Ich war im Happy Hippo Hostel untergebracht, das sehr groß und schön sauber war. Außerdem lag es fast direkt am Strand und direkt neben uShaka Marine World. Kerstin und ich sind noch an den Strand gegangen, weil ihr Bus erst nachmittags um 5 fuhr und wir waren bei einem Pakistani essen. Schon alleine wegen des Essens hätte sie länger bleiben müssen. Das ist in Durban nämlich sehr indisch und scharf - also genau ihr Fall.
Auf dem Rückweg zum Hostel sind wir durchs Wasser gegangen. Das ist extrem warm. Fast wie eine Badewanne. Am Strand haben viele Leute Sandskulpturen gebaut und wollten dafür Geld haben. Die waren echt ziemlich gut.
Ich hatte ja sicher mal geschrieben, dass Hinweisschilder und so in Südafrika nur Empfehlungen sind. Das gilt offensichtlich nicht für den Strand. Dort gibt es die Rettungsschwimmer, die links und rechts von ihrem Hochsitz Flaggen aufstellen und somit einen etwa 40 m breiten Strandbereich abtrennen. Zwischen den Flaggen darf gebadet werden, daneben nicht. Und da halten sich die Leute dran. Vor allem die Schwarzen, weil die meistens nicht schwimmen können und daher darauf angewiesen sind, gerettet zu werden, falls ihnen was passiert. Außerdem baden sie meistens einfach in ihrer Kleidung. Außerdem gibts hier - genau wie in P.E. - direkt an der Strandpromenade öffentliche Pools für Kinder. Die sind riesig, aber eben nicht tief. Ich finde die Idee witzig, Pools an den Strand zu bauen, aber sie werden ja offensichtlich benutzt.
In Durban ist es auch viel zu warm und unheimlich schwül. Man kann sich also sowieso nirgends aufhalten außer im Wasser. Ich habe allein an diesem einen Tag 3 mal geduscht.
Nachdem ich Kerstin zum Bus gebracht habe, treffe ich im Hostel Jess aus Australien. Sie promoviert in Cambridge und vergleicht Strategien von Nationalparks zur Kontrolle ihrer Tierpopulationen. Ihre Vergleichsobjekte sind irgendein Park in England und der Hluhluwe-iMfolozi-Park in Südafrika.
Abends habe ich dann Pläne für die nächsten beiden Tage gemacht und bin früh ins Bett gegangen - so früh, dass andere Leute mich geweckt haben, als sie eingecheckt sind.
Kerstin und ich hatten ein Problem mit einigen Geldscheinen. Kerstin hatte sie aus einem Automaten bekommen und die waren an jeweils einer Seite etwas eingerissen. Das wäre in Deutschland jetzt nicht so das Problem, aber Restaurants, Hostels und Tankstellen in SA haben sich geweigert, diese Scheine anzunehmen und haben uns gesagt, wir sollten damit zu einer Bank fahren um sie umzutauschen. Da Kerstin unterwegs war in ein Gebiet, in dem es nichtmal Automaten gab, habe ich also gesagt, ich würde die Scheine umtauschen.
Das ganze hat mich etwa einen halben Tag gekostet, einige Liter Benzin und zwei Parkhäuser. Mit dem Ergebnis, dass mich die erste Bank an die Reserve Bank weiterverwiesen hat, die die Scheine druckt und ich dort nicht reingelassen wurde, weil ich keinen Ausweis dabei hatte. Es ging um insgesamt 500 Rand, also etwa 35 Euro und ich hatte anschließend absolut keine Lust mehr darauf. Außerdem hatte ich keine Zeit mehr, weil ich um 13 Uhr am Moses Mhabida Stadion sein wollte, wo ich eine Segway Tour gebucht habe: Eine Stunde Segway fahren für 200 Rand (14 Euro). Und weil das Wetter so schön war, bin ich die 5 Kilometer dahin zu Fuß gegangen.
Das Segway fahren macht total Spaß. Ich konnte das Stadion von Innen sehen und anschließend sind wir sogar noch ein Stück Strandpromenade gefahren.
Das Stadion hat oben einen Bogen, der die beiden schmalen Seiten miteinander verbindet und sich y-förmig teilt. Damit soll es das Muster der südafrikanischen Flagge darstellen. Auf den Bogen kann man auch draufgehen und wenn man will daran so eine Art Bungee-Sprung machen, wo man aber statt runterzuspringen unter dem Bogen hin und her pendelt.
Ich bin nicht draufgegangen, da ich gerne zu Fuß drauf wollte und das gab es nur am Wohenende (wir hatten Donnerstag). Außerdem hatte ich mir schon beim Sparziergang und Segway fahren einen fiesen Sonnenbrand geholt. Deshalb habe ich mir auf dem Rückweg auch ein Handtuch über die Schultern gelegt, bin aber nur den halben Weg zurückgelaufen und habe mir dann bei einer Touristeninfo ein Taxi zum Victoria Street Market bestellt.Der Markt ist nicht auf der Straße, sondern drinnen in einem Gebäude und da es schon 4 war haben die ersten Geschäfte auch schon zu gemacht. Ich habe trotzdem noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und bin dabei meine 5 kaputten Geldscheine lsogeworden. Die Schwarzen zahlen ja meistens eh bar und solange man die Scheine nicht bei einer Bank einzahlen will, sind die noch ihre 100 Rand wert.
