die kennen nur hinterherlaufen. Mein Pony war dementsprechend irritiert, als die vorderste Reiterin direkt vor uns ploetzlich weggeritten ist, weil hinten etwas nicht in Ordnung war und wir vorne geblieben sind.
Dann sind wir im Schritt bis zum Strand geritten, zwischendurch kurz getrabt und das sah bei den Maennern hinter mir echt gruselig aus. Cass reitet weltklasse dagegen. Eigentlich wollten wir beiden ja am Strand galoppieren, aber weil so viele Anfaenger dabei waren ist es eben beim Schritt reiten geblieben.
Nach dem Strandteil wurden wir dann aufgeteilt in eine langsame und eine schnelle Gruppe (die schnelle Gruppe ist galoppiert). Cass wollte in die langsame Gruppe, die Maenner in die schnelle. Deren Ponys taten mir eh schon leid.
Ich bin weiterhin an zweiter Stelle geritten und musste mir somit das Elend nicht ansehen. Mein Pony war deutlich langsamer, als das Pferd vor uns, sodass wir auch auf den Trabstrecken fast immer galoppiert sind, um mithalten zu koennen. Das war dann ein richtig schoener langsamer Dressur-Galopp und wenn vor uns auch galoppiert wurde, dann konnte sie auch richtig schnell werden. Insgesamt ein echt angenehmes Pony.
Die Reitwege da waren richtig cool. Es ist ein riesiges Naturschutzgebiet, das von Trampelpfaden durchzogen ist, die Namen haben. Teilweise reitet man richtig durchs Dickicht und die Landschaft ist einfach klasse.

Abends haben wir dann Pizza bestellt und ich habe meinen Flug von Cape Town nach Jo'burg gebucht.

Gestern morgen bin ich dann ganz frueh wieder aufgestanden, weil zwischen 6.30 und 7.15 Uhr (tut euch mal diese Uhrzeiten an - und das ist hier normal. Das entspricht 5.30 und 6.15 eurer Zeit!!!) in der Stadt sein und den Bus nehmen musste. Hab ich auch gemacht. Der Fahrer war richtig cool. Er "hiess" Mzi. Das stimmt so nicht ganz, aber sein Name war so lang und in Xhosa - das ist eine Sprache mit so Klicklauten - dass sich das keiner merken, geschweige denn aussprechen konnte.
In Jeffrey's Bay ist Gabriel zugestiegen und kurz danach haben wir an einem schoenen urigen "Rastplatz" angehalten um zu fruehstuecken. Hier gab es im Restaurant tatsaechlich mehr als ein vegetarisches Gericht zur Auswahl. Das passiert einem in diesem Land in der Regel nicht, nichtmal bei Pizza. Da ist ueberall Ham, Bacon, Beef oder Hackfleisch drauf.
Puenktlich zu Mittag bin ich in Plett angekommen. Ich bin hier in einem 5 Sterne HoStel (nicht Hotel wohlgemerkt). Die Zimmer sind relativ gross und das obere Bett in den Stockbetten ist so hoch, dass man in dem unteren tatsaechlich sitzen kann. Es gibt en-suite Badezimmer und man bekommt Handtuecher bestellt. Ich habe das Fruehstueck fuer 48 R gebucht.

Als ich dann zum Strand wollte, habe ich bemerkt, dass ich meinen Bikini in PE vergessen habe. Debbie bringt ihn mir mit nach Jo'burg.
Also habe ich meinen Nachmittag mit Shopping verbracht. Bikinis kaufen ist so unheimlich schwierig. Ich passe scheinbar nicht zusammen. Also musste ich mir aus den Resten aus dem Schlussverkauf was zusammenstellen. Ist mir auch gerade noch so gelungen, hat aber sehr lange gedauert.

Das Einkaufszentrum war auch wahnsinnig weit ausserhalb. Wenn ich das vorher gewusst haette, waere ich wahrscheinlich nicht hingegangen. Also bin ich zurueck getrampt. Ich habe bei Leuten am Auto geklopft und gefragt, ob sie mich mitnehmen wuerden. Jetzt bloss nicht aufregen: Ich habe nur bei Paaren, Frauen oder Familien mit Kindern gefragt. Die erschienen mir ungefaehrlich. Ein Paar aus Pretoria hat mich also mitgenommen und am Strand rausgesetzt. Ich wollte naemlich noch Unternehmungen buchen. Die Wal- und Delfinbeobachtungstouren hatten allerdings schon Feierabend. Am Strand ist mir ein Mann ueber den Weg gelaufen, der Kajaks reingeholt hat. Laut Schild gab es dort auch Surfstunden, also habe ich ihn einfach gefragt. Volltreffer! Ich konnte eine Stunde fuer morgens um 9 buchen. Dann habe ich noch ein offenes Buero gefunden. Hier wird Schwimmen mit Robben angeboten - hab ich auch gebucht, fuer 12 Uhr.


