Dienstag, 31. Dezember 2013

Tag 42 - schon wieder Hippies (Wilderness)

Ich bin tatsaechlich abends in Plett noch zum Markt gegangen und habe dort gegessen. Ich habe eine Familie aus Pretoria kennengelernt und mit ihnen gegessen. Zurueck am Hostel wurde ich dann abgeholt und habe Julias aeltere Schwester Sarah kennengelernt, die in den USA als Stewardess auf einer Luxusyacht arbeitet und ueber Weihnachten in Suedafrika ist.
Die Ferienwohnung, die sie gemietet haben ist wahnsinnig weit ausserhalb, ist aber sehr schoen. Da Julia heute bei einer Freundin uebernachtet (scheinbar trifft sich ganz Jo'burg in Plett) kann ich ihr Bett benutzen. Als wir Julia dort abliefern, werden wir spontan noch zum Essen eingeladen. Die Eltern von Julias Freundin wollen alle Leute rekrutieren, bei einem Schwimmwettkampf anzutreten, bei dem sie eine Wette gegen eine andere Familie laufen haben und Janet verspricht, beide Toechter anzumelden.

Am naechsten Morgen als ich aufstehe kommt Janet gerade vom Fahrradfahren mit Davids Mountainbike zurueck. Ich haenge den ganzen Morgen ueber irgendwie rum, waehrend David noch ne Runde mit dem Rad dreht und Sarah laufen geht.

Ausblick auf den Strand von Plett
 Dann fahren wir in die Stadt und ich werde an einem Backpackers abgesetzt, wo mich der Bus einsammeln soll. Da ich bis dahin aber noch Zeit habe, gehe ich erstmal zum Aussichtspunkt, mache ein paar Fotos, finde einen Geocache (den einzigen in der Stadt) und gehe noch ueber den Markt.
Dann haenge ich etwas in einer der Haengematten im Backpackers rum bis der Bus kommt.
In Knysna steigt Gabriel zu. Das ist jetzt echt das letzte mal, dass ich ihm begegne, denn er faehrt bis Cape Town und fliegt von da aus nach Brasilien zurueck.
Bucht in Plett

Ich am Aussichtspunkt

Der Aussichtspunkt (blauer Himmel!)

Ich auf der Ladeflaeche
 Ich steige mit Sebastian aus Chile beim Beach House in Wilderness aus. Da dort im Moment der ganze Hof voller Autos steht werden wir von der Besitzerin an der Strasse abgeholt. Sie faehrt uns mit ihrem Bucky zurueck und ich fahre das erste mal auf der Ladeflaeche mit. Fuer die 500m ist das in Ordnung.
Ausblick von meinem Bett aus
Wir sind im Beach House in dem unteren Schlafsaal. Die Aussicht ist nicht ganz so spektakulaer, wie im oberen, aber ich bekomme noch ein Bett direkt am Fenster. Im Schlafsaal treffe ich Chris. Er hat gerade entschieden, noch eine Nacht in Wilderness zu bleiben und ich frage ihn, ob er Lust hat, am naechsten Tag mit mir Kayak fahren zu gehen. Er findet die Idee gut.
Dori auf dem Balkon

Ich auf den Bahnschienen
 Dann gehe ich mit Sebastian einkaufen und anschliessend machen wir uns auf den Weg die Bahnschienen entlangzugehen. Hier faehrt schon lange kein Zug mehr und das wurde mir ganz dringend empfohlen. Man geht direkt am Berghang entlang, links das Meer, rechts der Berg. Dann geht es durch einen Tunnel und man kommt an einer Hoehle heraus, die von Hippies bewohnt wird. So viel wusste ich vorher schon, aber WIE cool es dort wirklich ist, war mir nicht klar.
Balancieren auf den Schienen
Die ganze Hoehle ist mit Strandgut und ertauchten Muscheln geschmueckt und man kommt sich vor, wie in einer anderen Welt. Es ist tatsaechlich wunderschoen. Es ist niemand zuhause, also gucken wir uns die "Wohnung" auf eigene Faust an. Uns wurde versichert, das sei in Ordnung. Die Wohnung ist absolut genial.

