Ich hab jetzt schon lange nicht mehr geschrieben, also hole ich das jetzt portionsweise nach.
Am 29.1. ist ja Kerstin abends angekommen. Ich habe es geschafft, mir tagsueber noch nen Sonnenbrand zuzuziehen und war abends ausreiten mit dem Pony Lalita.
Wir haben Kerstin abends gegen halb 11 abgeholt und genau wie es mir damals in Irland passiert ist, ist sie am Auto erstmal zur falschen Seite gelaufen, weil ihr nicht klar war, dass der Fahrer hier rechts sitzt. Wir haben dann abends noch ziemlich viel geredet und am naechsten morgen wurden wir ganz unsanft von Izzy, dem grossen Hund geweckt, der Kerstin abgeschlabbert hat. Sie ist noch nie in mein Zimmer gekommen - keine Ahnung, warum ausgerechnet an dem morgen.
Spaeter sind wir dann von Evelyn nach Sandton gebracht worden, wo wir im Hilton Hotel unser Auto abgeholt haben. Mit dem Auto gabs im Vorfeld auch einige Schwierigkeiten. Erst war keins mehr verfuegbar und dann hatte ich ploetzlich aus Versehen zwei gebucht, konnte aber eins ohne Stornierungsgebuehren rueckgaengig machen. Bei der Anmietung wurde uns allerdings gesagt, dass kein Scheiben- und Reifenversicherungspaket dabei sei. Dabei war ich mir sicher, dass ich das mitgebucht hatte. So eine Frechheit!!! Also mussten wir hoffen, dass alles gut geht.
![]() |
| Ein Schwänzchenvogel im Gras |
![]() |
| Kerstin und ich streicheln Eddy |
Das Reserve hat auch eine kleine Spinnen und Reptilienausstellung, aber Kerstin kann Spinnen ja so gar nichts abgewinnen und gerade davon gibts hier in Suedafrika echt einige.
![]() |
| zwei dreckige white Rhinos (Breitmaulnashörner) |
Abends war ich dann mit Kerstin noch auf einen Drink in Montecasino. Eigentlich wollte ich Dustin finden und mich von ihm verabschieden, aber das hat nicht geklappt.
![]() |
| ein dreckiges Zebra |
Und dann ging es endlich auf die Autobahn - es war auch schon fast Mittags - und wir sind nach Pretoria zu den Union Buildings gefahren, weil ich gerne die neue Nelson Mandela Statue sehen wollte. Als wir da waren hatten wir sogar gutes Wetter!!! Alles dank dem Navi das uns waehrend des Regens staendig im Kreis gefuehrt hat.
![]() |
| Unser Auto am Rastplatz |
![]() |
| Aussicht vom Rastplatz |
Hier in Suedafrika wird ziemlich viel Nashorn gewildert, weil irgendwelche Leute in China und drum herum glauben, dass das Horn des Nashorns magische Wirkungen haette - und von diesen Leuten gibt es leider eine ganze Menge. In sofern ist natuerlich das Horn sehr viel wert, obwohl es sich dabei nur um Horn handelt, genauso wie bei unseren Fingernaegeln und den Hufen von Pferden.
Die Wilderer sind meistens von groesseren Organisationen bezahlt und finden sich wie Sand am Meer. Es ist also nicht damit getan, die Jaeger selbst festzunehmen, sondern man muesste den gesamten Apparat dahinter hochgehen lassen und das ist natuerlich nicht ganz so einfach.
Mit dem Elfenbein wurde das folgendermassen gehandhabt: Die Nationalparks hatten seit langem das Elfenbein der natuerlich verstorbenen Elefanten gesammelt (ebenso wie die Hoerner der Rhinos) und als ein Gesetz aufgestellt wurde, dass das Elfenbein legal gehandelt werden darf, haben sie den Markt damit so ueberschwemmt, dass es ploetzlich nichts mehr wert war und niemand mehr Leute fuers wildern bezahlt hat. Das Problem beim Rhino liegt wohl darin, dass die Regierung Angst vor China hat. Dort verdienen sich die Leute mit dem Nashorn-Geschaeft naemlich dumm und daemlich und taeten das natuerlich nicht mehr, wenn es ploetzlich seinen Wert verloere. Es steckt also Politik dahinter.
