Mittwoch, 19. Februar 2014

Tag 84 - Auf Ponys durch Lesotho

Am 8.2. sind wir von Dundee nach Underberg gefahren - und das fast in einem Stück. Unsere einzigen Unterbrechungen waren zwei Tankstopps und eine Panne...
Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass das Gaspedal nicht mehr richtig funktionierte. Wenn ich draufgetreten habe, kam kaum eine Reaktion und ich war der Meinung, dass sich das normalerweise auch weiter treten ließ, als die wenigen Zentimeter, die ich zu dem Zeitpunkt zu Stande brachte. Also haben wir am Straßenrand angehalten, nachdem wir uns vergewissert hatten, dass sonst niemand hielt und ich habe mir das Gaspedal angeguckt. Das Problem war dann doch nicht so schwerwiegend, wie wir zuerst gedacht hatten. Wenn es was schlimmes gewesen wäre, wäre das auch echt gemein gewesen, weil wir ja nicht mitten im Nirgendwo liegenbleiben wollten. Das triviale Problem war einfach nur, dass bei dem letzten Schlagloch - und seit dort hatte ich das Problem - der Hebel zum Öffnen der Motorhaube abgefallen war und sich unter dem Gaspedal verkeilt hatte. Ich musste ihn also nur wieder an den ursprünglichen Platz montieren und schon war der Schaden behoben. Wir lernen daraus: Der Chevrolet Spark ist ein Bausatz-Auto, was man ganz einfach ineinanderstecken kann - wie Lego.
Um zu unserem Ziel, dem Khotso Hostel und Horse Trails zu kommen, mussten wir die schlimmste Dirt Road entlangfahren, die uns bis dahin untergekommen ist. Das bewog uns somit auch zu der Entscheidung, in Underberg keine Tagesausflüge zu unternehmen, damit wir die Straße nur noch genau einmal selbst fahren müssen - nämlich bei der Abreise.

Schafe streicheln
Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, sind wir zum Pool gegangen - nur dass der hier nicht einfach so im Garten ist, sondern 1,5 km weit entfernt. Der Pool ist nämlich ein Naturpool der von einem Wasserfall gespeist wird. Er hat auch eine etwa 6 m hohe Plattform zum reinspringen und liegt ganz idyllisch zwischen den Wiesen. Wir haben uns nur leider etwas ungeschickt angestellt, als wir versucht haben, den Pool zu finden. Die Wegbeschreibung war: "Nach der Sattelkammer rechts (das war der triviale Teil), dann müsst ihr durch einen Zaun steigen und dann einfach nur dem Trampelpfad folgen."
Wir haben ein Fohlen getroffen
Wir sind dummerweise erstmal durch 2 falsche Zäune gestiegen, über die Pferdewiesen gelaufen und nicht weitergekommen. Beim zweiten Zaun waren wir dann aber einfach nur auf der falschen Seite, mussten auf die angrenzende Wiese und von da aus kam man dann tatsächlich auch an. Dummerweise hatte sich bis zu unserer Ankunft die Sonne verzogen und irgendwo kündigte sich ein Gewitter an (wie wir später erfahren haben, war das in Lesotho).Wir sind trotzdem schwimmen gegangen, auch wenn Kerstin das Wasser etwas zu kalt war. Ich bin sogar von der Plattform gesprungen. Selbstverstänlich erst nachdem ich getestet hatte, ob das Wasser dort auch tief genug ist.
Als wir später beim Abendessen waren, kamen diejenigen zurück, die gerade die Ponytrekking-Tour gemacht haben, auf die wir als nächstes gehen wollten. Sie waren mitten im Gebirge von dem Gewitter überrascht worden, das wir gehört hatten und mussten das dann unter einen winzigen Überhang gekauert aussitzen. Die beiden waren ziemlich fertig mit den Nerven und ziemlich nass. Sie haben uns noch wertvolle Tipps gegeben, was wir mitnehmen sollten und was nicht und vor allem, dass die Satteltaschen nicht wasserdicht seien und wir zusätzlich alles in Tüten verpacken müssten. Davon abgesehen waren sie aber restlos begeistert und der Meinung, dass sie nie etwas besseres gemacht hätten.