Es gibt dort auch einen Pfad runter zum Meer und wenn man die Bahnschienen weitergeht kommt man auf eine Bruecke. Sie sieht sehr alt aus und "eigentlich" ist das betreten verboten, aber wir sind ja in Afrika, also ist das mehr eine Empfehlung als ein Verbot. Dadurch dass es so windig ist, ist mir allerdings nicht so wohl dabei, das Konstrukt zu betreten. Allerdings ist unter der Bruecke ein schoener Strand (bzw ein stueckchen "Watt") und da kommt man nur von der anderen Seite aus hin.

Die Hippiewohnung von aussen
Unten laufen wir auch einmal zurueck zum Brueckenanfang, aber dafuer muss man durch einen natuerlichen Kanal waten, in dem die Stroemung enorm stark ist. Da man an der Seite nicht wieder hoch kommt, muessen wir auch zurueck an die Seite von der wir gekommen sind. Bei Flut scheint das Wasser hier sehr hoch zu steigen, denn an den Brueckenpfeilern leben ganz viele Miesmuscheln, die von den Leuten hier gesammelt und gegessen werden.


Der Hippiegarten

Die Hippieterrasse


Der geniale Ausblick!!!

Die Hippiewohnung von innen

Ich auf der Hippieterrasse

Felsen

Die Bruecke

Rueckblick zur Bruecke

Der Strand

Bruecke und Bruecke



Handstand vor der Bruecke


Das Meer

Ich beim Eingang der Hippiewohnung

Sonnenuntergang beim Beach House
Auf dem Rueckweg halten wir am Strand an und ich gehe ins Wasser. Hier gehts erst recht flach runter und dann kann man ploetzlich einfach nicht mehr stehen. Wenn man durch dieses Loch geschwommen ist, kommt man wieder auf eine Sandbank auf der man stehen kann. In dem "Loch" ist allerdings eine wahnsinnige Stroemung entlang der Kueste und durch die Sandbaenke sind hier die Wellen total konfus und kommen von allen Seiten.
Die Stroemung treibt mich binnen weniger Minuten etwa 50 m den Strand entlang, waehrend ich nur versuche, sie zu durchqueren. Man merkt sogar waehrend des Schwimmens, dass man nicht dagegen ankommt und wenn man stehen kann reisst sie einem fast die Fuesse weg. So was hab ich noch nie erlebt.

Abends wollen wir Pizza essen gehen. Sebastian kennt eine Deutsche, Larissa, die in der Wild Farm schlaeft und die beiden wollten sich abends treffen. Wir verabreden uns fuer 20.30 bei Cocomo, aber als wir dort ankommen sind  alle Tische besetzt und es gibt eine Warteliste. Das scheint aber in allen anderen Restaurants genauso zu sein, also stellen wir uns an die Bar. Larissa hat noch Ben und John aus SA dabei und zwei Niederlaender. Irgendwann dauert es uns zu lange - wir haben etwa eine Stunde gewartet - und wir quetschen uns zusammen an einen ziemlich kleinen Tisch. Was wir essen wollen wissen wir schon, weil wir ja genuegend Zeit zum aussuchen hatten.
Ich habe die vegetarische Pizza ohne Zwiebeln bestellt, aber die Leute in der Kueche haben doch Zwiebeln drauf getan. Fand ich ziemlich aergerlich. Ansonsten war die Pizza aber echt super. Ausserdem gab es Livemusik und die Band war echt gut. Die waren nur zu zweit, hatten aber alle moegelichen Instrumente dabei, unter anderem zwei Didgeridoos und einige verschiedene Gitarren und Trommeln.

Auf dem Rueckweg machen wir einen Abstecher an den Strand um ENDLICH mal die Sterne richtig zu sehen. Ueberall sonst ist es einfach zu hell. Sebastian fragt mich, wie der Himmel in der noerdlichen Hemisphere aussieht und ich sage ihm, dass es etwa so ist, wie dort wo es heller ist - also mit weniger Sternen. Die Milchstrasse hier ist schon echt beeindruckend.

