Mittwoch, 19. Februar 2014

Tag 90 - das große Finale

Als ich Samstag abend bei Michelle ankam, standen ganz viele Autos auf dem Hof. Ich war von Stan abgeholt worden, der für Peter arbeitet und auch auf dem Grundstück wohnt. Als ich ins Haus kam, tobten dort unzählige Kinder herum und Jenna hat mich darüber aufgeklärt, dass ich nicht ins Gästezimmer zurückziehen kann, weil dort gerade anderer Besuch untergebracht ist. Michelles Schwester Denise war mit ihrem Ehemann PJ (P steht wohl für Peter und das wäre ja sonst verwirrend) zu Besuch, um Candice zu sehen (ihre Tochter, die bei Michelle im Cottage wohnt - hatte ich glaube ich mal erwähnt). Außerdem waren noch ganz viele andere Freunde incl. Kinder zum Braai da. Das Braai war auch wirklich gut und ich sollte allen erzählen, was mir so auf meiner Reise passiert ist.
Sonntag hatten wir dann einen Voltinachmittag für die jüngeren Voltigierer, mit dem WEG-Team und mir als Trainer. Zu diesem Nachmittag hatte ich auch Caryns Voltigierer eingeladen, die einen kleinen Abschlusswettbewerb bekommen haben. Das war echt lustig, weil wir ja keine Richter da hatten. Wir hatten eigentlich nur einen Bock und Bewertungsbögen. Die Kinder mussten für ihre Musik selbst sorgen und haben sie von einem Laptop aus abgespielt und ich habe mich mit den Voltigierern aus dem Team in den Schatten gesetzt und Richter gespielt. Das macht eigentlich sogar ziemlich viel Spaß. Die haben ja hier ein sehr differenziertes Richtverfahren für die Kür, was wir uns in Deutschland dringend mal abgucken sollten.
Die Kids sind natürlich noch ganz am Anfang ihrer Voltigierlaufbahn, aber sie haben seit Dezember schon einiges dazugelernt. Trotzdem lagen die Noten dann doch eher bei 3-5, was ja nicht wirklich hoch ist. Aber sie hatten auch nur Küren mit 5-6 Übungen, weil wir für mehr einfach keine Zeit hatten (also beim Küren bauen).
Anschließend waren dann noch alle Kinder und Trainer im Pool. Ich hatte Sienna dabei und die hing ziemlich an mir. Das war für mich ok, weil die so leicht ist, dass man sie ohne weiteres duch die Gegend werfen und heben kann und sie hat auch Spaß dran. Anschließend habe ich mich bei allen anderen anwesenden Voltigierern und sonstigen Leuten verabschiedet. Ich finds total schön, dass dieser Nachmittag stattgefunden hat, weil ich dadurch so viele Leute nochmal gesehen habe.
Dann bin ich noch bei Janet vorbeigefahren und habe mit ihr und David eine ganze Zeit auf der Terrasse gesessen und geredet. Als ich mich dann auch von den beiden und Julia verabschiedet habe, ging es mir dann schon etwas schlecht. Eigentlich wäre ich gerne noch geblieben.
Zurück bei Michelle haben wir dann einen großen Ausritt veranstaltet: Sienna auf Lalita, Candice auf Agamo und ich auf Chandon begleitet von Jenna und Michelle auf ihren Fahrrädern. Das war echt schön, auch wenn Chandon etwas eiliger war, als ich das gerne gehabt hätte. Für den Abend wollten Candice und ich eigentlich Karten für die Rocky Horror Show haben, die gerade in Montecasino gespielt wird, aber die waren schon ausverkauft. Kein Wunder bei dem Preis: 100-350 Rand, also 7 - 25 Euro!!! Das ist ja geschenkt! Und der Nelson Mandela Film war auch nicht mehr im Kino (dabei wollte ich den doch unbedingt auf Englisch sehen und Kino ist sooo günstig in SA). Also hatten wir abends noch ein geselliges Zusammensitzen auf der Terrasse.
An meinem letzten Tag hatte ich noch ein Training mit Abby und Tristan für ihr Doppel. Die hatten ein bisschen was dran geändert, was ich dann zurückgeändert habe, weil die Kür sonst nur aus Handständen bestanden hätte. Jetzt ist sie sehr interessant und ich habe Megan angewiesen, worauf sie bei den Übergängen achten muss. Den Rest sollten sie jetzt alleine hinbekommen. Als ich dann zurück zu Michelle kam, wollte sie gerade mit Candice ausreiten gehen und ich habe mich spontan auf Lalita angeschlossen. Dafür musste ich zwar meine Reitstiefel und meine Hose wieder aus dem Koffer ausgraben - und die Schuhe hatte ich ganz professionell mit Socken, Unterwäsche und Tops gefüllt, damit sie schön ihre Form behalten.
Lalita hatte allerdings nicht so wirklich Lust auf mich. Sie ist ein etwas hektisches kleines Pony und so lieb wie sie vorher unter Sienna war, so sehr hat sie mich getestet. Ich hab sie aber auch geärgert und ihr verboten, vorzugehen. Um sie hinten zu halten musste ich sie teilweise den Weg seitwärts und rückwärts gehen lassen, aber zum Schluss hatte sie dann verstanden, dass ich sie in Ruhe lasse, wenn sie einfach brav im Schritt bleibt.
Dann war ich noch mit Candice, Sienna, Jenna und Siennas Freundin ein letztes mal im Pool bevor Evelyn mich zum Flughafen gefahren hat. Wir haben zwar etwas mit Candices GPS gekämpft (Michelles hat nämlich ne Macke und findet keine Satelliten mehr), aber wir haben es sehr pünktlich zum Flughafen geschafft. Ich fands ja schon traurig, mich von Michelle, Peter und den Kindern zu verabschieden, aber von Evelyn fand ich es noch schwieriger, weil sie die letzte war, die ich dann noch gesehen habe.

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