Der Grenzübergang
Am nächsten Morgen mussten wir dann bei den Mitarbeiterinnen unsere eingepackten Sachen vorzeigen und einige Sachen zurücklassen, die wir uns auch teilen konnten, wie Deo, Bürste und Shampoo. Die Sattelatschen sind wirklich klein und es muss außer unserer Kleidung auch noch was zu Essen für Unterwegs und ein paar Vorräte rein.
Kerstin am Grenzübergang
Als wir zum Paddock kamen, in dem die Pferde vorbereitet wurden, standen dort drei Schimmel und Kerstin mag eigentlich gar keine Schimmel. Die Basotho Ponys sind etwa Endmaßponys (also ungefähr 1,48 m groß, für alle die mit Endmaß nichts anfangen können), relativ zierlich und auf der Fahrt haben wir erfahren, dass sie sogar tölten können. Unsere sind dafür aber scheinbar nicht ausgebildet. Mein Pony hat es nämlich nie gemacht und die anderen beiden auch nicht.
So sah der Ritt aus meiner Perspektive aus
Wir sind mit dem Pferdeanhänger zum Grenzübergang gefahren, haben dort die Ponys gesattelt und Auto und Anhänger zurückgelassen. Wir haben den Grenzübergang reitend überquert und direkt nach der Kontrolle hört die Straße einfach auf und ging über in einen Trampelpfad, der erst duch zwei Flüsse und dann durch ein wunderschönes grünes Tal führte. Ringsherum sieht man die höchsten Teile der Drakensberge und irgendwo in der Gegend steht auch der größte Berg des südlichen Afrikas mit 3000 und noch was Metern. Das war aber nicht unser Ziel. In Lesotho ist das mit dem Wetter etwa so wie in Jo'burg. Morgens ist es sehr schön, warm und sonnig und nachmittags gibt es ein kräftiges Gewitter. Das war auch der Grund, weshalb die andere Gruppe in dem Gewitter feststeckte. Sie hatten getrödelt.





Wir reiten einen Berg hoch

Ausblick aufs Tal

Da sind wir langgeritten
Da ist das Gewitter!
 Der Weg führte irgendwann relativ steil bergauf und ich war an dem Punkt schon erstaunt, wie mühelos unsere Ponys (meins hieß übrigens Rambo und Kerstins Nandos) das machten. Im Endeffekt war das für die noch gar keine Steigung. Das kam nämlich erst später. Wir sind alte Eselpfade geritten und ich habe echt Respekt vor den Leuten, die diese Pfade angelegt haben. Die führen nämlich im Zickzack den Berg herauf, sind voller Geröll und großer Findlinge, über die unsere Ponys rüberklettern müssen. Teilweise hätte ich davor zu Fuß schon riesigen Respekt gehabt, aber vom Pony aus sieht das noch viel gefährlicher aus. Insofern habe ich den Selbsterhaltungstrieb der Tiere sehr zu schätzen gelernt. Sie suchten sich zwar manchmal Wege aus, die ich nicht genommen hätte - und gerade Rambo war da sehr eigen - aber sie konnten sie immer bewältigen und das meistens ohne zu stolpern. Ich wusste echt nicht, dass ein Pferd so etwas kann.

Kurz vor der Mittagspause

Da gibts was zu sehen!

Dori hoch zu Ross
Gegen Mittag bezog es sich dann und wir konnten die dunklen Gewitterwolken fast auf Augenhöhe beobachten, da wir in kurzer Zeit bis auf 2500 Höhenmeter geklettert waren. Statt an der eigentlichen Mittagessens-Stelle zu halten sind wir dann wegen des Gewitters weitergeritten bis zu einem Überhang, wo wir abwarten wollten, bis es weitergezogen ist, allerdings kam es erstmal überhaupt nicht bei uns an und deshalb sind wir nach dem Essen sofort wieder aufgebrochen.

Es ging dann noch etwas höher hinauf und genau auf unserem höchsten Punkt, einer relativ freien Hochebene, hat uns das Gewitter dann doch noch eingeholt.
Dori hat nen super Ausblick
Wir hatten es noch gar nicht so nah eingeschätzt, aber Blitz und Donner kamen genau gleichzeitig an und Steven, unser Guide (ja, ich weiß, hier kommen einige Namen doppelt vor!!!), hat den Blitz sogar im Boden einschlagen sehen. Er hat uns zugerufen, wir sollten von den Ponys steigen und sie am Zügel führen. Um nicht ein gemeinsamer höchster Punkt zu sein sollten wir außerdem etwa 10 m Abstand zueinander halten - und dann sind wir auf etwa 2800 m ü NN vor dem Gewitter weggelaufen. Steven macht das überhaupt nichts aus. Der läuft Marathon und ist von der Hütte in Lesotho bis zur Grenze zu Fuß schneller als mit dem Pferd. Kerstin und ich allerdings haben ziemlich gekämpft. Man bekommt es auf dem Pferd gar nicht mit und die Ponys stört es auch nicht, aber auf dieser Höhe ist der Sauerstoffgehalt der Luft schon enorm gering verglichen mit dem was wir sonst gewohnt sind. Mir ging es teilweise richtig schlecht dabei. Zum Einen hatte ich natürlich Angst vor dem Gewitter und dann bekam ich kaum Luft und dachte, ich würde jeden Augenblick zusammenklappen.

Somit waren Kerstin und ich auch ziemlich fertig, als Steven endlich anhielt und uns aus einer Quelle etwas trinken ließ. Das Gewitter ist nämlich zum Glück nicht genau in unsere Richtung gezogen, sondern einigermaßen parallel dazu, sodass wir tatsächlich nur unter der Wolke weglaufen mussten. Alles andere hätte ich körperlich und nervlich auch nicht ausgehalten. Und nein - ich übertreibe hier nicht: Das ist SAUanstrengend!!!


Wir reiten auf dem ganz schmalen Pfad

Unsere Lodge

Dann sind wir auf einem winzigen schmalen Pfad am Berg entlanggeritten und irgendwann kam unsere Lodge dann in Sicht. Das Dorf drumherum besteht aus vereinzelten kleinen Hütten, dazwischen laufen Hunde, Pferde und Esel herum und am Berghang bauen die Bewohner auf kleinen Feldern Nahrung an und lassen ihr Vieh weiden.Kurz bevor wir die Lodge erreichten, wurden wir von einem Hund begrüßt. Steve hat ihn Baby Boy getauft, allerdings wird er den Namen wohl bald in Big Boy ändern, weil Baby Boy mittlerweile ein Teenager ist. So sieht er jedenfalls aus. Außerdem hat er wohl Flöhe oder irgendwelche anderen Parasiten, denn er kratzt sich die ganze Zeit irgendwo. Steven hat ihm extra ein Mittel dagegen mitgebracht und wollte, dass das irgendwer aufträgt, aber das hat scheinbar keiner getan.
Das ist mein Hund!
An der Lodge wartete Cossy, ein Basotho Junge, der für Steven die Pferde ausbildet und nachts auf sie aufpasst. Pferde sind in Lesotho nämlich so ziemlich das wertvollste, was man besitzen kann und werden insofern besonders gerne geklaut. Vor allem, wenn sie einfach frei herumlaufen, so wie unsere. Eines der Ponys die gerade dort waren wurde auch schonmal geklaut und der Stamm, der es hatte, hat ihm ein Loch ins Ohr gemacht, um es zu markieren, aber Steven hat es offensichtlich zurückgeklaut. So läuft das eben in Lesotho.
Die Küche
Die Sitzecke
Die Lodge selbst ist sehr geräumig und kann bis zu 8 Gäste beherbergen, allein 3 davon in meinem Zimmer, das ein Doppelbett und ein Einzelbett hat. Kerstin hat das Zimmer gegenüber mit einem Doppelbett und Steven schläft auf der Couch, obwohl noch genug andere Betten frei sind. Es gibt einen großen Wohn-/Koch-/Essbereich, der von einem Holzofen beheizt werden kann und ein Badezimmer mit fließend Wasser und einem Holzofen für warme Duschen. Die Dusche und die dazugehörige Heizeinheit sind komplett selbstgemacht aus Kupferrohren. Die Toilette ist draußen in einer kleinen Wellblechhütte, riecht aber nicht zu schlecht (ist ja ein Plumpsklo) und hat sogar eine richtige Klobrille.
Strom gibt es natürlich keinen. Dafür stehen für nachts viele Petroleumlampen zur Verfügung und die waren wir ja schon aus dem Krugerpark gewohnt.
Nach Baby Boy haben wir dann noch den zweiten Hund kennengelernt. Eine goldene Hündin, sehr schüchtern aber total hübsch. Steven füttert die beiden immer, weil die Besitzer es scheinbar nicht tun. Für seinen nächsten Besuch will er den beiden sogar eine Wurmkur besorgen.


Blick vom Berg auf die Lodge
Ausblick vom Berg
Nachmittags ist Steven mit uns noch zur Höhle gegangen. Die ist von der Lodge nur 10 Minuten Fußweg entfernt und man hat von dort aus einen wahnsinnig tollen Ausblick über das Tal und den Fluss.
Für abends hat Steven uns ein richtig leckeres Essen gekocht, von dem auch Cossy und sein Freund David mit satt geworden sind. Das mit der Dusche hat an dem Abend für mich allerdings nicht so gut geklappt. Ich habe als letzte geduscht, als das Feuer schon sehr weit runtergebrannt war und das Wasser kaum noch aufgeheizt hat.

Ausblick von der Höhle aus

noch mehr Ausblick

und noch mehr

und noch mehr

wir vor dem Ausblick

Das kleine Mädchen von nebenan

Unsere Pferde vor der Lodge

Am nächsten Morgen hat uns Steven früh geweckt und uns ein leckeres Frühstück gekocht. Hier gibts ja genau wie in Großbritannien und Irland das herzhafte Frühstück mit Bacon und co. Dazu gabs dann Porridge (so was wie Haferschleim).
Steven ist in diesem Dorf scheinbar der Hauptarbeitsgeber. Neben Cossy beschäftigt er nämlich noch eine Frau, die die Lodge putzt. Ich habe ihr mein lila T-Shirt geschenkt, was ich am Tag vorher getragen habe. Es hat ein paar Löcher und war nicht gewaschen, aber sie hat sich riesig gefreut. Mit dem Waschen nehmen es die Leute in Lesotho wohl eh nicht so genau. Die Jungs riechen jedenfalls sehr streng. Und mit sehr streng meine ich: Ich habe noch nie vorher jemanden getroffen, der SO sehr riecht.

Ausblick

Wir sind unterwegs

Stevens Pony auf dem steilen Pfad
Das Haus des Häuptlings
  Auf unserem Ritt ging es an dem Tag durch die beiden Dörfer in der Umgebung. Erst haben wir den Häuptling besucht und es waren gerade zwei Jungs dabei, seine Kuh zu melken, also habe ich gefragt, ob wir das auch mal versuchen könnten. Wir durften und wir haben es auch geschafft, ein bisschen Milch zu zapfen, aber so wirklich gut waren wir nicht. Die Jungs haben anschließend binnen weniger Minuten ihren Eimer gefüllt und wir hätten dafür sicher noch eine Stunde gebraucht.