Am naechsten morgen bin ich vom Sonnenaufgang wach geworden. Die Rollos lassen sich naemlich zum grossen Teil nicht mehr bewegen. Das vor meinem Fenster ist hochgezogen. Hier ist Sonnenaufgang ja schon zwischen 4 und 5 oder so.

Dori auf den Schienen
 Am Vormittag buche ich dann 3 Kayaks fuer den Nachmittag. Larissa, Sebastian, Ben und John kommen naemlich auch mit. Vormittags sitzen wir dann im Beach House herum und gucken das Meer an und gehen dann nochmal zu den Hippies - bzw ich gehe nochmal. Larissa und Chris waren naemlich noch nie dort.
Heute ist auch jemand zuhause. Andy, ein aelterer Hippie, kommt gerade vom Tauchen und Ulrich, ein Theologiestudent aus Pretoria ist auch dort. Er ist zu Gast und schlaeft im Moment im Zelt vor der Hoehle.
Dori auf der Terrasse
Andy fuehrt uns herum und zeigt uns das Haus. Es existiert erst seit 7 Jahren und wird immer weiter ausgebaut. Er kocht uns ausserdem Tee und Kaffee auf dem offenen Feuer. Viel zu schnell muessen wir wieder zurueck, weil wir schon viel zu spaet sind fuers Kayaking.

Ausblick aus dem Hippiehaus


Bei der ersten Pause
Ben und John warten schon auf uns. Sie haben eine Kuehlbox voller Getraenke dabei, die sie in ihr Kayak verladen. Ich bin mit Chris im Boot und irgendwas ist mit unserem Boot seltsam. Eigentlich sollte es doch wenn es leer ist und man es schiebt einigermassen geradeaus gleiten. Unseres faehrt einen starken Linksbogen. Ich kann aber am Unterboden nichts erkennen, was das ausloesen kann. Wir fahren also immer im Zickzack ueber den Fluss, weil das Boot auch sehr leicht uebersteuert. Das ist jedenfalls echt seltsam.
Ein Blick voraus!
Nach etwa 400 m machen wir schon die erste Pause und die beiden Suedafrikaner verteilen Bier und reichen einen Joint rum. Die haben irgendwie nicht verstanden, dass der Ausflug als Sport gedacht war. Chris und Sebastian sehen das aber wohl aehnlich, wie ich. Auf der Weiterfahrt sehen wir einige Eisvoegel, die hier sehr haeufig vorkommen. Sie sind ziemlich schnell und man sieht sie meistens nur als blaues Etwas, das durch die Luft schiesst.

Larissa im Boot und Chris und ich im Hintergrund
Als wir am Ende des befahrbaren Bereichs ankommen, halten wir an. Von hier aus geht ein Weg bis zu einem Wasserfall mit grossem Wasserfall-Pool. Larissa hat wenig Lust auf wandern und die beiden Suedafrikaner gar nicht. Also lassen wir die drei zurueck und gehen los. Man sieht ganz viele sehr huebsche Voegel und Chris und Sebastian machen unendlich viele Bilder. Ich habe keine Kamera dabei, aber die beiden haben mir versprochen, die Bilder mit mir zu teilen.
Wir paddeln unter einer Leine her
An einer Stelle sehen wir sogar eine Schlange. Sie bewegt sich wahnsinnig elegant durch die Baeume, hat aber scheinbar wenig Lust auf Fotos. Laut Chris ist es wohl eine Baumschlange. Die sind zwar giftig, aber nicht toedlich. Sie beissen ihre Opfer erst und wenn die dann paralysiert sind, werden sie noch erwuergt. Ich gehe aber mal davon aus, dass wir nicht auf ihrem Speiseplan stehen. Dafuer sind wir zu gross und die Schlange ist zu klein.
Urwald

Der Weg zum Wasserfall

Wer findet das Tier?