Am naechsten morgen (der 1.2.) war Michael schon weg, als wir aufgestanden sind. Kerstin wollte unbedingt reiten und hat uns fuer nachmittags was in Sabie organisiert. Ausserdem war das der Tag an dem wir unsere ersten Malaria-Tabletten eingenommen haben, um der Krankheit vorzubeugen. Zusaetzlich haben wir uns noch ein gutes Mueckenabwehrmittel besorgt. Das Medikament sollte wohl starke Nebenwirkungen haben und wir machten uns darueber natuerlich Sorgen, aber wir bekamen zum Glueck keine.
![]() |
| Die Bridal Veil Falls |
![]() |
| Kerstin ganz nass |
Vormittags sind wir dann nach Sabie gefahren und haben uns die Wasserfaelle angesehen - davon gibts hier ne ganze Menge: Die Lone Creek Falls, die Bridal Veil Falls, die Horseshoe Falls und die Sabie Falls. Zu den Horseshoe haben wir es aufgrund der furchtbaren Strasse nicht geschafft, aber die Lone Creek und Bridal Veil Falls waren schon ziemlich cool. Aufgrund des vielen Regens in Gauteng (in Pretoria waren am 31.1. nachmittags sogar Strassen wegen Ueberflutung gesperrt) fuehrten die auch ziemlich viel Wasser und es war so viel Nebel in der Luft, dass wir mal wieder total durchnaesst wurden - war aber trotzdem cool.
Die Landschaft ist auch wunderschoen und ueberall wachsen Lilien an den Strassenraendern, was mir persoenlich super gut gefaellt.
![]() |
| Ich vor den Bridal Veil Falls |
![]() |
| Ein Andenkenstand, die gabs da überall |
![]() |
| Kerstin und ich trocken in Sabie |
![]() |
| Kerstin an den MacMac Pools |
![]() |
| MacMac Pools |
Wir mussten noch die ganze Strecke bis Phalaborwa zuruecklegen, wo unser Eingang zum Kruger Park ist. Die Strasse war erst herrlich gerade und man konnte ziemlich schnell fahren und gerade als es dunkel wurde, war ich hinter einem LKW gefangen. Ich konnte nicht weit genug sehen um zu ueberholen und zu allem Ueberfluss war die ganze Strasse voller Schlagloecher (Potholes) sodass man eh nicht schnell fahren konnte. Die Warnung, nicht nachts zu fahren hatte somit durchaus seine Berechtigung. Es war jedenfalls eine ziemliche Zerreissprobe fuer unsere Nerven, denn die Schlagloecher in diesem Land sind echt schlimm. Zwischen 20 und 60 cm im Durchmesser, meistens kreisrund und 20 oder mehr cm tief mit einem Rand, als haette die jemand ausgestanzt. Und dann nicht nur hin und wieder mal eins, sondern teilweise so schlimm, dass man die eigene Strassenseite teilweise nicht benutzen konnte.
Somit sind wir dann erst um kurz vor 8 statt - wie vom Navi vorhergesagt - um 7 angekommen und waren fix und fertig. Ausser uns war nur eine andere Person im Hostel und abends sind wir dann noch lecker Essen gegangen. Ich habe uns zum Nachtisch einen Malva Pudding bestellt. Kerstin mochte ihn nicht, ich fand ihn super. Pudding auf englisch ist NICHT das gleiche, wie Pudding auf Deutsch, sondern eher eine Art Sammelbezeichnung fuer Kuchenartige Nachtische. Der Malva Pudding ist eine art Kuchen, der nur halb gebacken wurde und deshalb ne interessante Konsistenz hat. Schmeckt ein bisschen nach Karamell und wird mit Vanillesauce oder Eis gegessen. Ich hab ein Rezept mitgebracht, also kann ich den zuhause mal ausprobieren.
Abends haben wir dann anschliessend beide ziemlich schlecht geschlafen, weil so viele Muecken da waren und natuerlich hatten wir dann beide auch schon den Gedanken an die Malaria im Kopf. Ich bin dann mitten in der Nacht ins Bad gegangen und hab mich nochmal mit Tabard (dem Mueckenmittel) eingeschmiert und danach gings bei mir zum Glueck ganz gut.
So - auf den naechsten Bericht muesst ihr bis morgen warten. Da gehts um den Kruger Park und die vielen wilden Tiere, mit denen wir uns angelegt haben. Ihr duerft gespannt sein, was wir so alles erlebt haben.













Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen