Am 8.2. sind wir von Dundee nach Underberg gefahren - und das fast in
einem Stück. Unsere einzigen Unterbrechungen waren zwei Tankstopps und
eine Panne...
Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass das Gaspedal
nicht mehr richtig funktionierte. Wenn ich draufgetreten habe, kam kaum
eine Reaktion und ich war der Meinung, dass sich das normalerweise auch
weiter treten ließ, als die wenigen Zentimeter, die ich zu dem Zeitpunkt
zu Stande brachte. Also haben wir am Straßenrand angehalten, nachdem
wir uns vergewissert hatten, dass sonst niemand hielt und ich habe mir
das Gaspedal angeguckt. Das Problem war dann doch nicht so
schwerwiegend, wie wir zuerst gedacht hatten. Wenn es was schlimmes
gewesen wäre, wäre das auch echt gemein gewesen, weil wir ja nicht
mitten im Nirgendwo liegenbleiben wollten. Das triviale Problem war
einfach nur, dass bei dem letzten Schlagloch - und seit dort hatte ich
das Problem - der Hebel zum Öffnen der Motorhaube abgefallen war und
sich unter dem Gaspedal verkeilt hatte. Ich musste ihn also nur wieder
an den ursprünglichen Platz montieren und schon war der Schaden behoben.
Wir lernen daraus: Der Chevrolet Spark ist ein Bausatz-Auto, was man
ganz einfach ineinanderstecken kann - wie Lego.
Um zu unserem
Ziel, dem Khotso Hostel und Horse Trails zu kommen, mussten wir die
schlimmste Dirt Road entlangfahren, die uns bis dahin untergekommen ist.
Das bewog uns somit auch zu der Entscheidung, in Underberg keine
Tagesausflüge zu unternehmen, damit wir die Straße nur noch genau einmal
selbst fahren müssen - nämlich bei der Abreise.
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| Schafe streicheln |
Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, sind wir zum Pool gegangen -
nur dass der hier nicht einfach so im Garten ist, sondern 1,5 km weit
entfernt. Der Pool ist nämlich ein Naturpool der von einem Wasserfall
gespeist wird. Er hat auch eine etwa 6 m hohe Plattform zum reinspringen
und liegt ganz idyllisch zwischen den Wiesen. Wir haben uns nur leider
etwas ungeschickt angestellt, als wir versucht haben, den Pool zu
finden. Die Wegbeschreibung war: "Nach der Sattelkammer rechts (das war
der triviale Teil), dann müsst ihr durch einen Zaun steigen und dann
einfach nur dem Trampelpfad folgen."
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| Wir haben ein Fohlen getroffen |
Wir sind dummerweise erstmal
durch 2 falsche Zäune gestiegen, über die Pferdewiesen gelaufen und
nicht weitergekommen. Beim zweiten Zaun waren wir dann aber einfach nur
auf der falschen Seite, mussten auf die angrenzende Wiese und von da aus
kam man dann tatsächlich auch an. Dummerweise hatte sich bis zu unserer
Ankunft die Sonne verzogen und irgendwo kündigte sich ein Gewitter an
(wie wir später erfahren haben, war das in Lesotho).Wir sind trotzdem
schwimmen gegangen, auch wenn Kerstin das Wasser etwas zu kalt war. Ich
bin sogar von der Plattform gesprungen. Selbstverstänlich erst nachdem
ich getestet hatte, ob das Wasser dort auch tief genug ist.
Als
wir später beim Abendessen waren, kamen diejenigen zurück, die gerade
die Ponytrekking-Tour gemacht haben, auf die wir als nächstes gehen
wollten. Sie waren mitten im Gebirge von dem Gewitter überrascht worden,
das wir gehört hatten und mussten das dann unter einen winzigen
Überhang gekauert aussitzen. Die beiden waren ziemlich fertig mit den
Nerven und ziemlich nass. Sie haben uns noch wertvolle Tipps gegeben,
was wir mitnehmen sollten und was nicht und vor allem, dass die
Satteltaschen nicht wasserdicht seien und wir zusätzlich alles in Tüten
verpacken müssten. Davon abgesehen waren sie aber restlos begeistert und
der Meinung, dass sie nie etwas besseres gemacht hätten.
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| Der Grenzübergang |
Am nächsten Morgen mussten wir dann bei den Mitarbeiterinnen unsere
eingepackten Sachen vorzeigen und einige Sachen zurücklassen, die wir
uns auch teilen konnten, wie Deo, Bürste und Shampoo. Die Sattelatschen
sind wirklich klein und es muss außer unserer Kleidung auch noch was zu
Essen für Unterwegs und ein paar Vorräte rein.
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| Kerstin am Grenzübergang |
Als wir zum Paddock
kamen, in dem die Pferde vorbereitet wurden, standen dort drei Schimmel
und Kerstin mag eigentlich gar keine Schimmel. Die Basotho Ponys sind
etwa Endmaßponys (also ungefähr 1,48 m groß, für alle die mit Endmaß
nichts anfangen können), relativ zierlich und auf der Fahrt haben wir
erfahren, dass sie sogar tölten können. Unsere sind dafür aber scheinbar
nicht ausgebildet. Mein Pony hat es nämlich nie gemacht und die anderen
beiden auch nicht.