Der Wasserfall von oben
Es dauert ziemlich lange, bis wir am Wasserfall sind und ich mutmasse, dass die Jungs wieder nuechtern sind, wenn wir zurueckkommen. Lange kann ihr Biervorrat naemlich nicht mehr gehalten haben.
Sebastian und ich baden beide im Pool zwischen den beiden Wasserfaellen, aber weit genug vom zweiten entfernt, sodass wir nicht in den Sog geraten. Dann machen wir noch jede Menge Fotos und als wir bemerken, dass es schon nach 6 ist machen wir uns schnell auf den Rueckweg.
Der untere Wasserfall-Pool
Kaum sind wir ausser Hoerweite des Wasserfalls kommt uns Larissa entgegen. Ben und John sind weggefahren und jetzt will sie doch zum Wasserfall. Wir sollen schonmal vorgehen zu den Booten und sie will hinterherkommen. So machen wir es dann auch und sie joggt uns hinterher. Als wir an den Booten ankommen, laeuft dort eine Perlhuhnfamilie mit 4 Kueken herum. Die sind sogar so zutraulich, dass sie aus der Hand fressen.

Der obere Wasserfall
Auf dem Rueckweg faellt Larissa ein, dass sie gerne noch etwas schwimmen wuerde und springt aus dem Boot. Dass sie noch ihre Kleidung traegt faellt ihr dabei erst etwas spaet auf. Das Wasser ist aber sehr warm und flach. Es ist fast wie eine Badewanne, nur nicht ganz so klar. Wie in allen anderen Fluessen ist auch hier wieder Schwarzwasser.













Ich dusche im Wasserfall
Chris faehrt mit uns zum Beach House, wo wir Sebastian absetzen und mein Gepaeck einladen und dann fahren wir weiter zur Wild Farm, wo ich heute uebernachte. Larissa hat nur gutes davon berichtet. Was mir allerdings etwas Bauchschmerzen macht ist, dass dort zu Silvester eine 700 Personen Trance-Party stattfindet. Das ist nicht so ganz mein Fall. Zumal die wohl alle ziemlich viele Drogen konsumieren. Ich wollte eigentlich am Strand feiern.

Leider ist im Beach House gerade kein Bett mehr frei - nichtmal das Sofa, die Matratze auf dem Boden oder das Campingbett.
Als wir bei der Wild Farm ankommen, sind wir wahrscheinlich ein witziger Anblick: ein aelterer Mann in Sportsachen und zwei nasse Maedchen, eine mit nasser Kleidung und die andere in Bikini und Handtuch.
Ich gehe erstmal duschen und dann versuche ich, mir Abendessen zu kochen. Das ist allerdings schwierig, weil es hier wohl niemand fuer noetig haelt, selbst zu spuelen. Ich muss mir also erstmal alles spuelen, was ich benutzen moechte. Die Kueche ist ein Schlachtfeld und absolut verdreckt. Draussen wird ueber dem Feuer gegrillt und ich wette, dass das Essen sauberer ist als alles, was man drinnen zubereiten kann. Ich mache mir zum Glueck nur Nudeln mit Sauce und passe enorm auf, dass mein Essen nur mit dem Inneren der Gefaesse in Beruehrung kommt, die ich vorher gespuelt habe.
Nach dem Essen setze ich mich noch kurz ans Feuer, wo ein paar dick geschminkte Suedafrikanerinnen versuchen, Marshmallows zu grillen. Die werden aber nur schwarz, weil sie sie direkt in die Flammen halten. Ich bringe ihnen also bei, wie es richtig geht, aber sie sind zu ungeduldig. Ausserdem sind die Marshmallows nicht lecker. Sie sind schon von sich aus total weich und klebrig und haben ausserdem Erdbeergeschmack.
Also gehe ich anschliessend ins Bett. Der Schlafsaal ist immerhin dunkel, aber enorm eng. Man kann sich zwischen den Betten kaum umdrehen.

Heute morgen habe ich relativ lange geschlafen. Ich bin erst um 9 aufgestanden. Dann musste ich leider noch etwa 20 Minuten anstehen, um zur Toilette gehen zu koennen. Das ist hier echt schlecht. Es gibt viel zu wenige Badezimmer.
Das Fruehstueck - es ist inclusive - ist enttaeuschend. Das beste ist noch, dass es fuer die Cornflakes frische Vollmilch gibt. Dass das Brot immer labbriger Toast ist ist hier normal, aber die Marmelade war so enorm kuenstlich, dass es echt widerlich war.
Die Aussicht von der Wild Farm...
Immerhin hat man von hier oben eine tolle Aussicht. Die Farm liegt oben auf dem Berg und es geht tatsaechlich zu allen anderen Seiten nur runter. Man kann bis zum Strand sehen und das ist echt cool. Den Vormittag ueber habe ich nur rumgehangen und spaeter fahre ich mit Chris zurueck zum Beach House und frage nochmal, ob ich nicht doch dort irgendwo uebernachten kann - zur Not auf dem Balkon auf dem Boden. Das kann man hier ja durchaus machen. Es regnet schliesslich nicht.