Dann war ich auf dem Markt und wollte mich eigentlich nur umsehen. Janet hat mir geschrieben, dass sie es nicht zum Abendessen schaffen wuerde, also habe ich mich auch nach was zu Essen umgesehen. Dort gibt es jede Menge Essensstaende und einige Tische, die aber alle besetzt sind. Ich bestelle mir Fruehlingsrollen, gruenes Curry und einen Eistee und setze mich zu zwei Familien aus Pretoria, die jeweils ein Baby dabei haben. Eigentlich erwarten sie noch Gesellschaft, aber da ich alleine bin ist das fuer sie ok. Das Essen ist super und die Leute sind echt klasse. Dann kommen noch die Eltern der beiden Frauen dazu und nach und nach einige juengere, 5 oder 6 Jungs und 2 Maedchen, etwa um die 20. Eigentlich wollten sie noch ausgehen und mich mitnehmen, aber (das kennen wir ja irgendwo her) irgendwie sind dann doch alle ins Bett verschwunden. Die letzten drei Jungs die dann noch da waren haben mich nach Hause gefahren, weil sich alle einig waren, dass ich im Dunkeln nicht mehr rumlaufen sollte. Sie haben mir auch gesagt, wo sie heute am Strand sind und vorgeschlagen, ich koenne ja dazukommen.

Heute nacht war ich dann erst gegen halb 1 im Bett und um 4 Uhr fingen dann irgendwelche Idioten an, laut aufzustehen und zu duschen. Da zeigt sich dann der Nachteil von en suite Badezimmern. Das ganze zog sich bis etwa 6 Uhr hin. Danach konnte ich nicht mehr schlafen. Also bin ich frueh aufgestanden, habe in Ruhe gepackt und war zu frueh beim Fruehstueck. Es ist naemlich erst um 8 afrikanische Zeit. Es war aber echt lecker und reichhaltig. Mein Gepaeck konnte ich den Tag ueber hier lassen.

Ich war dann etwas um 10 nach 9 beim Surfen und da war auch noch niemand so weit. Mein Surflehrer Cameron ist ziemlich cool und ich schaffe es echt, bei einigen Wellen aufzustehen. Das Surfen macht richtig Spass, aber ich bin nach 2 Stunden total geschafft.
Beim "Swim with seals" bin ich etwas zu frueh und rede mit der Angestellten. Sie hat zwei Kinder und keinen Mann - das ist leider bei vielen Schwarzen so - hat Tourismus studiert (College, nicht Uni und College ist wohl nicht so gut) und arbeitet die Saison ueber dort, weil sie die einzige ist, die die Familie ernaehrt: Ihre Kinder, ihre Geschwister und ihre Eltern mit 3000R im Monat - also etwa 210 Euro - und davon legt sie noch was zur Seite, damit die Schwester studieren kann! Im krassen Gegensatz dazu stehen die vielen reichen Leute, die in Plett ihr Zweit- oder Dritthaus stehen haben, das nur 3 Wochen im Jahr benutzt wird, aber mit Pool, Jaccuzi und Heimkino ausgestattet ist. Hier geht doch etwas ganz gehoerig schief!!!
Rueckblick auf Plett

Ich im Boot auf dem Weg zu den Robben

Auf die Robben-Tour gehe ich mit 6 Jugendlichen (ich schaetze sie auf etwa 18) aus dem Free State. Leider sprechen sie untereinander alle Afrikaans, sodass ich das meiste nicht mitbekomme. Auch Monika, die Tauchlehrerin, die die Tour leitet spricht Afrikaans mit denen. Echt aergerlich. Ansagen macht sie zwar auf Englisch, aber ich muss mich echt anstrengen, um mitzubekommen um was es geht. Meistens frage ich nach.
gleich gehts ueber Bord
Mit dem Motorboot geht es zur Robbenkolonie auf der Halbinsel am Ende der Bucht. Auf dem Weg dahin lehnen sich die anderen ziemlich weit aus dem Boot und gerade als ich als Scherz sagen will "Ich wuerde mich ja in Anwesenheit von Haien nicht so weit aus dem Boot lehnen" sehe ich tatsaechlich eine Haiflosse. Sie ist relativ klein und dunkel und ziemlich schnell wieder verschwunden. Hier leben wohl echt viele Haie und wir fahren genau in ihr Futtergebiet - faellt irgendwem was auf?