Als ich dann etwas zu trinken gekauft habe, habe ich ein paar andere Touristen getroffen und sie angesprochen. Es stellte sich heraus, dass ich zwei davon schon aus Kapstadt kannte: Lisa und Leon. Sie hatten zwei Israelis dabei und wollten weiter auf einen anderen Markt. Also bin ich mitgekommen. Wir sind letztendlich über den schwarzafrikanischen Straßenmarkt gegangen, wo die schwarzen Südafrikaner selbst einkaufen. Allein hätte ich mich da nie hingetraut. Ich habe eine Ananas gekauft und anschließend haben wir die Minibus-Taxis genommen, um zu uShaka zurückzufahren. Das hätte ich mich allein auch nie getraut, war aber echt interessant. Da drinnen ist die Atmosphäre total entspannt. Es ist kein richtiges Taxi, aber auch kein Bus. Lisa, Leon und ich haben noch im uShaka eine Kleinigkeit gegessen und anschließend habe ich noch meine Ananas gemacht und mit Jess gegessen. Sie musste ihre Lebensmittel aufbrauchen, weil sie am nächsten Morgen abgereist ist.
Am nächsten Tag bin ich ins uShaka Marine World gegangen. Das ist im Prinzip zweigeteilt: Es gibt ein Aquarium und einen Wasser-Erlebnispark. Das Aquarium selbst ist in einem Schiffswrack untergebracht. Es ist ganz nett gemacht, aber man bekommt wenig Information es sei denn, man fragt die Volunteers - und die können einem eine ganze Menge erzählen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Haien, deren Aquarien ich widerum etwas zu klein finde. In den Haiaquarien/Raubfischaquarien kann man auch tauchen/schnorcheln gehen. Das hab ich aber nicht gemacht, weil ich das im Aquarium irgendwie komisch finde.
Außerdem haben die noch Pinguine, Robben und Delfine. Man kann sogar ein Date mit einer Robbe oder einem Delfin haben. Die Delfine sind aber total teuer und man kann sie im Prinzip nur streicheln und füttern und das nur für 10 Minuten. Das war es mir dann auch nicht wert, also hab ich es nicht gemacht.
Das Erlebnisbad besteht aus einem viel zu warmen Planschbecken für Erwachsene (ist maximal hüfttief), einem Kinderbecken, einem sehr langen Strömungsfluss, den ich 4 mal auf einem Reifen durchschwimme und der an dem Delfinbecken vorbeiführt. Dort habe ich mich festgehalten und die Delfine beobachtet. Dann gibt es noch ganz viele Wasserrutschen: Einige normale, eine mit einem riesigen Reifen, dann welche mit kleinen Reifen, drei wahnsinnig steile (ich traue mich bis zur mittelhohen und das tut schon saumäßig weh) und eine, bei der man wahnsinnig schnell wird und dann in eine Art Trommel gelangt, in der man noch einige Male ins Runde rutscht. Dabei ist man so schnell, dass man es nicht mehr schafft, den Kopf anzuheben, weil er so nach außen gedrückt wird. Die Rutsche hab ich mich auch nur einmal getraut.
Danach war ich noch im "dangerous creatures" oder so - einer Reptilienausstellung, die auch dazugehört, aber separat ist. Dort erzählte mir ein Mitarbeiter einiges über die Schlangen und wir haben mit einigen anderen Besuchern ein langes Gespräch über die riesige Python (???), die etwa 7 m lang und über 100 kg schwer ist. Sie ist über Umwege von privaten Haltern in die Ausstellung gekommen. So ein Tier kann ja auch niemand zuhause haben.
In der Ausstellung habe ich Jess (ja, schon wieder ein doppelter Name) und Johann kennengelernt, die in St. Lucia für eine Krokodilstation arbeiten. Sie haben gerade Urlaub gemacht und waren auch im Happy Hippo Hostel. Jess kommt aus Kanada und war bei der Krokodilstation ursprünglich mal Volunteer und Johann arbeitet hauptberuflich mit Krokodilen und Schlangen.
Wir sind abends zusammen Essen gegangen und hatten total Glück, dass wir überhaupt einen Tisch bekommen haben. Es war ja gerade Valentinstag und der wird hier wohl sehr groß gefeiert. Das ganze Restaurant war total überfüllt mit Pärchen und es gingen Sänger rum, um an den Tischen für einen zu singen.
Ich hatte mir Bunny Chow bestellt. Das ist eine lokale Spezialität indischer Abstammung. Im Prinzip ist das ein ausgehöhltes Weißbrot mit einem Currygericht drin. Das war allerdings so scharf, dass ich mir ein Milchshake dazubestellen musste und es trotzdem nicht ganz aufgegessen habe.
Dann haben wir uns noch für den nächsten Tag für eine Ocean Safari verabredet - eine Fahrt aufs Meer, um die dort lebenden Tiere (Haie, Robben, Delfine, im Winter auch Wale) zu sehen. Die Safari war für 11 Uhr angesetzt und sollte eine Stunde dauern. Danach sollte ich gegen halb 2 am Hostel sein, um auf meinen Flughafentransfer zu warten. Vormittags sind wir ein bisschen am Strand entlanggegangen und dann zur Ocean Safari. Die hatten allerdings Probleme mit ihrem Boot. Da es keinen richtigen Hafen gibt, müssen die Boote immer vom Strand gestartet werden und dafür müssen sie mit einem Traktor an den Strand gefahren werden. Irgendwie war jedenfalls das Boot nicht da und der Traktor war zu sehr mit anderen Booten beschäftigt. Ich habe bis viertel nach 12 gewartet, aber da immer noch kein Boot in Sicht war, bin ich zurückgegangen, habe mein Geld erstattet bekommen und bin zum Flughafen gefahren.
Auf dem Rückflug sind wir über die Drakensberge geflogen. Die sehen auch von oben ganz schön spektakulär aus, auch wenn das was direkt unter einem liegt ziemlich eindimensional ist.

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