Kerstin und ich beim Häuptling
Dann haben wir noch die Rundhütte einer Familie besichtigt und Fotos mit den Kindern gemacht. Die drucke ich aus, wenn ich zuhause bin und schicke sie an Steven, damit er sie den Familien mitbringen kann. Irgendwie beneide ich die Familien um ihren Lebensstil. Sie müssen sich um nichts anderes Sorgen machen, als ihre Nahrung anzubauen. Mit allem anderen scheinen sie total zufrieden zu sein. Und es ist so einfach, ihnen eine Freude zu machen. Die Kinder gehen auch fast alle zur Schule. Die Schule ist zwar klein, aber sie wird mit Freiwilligen-Projekten immer weiter ausgebaut. Außerdem freuen sich die Kinder total über uns. Sie haben immer gewunken, wenn wir weitergeritten sind. Es gibt auch ein kleines Krankenhaus in einem größeren Dorf (ich bezweifle, dass Lesotho tatsächlich so was wie eine Stadt hat), in dem europäische und amerikanische Ärzte arbeiten und die medizinische Versorgung ist kostenlos. Ich nehme an, dass es sich dabei um Ärzte ohne Grenzen oder etwas vergleichbares handelt.


Ich melke die Kuh

Wir besichtigen die Schule

Kerstin und ich mit den Kindern

die Kinder, die wir besucht haben

alte Felsmalereien
schöne Landschaft
Nach der Dorfbesichtigung sind wir runter ins Tal geritten, wo wir  gefühlt alle 5 Minuten den Fluss überqueren mussten. Wir haben eine kurze Pause bei alten Höhlenmalereien gemacht und dann eine längere an einer Stelle, wo man im Fluss schwimmen konnte. Wir sind von einem Stein ins Wasser gesprungen und uns dann von der Strömung etwas weiter flussabwärts ans Land treiben lassen. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht. Zum Mittagessen hatte uns Steven wieder Sandwiches gemacht und dummerweise hatte er Zwiebeln drauf gemacht. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, sonst hätte ich ihm ja gesagt, dass ich die nicht mag. Aber welcher normale Mensch macht denn Zwiebeln auf ein Sandwich? Das ist doch ekelhaft.




noch mehr Landschaft


Ich springe in den Fluss

Dann treiben wir die Strömung entlang

Und hier können wir uns entspannen

Kerstin und ich unterwegs
auch unterwegs
Nach dem Mittagessen haben wir die Satteltaschen - Kerstin und ich haben uns welche geteilt - auf Kerstins Pferd verladen und uns trockene Sachen angezogen. Dann ging es durch den Fluss auf die andere Seite und wie immer ist mein Pferd wo anders langgegangen, als die anderen. Nur dass es sich dieses mal dummerweise eine tiefe Stelle ausgesucht hatte und plötzlich einfach unter mir verschwand. Nach einem kurzen Schock habe ich es dann geschafft, abzusteigen und neben Rambo her zu schwimmen. Er ist dann zum Glück auch irgendwann wieder aufgetaucht - er war nämlich komplett unter Wasser. Die anderen an Land hatten ziemlich Angst, dass wir abgetrieben werden und gegen den großen Felsen prallen. Ich hatte eigentlich nur Angst um Rambo, immerhin kann ich schwimmen. Insofern war es auch gut, dass Kerstin die Satteltaschen hatte, sonst wäre deren Inhalt auch komplett durchnässt worden. Ich musste mehrmals meine Stiefeletten ausleeren - das ist eben ein Nachteil an wasserdichten Schuhen - und habe dann meine Socken an einer Leine an den Sattel gebunden. In der Sonne sind wir zum Glück schnell wieder getrocknet.


Baby-Baby boy und ich
Also sind wir ins nächste Dorf weitergeritten, wo Steven was einkaufen wollte und wir haben einen Blick in einen Lebensmittelladen werfen können. Der war etwa so, wie ich mir das vorgestellt hatte bis darauf, dass er eben auch Kleidung und Schuhe verkaufte. Draußen haben die Frauen dann ihre Einkäufe immer auf dem Kopf nach Hause getragen - egal, was es war. Das ist echt beeindruckend.
Als dann Wolken aufzogen sind wir eilig zurückgeritten und sind genau mit dem Anfang des Regens an der Lodge angekommen. Den restlichen Nachmittag über haben Kerstin und ich dann Rommee, Domino, Wer bin ich und Black Stories gespielt - so wie am Abend vorher, während Steven ein Brot gebacken hat. Wir haben dann auch noch Besuch von Baby Baby Boy - dem ganz kleinen Welpen von nebenan - bekommen und ihn mit dem restlichen Brotteig aus der Schüssel gefüttert. Der ist noch ganz winzig und total kuschelig.

ist der nicht süß?