Samstag, 28. Dezember 2013

Just for Fun - Seitenaufrufe

Ich hab hier mal ne Statistik fuer euch.

Am haeufigsten aufgerufener Post: Hippieland
Meiste Aufrufe in den letzten Tagen am 27.12.

Seitenaufrufe aus den folgenden Laendern:

Platz 1: Deutschland
Platz 2: USA
Platz 3: Suedafrika (das bin dann wohl ich)
Platz 4: Serbien
Platz 5: Russland
Platz 6: Oesterreich

Ich sehe - ihr benutzt sehr fleissig amerikanische Proxyserver ;)

Tag 39 - Sport bis zum Umfallen, Plettenberg Bay

Weihnachten war bei uns also ganz ruhig und chillig. Ich war mit Cassidy und ihren beiden Cousinen am Strand, aber nur kurz. Der Strand ist richtig schoen. Die Fotos davon sind schon im vorherigen Post. Wir waren im Wasser und sind ein bisschen auf den Wellen ge"bodysurf"t. Dann haben die anderen beiden sich an den Strand gelegt und ich habe mit Cassidy eine Sandburg gebaut, damit sie sich nicht langweilt. Die anderen fanden mal wieder alle das Wasser zu kalt. Ich fand es super.
Um an den Strand zu kommen muss man ueber eine riesige Duene laufen. Das ist ziemlich schoen.

Ausserdem waren wir noch mit den vielen Hunden sparzieren. Davon habe ich schon Fotos:
Cassidy mit dem Schaeferhund

Ich mit den beiden grossen und dem Schaeferhund

Riesenschnecke. Die Hand gehoert zu mir!

Nochmal die Riesenschnecke


Dann waren Cass und ich noch reiten. Wir wurden angemeldet als Personen, die reiten koennen und deshalb haben wir uns gemeldet, als nachgefragt wurde, wer denn reiten kann. Als diese Frage dann spezifiziert wurde mit "wer kann galoppieren" hat Cass gesagt, auf einem fremden Pferd wolle sie nicht galoppieren. Die ganzen Maenner, die da waren haben sich dann ploetzlich gemeldet - und ich glaube nicht, dass die jemals galoppiert sind. Die hatten Shorts an. SHORTS... zum Reiten. Dass man das nicht macht muesste eigentlich jeder Reiter wissen. Das einzige, was die mit einem Reiter gemeinsam hatten war, dass sie beim Pferd vorne und hinten unterscheiden konnten.

Cassidy hat ein kleines Pony "Anora" bekommen und ich hatte ein groesseres Pony names Lady Grey. Insgesamt hatten sie eh nur Ponys und Kleinpferde. Dann gings also los und man merkte schon, dass die Ponys es nicht gewohnt sind eigenstaendig geritten zu werden. Die kennen nur hinterherlaufen. Mein Pony war dementsprechend irritiert, als die vorderste Reiterin direkt vor uns ploetzlich weggeritten ist, weil hinten etwas nicht in Ordnung war und wir vorne geblieben sind.
Dann sind wir im Schritt bis zum Strand geritten, zwischendurch kurz getrabt und das sah bei den Maennern hinter mir echt gruselig aus. Cass reitet weltklasse dagegen. Eigentlich wollten wir beiden ja am Strand galoppieren, aber weil so viele Anfaenger dabei waren ist es eben beim Schritt reiten geblieben.
Nach dem Strandteil wurden wir dann aufgeteilt in eine langsame und eine schnelle Gruppe (die schnelle Gruppe ist galoppiert). Cass wollte in die langsame Gruppe, die Maenner in die schnelle. Deren Ponys taten mir eh schon leid.
Ich bin weiterhin an zweiter Stelle geritten und musste mir somit das Elend nicht ansehen. Mein Pony war deutlich langsamer, als das Pferd vor uns, sodass wir auch auf den Trabstrecken fast immer galoppiert sind, um mithalten zu koennen. Das war dann ein richtig schoener langsamer Dressur-Galopp und wenn vor uns auch galoppiert wurde, dann konnte sie auch richtig schnell werden. Insgesamt ein echt angenehmes Pony.
Die Reitwege da waren richtig cool. Es ist ein riesiges Naturschutzgebiet, das von Trampelpfaden durchzogen ist, die Namen haben. Teilweise reitet man richtig durchs Dickicht und die Landschaft ist einfach klasse.