Die Robben


schlafende Robben
winkende Robben

viele Robben



Wir im Wasser

Aber gegen die Haie ist vorgesorgt. Monika hat ein Sonar oder so was, was die Haie fernhalten soll.
Ich beim Schnorcheln
Die Robbenkolonie ist echt riesig. Im Wasser ist alles schwarz vor lauter Tieren. Echt der Hammer. Wir sollen moeglichst nicht direkt auf die Robben zuschwimmen und nicht versuchen sie anzufassen oder sonst was. Ist ja eigentlich selbstverstaendlich. Wir treiben also auf der Wasseroberflaeche und beobachten die Robben. Die sind riesig und kommen wahnsinnig nah an einen ran. Sie sind sogar ueberall um einen herum. Eine Robbe streicht sogar meine Beine und eine andere versucht, in meine Taucherflossen zu beissen. Es ist echt schoen, wie die im Wasser rumschwimmen und einen mit grossen Augen ansehen. Die scheinen irgendwie auch Spass zu haben. Vor allem das Sonar, was als lange Schnur im Wasser rumschwimmt wird scheinbar gerne zum Spielen benutzt.

Eine neugierige Robbe
Wir sind etwa eine halbe Stunde im Wasser und es ist echt eine tolle Erfahrung und dann gehts auch schon zurueck. Wir koennen eine CD mit den Fotos kaufen (mache ich natuerlich) und dann gehen die anderen was Essen und ich kaufe mir was zu trinken und setze mich vor der Surfschule auf den Steg.

Ich im Wasser
Eine grosse Qualle

noch eine Robbe

Als ich gerade ueberlege, ob ich bleibe oder gehe - ueber der Kueste oestlich von uns haengen naemlich dicke schwarze Regenwolken - spricht mich derjenige an, mit dem ich gestern die Surfstunde gebucht habe "Hi Jen, how'zit?" (er will wissen, wie es mir geht) und laedt mich ein, mit ins Surfercafe zu kommen, wo ich auf meinen Surflehrer und noch einen der Angestellten treffe. Sie planen gerade eine Kajaktour und ein Platz im Kajak ist noch frei, also fragen sie mich spontan, ob ich Lust habe mitzufahren. Ich hatte gerade beschlossen, spontan noch die Kajaktour zu machen und jetzt darf ich sogar kostenlos mit. Ziemlich cool.

Die beiden, die die Tour gebucht haben sind ein Paar aus Deutschland. Wir paddeln ziemlich weit am Strand entlang - die ganze Zeit gegen den Wind und die Wellen und unser Guide erzaehlt uns interessante Sachen ueber Plett und generell ueber die Geologie Afrikas. Es wird aber mittlerweile echt kalt, weil der Wind so frisch ist und wir komplett nass sind. Ausserdem ist jetzt alles bewoelkt.
Auf dem Rueckweg sind wir wahnsinnig schnell, weil wir ja vom Wind geschoben werden. Aber kalt ist es trotzdem. Zurueck an der Surfschule bekommen wir eine warme Dusche und ziehen wieder trockene Sachen an.

Die beiden Deutschen haben mich ins Hostel zurueckgefahren und jetzt warte ich darauf, dass ich abgeholt werde. Janet und Co waren noch in Knysna. Eigentlich wollten sie zum Lunch dort hin und jetzt sind sie um halb 7 immernoch dort. Mal sehen, ob das heute was wird mit dem Abendessen. Wenn nicht, fahre ich einfach wieder zum Markt. Da gibts noch richtig viel leckere Sachen, die ich gerne probieren wuerde. Morgen Vormittag will ich dort auch hin, um ein paar Andenken zu kaufen, falls das mit dem Segeln nichts wird. Eigentlich wollte ich ja mit Julias Freundin segeln, aber die hat ihr Boot nicht dabei. Falls sie aber morgen jemand anderes Boot benutzen kann, darf ich wohl morgens mitfahren.

Ich auf dem Markt mit einem Cocktail

Oh mist - ich bin jetzt schon Landkrank...

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