Die Sättel unserer Ponys sind übrigens total bequem, aber sie scheuern an den Beinen. Kerstin hatte nach dem ersten Tag total blaue Flecken und ich hatte nach diesem Tag auch welche.

Mein Hund

Ausblick aus dem Fenster

ein Einwohner aus Lesotho
Suchbild: Wo bin ich?
Am nächsten Morgen hat uns Steven wieder sehr früh geweckt und ein leckeres Frühstück serviert. Nach einem ausgiebigen Kuscheln mit den Hunden haben wir uns auf den Weg gemacht. Cossy und David sind auch zur Grenze geritten, um die drei Pferde, die sie zum Ausbilden in Lesotho hatten zurückzubringen und neue abzuholen. Das sechste Pferd lief einfach frei mit. Die beiden Jungs haben einen anderen Weg genommen als wir und waren somit eher an der Grenze. Wir sind zum Wasserfall geritten um zu baden. Es war nämlich morgens um 8 schon wahnsinnig heiß.Das Wasser vom Wasserfall ist dagegen saukalt - etwa die Temperatur vom Atlantik in Kapstadt. Ich bin trotzdem etwas geschwommen und sogar Kerstin kamnach einigem Zögern ins Wasser. Nachdem ich Steven dann erzählt habe, was ich in Jo'burg gemacht habe, habe ich ihm spontan auf Rambo etwas vorgeturnt und der hat sich das einfach so gefallen lassen. Als wir weitergeritten sind, wollte Steven sich beeilen, weil er Angst hatte, dass es wieder ein Gewitter geben könnte. Wir sind unter anderem bergab getrabt und das ist total unangenehm. Dabei habe ich wohl auch die Kamera kaputt gemacht, die ich in einer Tasche am Sattel festgebunden hatte und jetzt ist drinnen irgendwas abgebrochen. Dabei wollte ich eigentlich filmen, wie die Pferde den Berg hinunterklettern, den wir zwei Tage vorher hinaufgeritten sind. Bergab ist ja noch viel viel abenteuerlicher.


Ich turne am Wasserfall

Rambo und ich

Ich turne auf Rambo

und noch mehr geturne
An der Grenze haben Cossy und David am Transporter gewartet, wo sie ihre 4 neuen Pferde in Empfang genommen haben. Die Pferde wurden noch nie geritten und die Jungs sollten sie bis zum Dorf zurückreiten - das machen die wohl immer so. Halte ich nicht für richtig, spreche ich aber nicht an. Immerhin sind wir abgefahren, bevor die beiden so weit waren, dass sie aufsteigen. Mein GPS sagt, dass wir insgesamt etwa 60 km geritten sind in den drei Tagen.
Kerstin war so erschöpft, dass sie auf der Fahrt eingeschlafen ist. Anschließend sind wir nochmal zum Pool gegangen, weil es immernoch so heiß war und der Schäferhund Karoo kam mit. Er spielt für sein Leben gerne Stöckchen holen und aus dem Hostel spielt schon keiner mehr mit ihm, weil sie so genervt sind. Das problematische ist allerdings, dass er offensichtlich Schmerzen in einem Bein hat und das kaum noch benutzt. Spielen will er aber trotzdem noch. Ich habe mich sogar 2 mal getraut, von der Plattform zu springen und Kerstin einmal. Abends sind wir dann mit den Leuten vom Hostel Essen gegangen. Die hatten das eh vor und wir hatten keine Lebensmittel mehr. Das Essen gehen war richtig cool und wir haben uns super mit den Hostelmitarbeitern verstanden. Wir waren übrigens mal wieder die einzigen Gäste.

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