Abends haben wir dann Pizza bestellt und ich habe meinen Flug von Cape Town nach Jo'burg gebucht.

Gestern morgen bin ich dann ganz frueh wieder aufgestanden, weil zwischen 6.30 und 7.15 Uhr (tut euch mal diese Uhrzeiten an - und das ist hier normal. Das entspricht 5.30 und 6.15 eurer Zeit!!!) in der Stadt sein und den Bus nehmen musste. Hab ich auch gemacht. Der Fahrer war richtig cool. Er "hiess" Mzi. Das stimmt so nicht ganz, aber sein Name war so lang und in Xhosa - das ist eine Sprache mit so Klicklauten - dass sich das keiner merken, geschweige denn aussprechen konnte.
In Jeffrey's Bay ist Gabriel zugestiegen und kurz danach haben wir an einem schoenen urigen "Rastplatz" angehalten um zu fruehstuecken. Hier gab es im Restaurant tatsaechlich mehr als ein vegetarisches Gericht zur Auswahl. Das passiert einem in diesem Land in der Regel nicht, nichtmal bei Pizza. Da ist ueberall Ham, Bacon, Beef oder Hackfleisch drauf.
Puenktlich zu Mittag bin ich in Plett angekommen. Ich bin hier in einem 5 Sterne HoStel (nicht Hotel wohlgemerkt). Die Zimmer sind relativ gross und das obere Bett in den Stockbetten ist so hoch, dass man in dem unteren tatsaechlich sitzen kann. Es gibt en-suite Badezimmer und man bekommt Handtuecher bestellt. Ich habe das Fruehstueck fuer 48 R gebucht.

Als ich dann zum Strand wollte, habe ich bemerkt, dass ich meinen Bikini in PE vergessen habe. Debbie bringt ihn mir mit nach Jo'burg.
Also habe ich meinen Nachmittag mit Shopping verbracht. Bikinis kaufen ist so unheimlich schwierig. Ich passe scheinbar nicht zusammen. Also musste ich mir aus den Resten aus dem Schlussverkauf was zusammenstellen. Ist mir auch gerade noch so gelungen, hat aber sehr lange gedauert.

Das Einkaufszentrum war auch wahnsinnig weit ausserhalb. Wenn ich das vorher gewusst haette, waere ich wahrscheinlich nicht hingegangen. Also bin ich zurueck getrampt. Ich habe bei Leuten am Auto geklopft und gefragt, ob sie mich mitnehmen wuerden. Jetzt bloss nicht aufregen: Ich habe nur bei Paaren, Frauen oder Familien mit Kindern gefragt. Die erschienen mir ungefaehrlich. Ein Paar aus Pretoria hat mich also mitgenommen und am Strand rausgesetzt. Ich wollte naemlich noch Unternehmungen buchen. Die Wal- und Delfinbeobachtungstouren hatten allerdings schon Feierabend. Am Strand ist mir ein Mann ueber den Weg gelaufen, der Kajaks reingeholt hat. Laut Schild gab es dort auch Surfstunden, also habe ich ihn einfach gefragt. Volltreffer! Ich konnte eine Stunde fuer morgens um 9 buchen. Dann habe ich noch ein offenes Buero gefunden. Hier wird Schwimmen mit Robben angeboten - hab ich auch gebucht, fuer 12 Uhr.


Dann war ich auf dem Markt und wollte mich eigentlich nur umsehen. Janet hat mir geschrieben, dass sie es nicht zum Abendessen schaffen wuerde, also habe ich mich auch nach was zu Essen umgesehen. Dort gibt es jede Menge Essensstaende und einige Tische, die aber alle besetzt sind. Ich bestelle mir Fruehlingsrollen, gruenes Curry und einen Eistee und setze mich zu zwei Familien aus Pretoria, die jeweils ein Baby dabei haben. Eigentlich erwarten sie noch Gesellschaft, aber da ich alleine bin ist das fuer sie ok. Das Essen ist super und die Leute sind echt klasse. Dann kommen noch die Eltern der beiden Frauen dazu und nach und nach einige juengere, 5 oder 6 Jungs und 2 Maedchen, etwa um die 20. Eigentlich wollten sie noch ausgehen und mich mitnehmen, aber (das kennen wir ja irgendwo her) irgendwie sind dann doch alle ins Bett verschwunden. Die letzten drei Jungs die dann noch da waren haben mich nach Hause gefahren, weil sich alle einig waren, dass ich im Dunkeln nicht mehr rumlaufen sollte. Sie haben mir auch gesagt, wo sie heute am Strand sind und vorgeschlagen, ich koenne ja dazukommen.

Heute nacht war ich dann erst gegen halb 1 im Bett und um 4 Uhr fingen dann irgendwelche Idioten an, laut aufzustehen und zu duschen. Da zeigt sich dann der Nachteil von en suite Badezimmern. Das ganze zog sich bis etwa 6 Uhr hin. Danach konnte ich nicht mehr schlafen. Also bin ich frueh aufgestanden, habe in Ruhe gepackt und war zu frueh beim Fruehstueck. Es ist naemlich erst um 8 afrikanische Zeit. Es war aber echt lecker und reichhaltig. Mein Gepaeck konnte ich den Tag ueber hier lassen.

Ich war dann etwas um 10 nach 9 beim Surfen und da war auch noch niemand so weit. Mein Surflehrer Cameron ist ziemlich cool und ich schaffe es echt, bei einigen Wellen aufzustehen. Das Surfen macht richtig Spass, aber ich bin nach 2 Stunden total geschafft.
Beim "Swim with seals" bin ich etwas zu frueh und rede mit der Angestellten. Sie hat zwei Kinder und keinen Mann - das ist leider bei vielen Schwarzen so - hat Tourismus studiert (College, nicht Uni und College ist wohl nicht so gut) und arbeitet die Saison ueber dort, weil sie die einzige ist, die die Familie ernaehrt: Ihre Kinder, ihre Geschwister und ihre Eltern mit 3000R im Monat - also etwa 210 Euro - und davon legt sie noch was zur Seite, damit die Schwester studieren kann! Im krassen Gegensatz dazu stehen die vielen reichen Leute, die in Plett ihr Zweit- oder Dritthaus stehen haben, das nur 3 Wochen im Jahr benutzt wird, aber mit Pool, Jaccuzi und Heimkino ausgestattet ist. Hier geht doch etwas ganz gehoerig schief!!!
Rueckblick auf Plett

Ich im Boot auf dem Weg zu den Robben

Auf die Robben-Tour gehe ich mit 6 Jugendlichen (ich schaetze sie auf etwa 18) aus dem Free State. Leider sprechen sie untereinander alle Afrikaans, sodass ich das meiste nicht mitbekomme. Auch Monika, die Tauchlehrerin, die die Tour leitet spricht Afrikaans mit denen. Echt aergerlich. Ansagen macht sie zwar auf Englisch, aber ich muss mich echt anstrengen, um mitzubekommen um was es geht. Meistens frage ich nach.
gleich gehts ueber Bord
Mit dem Motorboot geht es zur Robbenkolonie auf der Halbinsel am Ende der Bucht. Auf dem Weg dahin lehnen sich die anderen ziemlich weit aus dem Boot und gerade als ich als Scherz sagen will "Ich wuerde mich ja in Anwesenheit von Haien nicht so weit aus dem Boot lehnen" sehe ich tatsaechlich eine Haiflosse. Sie ist relativ klein und dunkel und ziemlich schnell wieder verschwunden. Hier leben wohl echt viele Haie und wir fahren genau in ihr Futtergebiet - faellt irgendwem was auf?





Die Robben


schlafende Robben
winkende Robben

viele Robben



Wir im Wasser

Aber gegen die Haie ist vorgesorgt. Monika hat ein Sonar oder so was, was die Haie fernhalten soll.
Ich beim Schnorcheln
Die Robbenkolonie ist echt riesig. Im Wasser ist alles schwarz vor lauter Tieren. Echt der Hammer. Wir sollen moeglichst nicht direkt auf die Robben zuschwimmen und nicht versuchen sie anzufassen oder sonst was. Ist ja eigentlich selbstverstaendlich. Wir treiben also auf der Wasseroberflaeche und beobachten die Robben. Die sind riesig und kommen wahnsinnig nah an einen ran. Sie sind sogar ueberall um einen herum. Eine Robbe streicht sogar meine Beine und eine andere versucht, in meine Taucherflossen zu beissen. Es ist echt schoen, wie die im Wasser rumschwimmen und einen mit grossen Augen ansehen. Die scheinen irgendwie auch Spass zu haben. Vor allem das Sonar, was als lange Schnur im Wasser rumschwimmt wird scheinbar gerne zum Spielen benutzt.

Eine neugierige Robbe
Wir sind etwa eine halbe Stunde im Wasser und es ist echt eine tolle Erfahrung und dann gehts auch schon zurueck. Wir koennen eine CD mit den Fotos kaufen (mache ich natuerlich) und dann gehen die anderen was Essen und ich kaufe mir was zu trinken und setze mich vor der Surfschule auf den Steg.

Ich im Wasser
Eine grosse Qualle

noch eine Robbe

Als ich gerade ueberlege, ob ich bleibe oder gehe - ueber der Kueste oestlich von uns haengen naemlich dicke schwarze Regenwolken - spricht mich derjenige an, mit dem ich gestern die Surfstunde gebucht habe "Hi Jen, how'zit?" (er will wissen, wie es mir geht) und laedt mich ein, mit ins Surfercafe zu kommen, wo ich auf meinen Surflehrer und noch einen der Angestellten treffe. Sie planen gerade eine Kajaktour und ein Platz im Kajak ist noch frei, also fragen sie mich spontan, ob ich Lust habe mitzufahren. Ich hatte gerade beschlossen, spontan noch die Kajaktour zu machen und jetzt darf ich sogar kostenlos mit. Ziemlich cool.

Die beiden, die die Tour gebucht haben sind ein Paar aus Deutschland. Wir paddeln ziemlich weit am Strand entlang - die ganze Zeit gegen den Wind und die Wellen und unser Guide erzaehlt uns interessante Sachen ueber Plett und generell ueber die Geologie Afrikas. Es wird aber mittlerweile echt kalt, weil der Wind so frisch ist und wir komplett nass sind. Ausserdem ist jetzt alles bewoelkt.
Auf dem Rueckweg sind wir wahnsinnig schnell, weil wir ja vom Wind geschoben werden. Aber kalt ist es trotzdem. Zurueck an der Surfschule bekommen wir eine warme Dusche und ziehen wieder trockene Sachen an.

Die beiden Deutschen haben mich ins Hostel zurueckgefahren und jetzt warte ich darauf, dass ich abgeholt werde. Janet und Co waren noch in Knysna. Eigentlich wollten sie zum Lunch dort hin und jetzt sind sie um halb 7 immernoch dort. Mal sehen, ob das heute was wird mit dem Abendessen. Wenn nicht, fahre ich einfach wieder zum Markt. Da gibts noch richtig viel leckere Sachen, die ich gerne probieren wuerde. Morgen Vormittag will ich dort auch hin, um ein paar Andenken zu kaufen, falls das mit dem Segeln nichts wird. Eigentlich wollte ich ja mit Julias Freundin segeln, aber die hat ihr Boot nicht dabei. Falls sie aber morgen jemand anderes Boot benutzen kann, darf ich wohl morgens mitfahren.

Ich auf dem Markt mit einem Cocktail

Oh mist - ich bin jetzt schon Landkrank...