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| So sah der Ritt aus meiner Perspektive aus |
Wir sind mit dem Pferdeanhänger zum
Grenzübergang gefahren, haben dort die Ponys gesattelt und Auto und
Anhänger zurückgelassen. Wir haben den Grenzübergang reitend überquert
und direkt nach der Kontrolle hört die Straße einfach auf und ging über
in einen Trampelpfad, der erst duch zwei Flüsse und dann durch ein
wunderschönes grünes Tal führte. Ringsherum sieht man die höchsten Teile
der Drakensberge und irgendwo in der Gegend steht auch der größte Berg
des südlichen Afrikas mit 3000 und noch was Metern. Das war aber nicht
unser Ziel. In Lesotho ist das mit dem Wetter etwa so wie in Jo'burg.
Morgens ist es sehr schön, warm und sonnig und nachmittags gibt es ein
kräftiges Gewitter. Das war auch der Grund, weshalb die andere Gruppe in
dem Gewitter feststeckte. Sie hatten getrödelt.
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| Wir reiten einen Berg hoch |
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| Ausblick aufs Tal |
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| Da sind wir langgeritten |
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| Da ist das Gewitter! |
Der Weg führte irgendwann relativ steil bergauf und ich war an dem Punkt
schon erstaunt, wie mühelos unsere Ponys (meins hieß übrigens Rambo und
Kerstins Nandos) das machten. Im Endeffekt war das für die noch gar
keine Steigung. Das kam nämlich erst später. Wir sind alte Eselpfade
geritten und ich habe echt Respekt vor den Leuten, die diese Pfade
angelegt haben. Die führen nämlich im Zickzack den Berg herauf, sind
voller Geröll und großer Findlinge, über die unsere Ponys rüberklettern
müssen. Teilweise hätte ich davor zu Fuß schon riesigen Respekt gehabt,
aber vom Pony aus sieht das noch viel gefährlicher aus. Insofern habe
ich den Selbsterhaltungstrieb der Tiere sehr zu schätzen gelernt. Sie
suchten sich zwar manchmal Wege aus, die ich nicht genommen hätte - und
gerade Rambo war da sehr eigen - aber sie konnten sie immer bewältigen
und das meistens ohne zu stolpern. Ich wusste echt nicht, dass ein Pferd
so etwas kann.
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| Kurz vor der Mittagspause |
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| Da gibts was zu sehen! |
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| Dori hoch zu Ross |
Gegen Mittag bezog es sich dann und wir konnten die dunklen
Gewitterwolken fast auf Augenhöhe beobachten, da wir in kurzer Zeit bis
auf 2500 Höhenmeter geklettert waren. Statt an der eigentlichen
Mittagessens-Stelle zu halten sind wir dann wegen des Gewitters
weitergeritten bis zu einem Überhang, wo wir abwarten wollten, bis es
weitergezogen ist, allerdings kam es erstmal überhaupt nicht bei uns an
und deshalb sind wir nach dem Essen sofort wieder aufgebrochen.
Es
ging dann noch etwas höher hinauf und genau auf unserem höchsten Punkt,
einer relativ freien Hochebene, hat uns das Gewitter dann doch noch
eingeholt.
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| Dori hat nen super Ausblick |
Wir hatten es noch gar nicht so nah eingeschätzt, aber Blitz
und Donner kamen genau gleichzeitig an und Steven, unser Guide (ja, ich
weiß, hier kommen einige Namen doppelt vor!!!), hat den Blitz sogar im
Boden einschlagen sehen. Er hat uns zugerufen, wir sollten von den Ponys
steigen und sie am Zügel führen. Um nicht ein gemeinsamer höchster
Punkt zu sein sollten wir außerdem etwa 10 m Abstand zueinander halten -
und dann sind wir auf etwa 2800 m ü NN vor dem Gewitter weggelaufen.
Steven macht das überhaupt nichts aus. Der läuft Marathon und ist von
der Hütte in Lesotho bis zur Grenze zu Fuß schneller als mit dem Pferd.
Kerstin und ich allerdings haben ziemlich gekämpft. Man bekommt es auf
dem Pferd gar nicht mit und die Ponys stört es auch nicht, aber auf
dieser Höhe ist der Sauerstoffgehalt der Luft schon enorm gering
verglichen mit dem was wir sonst gewohnt sind. Mir ging es teilweise
richtig schlecht dabei. Zum Einen hatte ich natürlich Angst vor dem
Gewitter und dann bekam ich kaum Luft und dachte, ich würde jeden
Augenblick zusammenklappen.
Somit waren Kerstin und ich auch
ziemlich fertig, als Steven endlich anhielt und uns aus einer Quelle
etwas trinken ließ. Das Gewitter ist nämlich zum Glück nicht genau in
unsere Richtung gezogen, sondern einigermaßen parallel dazu, sodass wir
tatsächlich nur unter der Wolke weglaufen mussten. Alles andere hätte
ich körperlich und nervlich auch nicht ausgehalten. Und nein - ich
übertreibe hier nicht: Das ist SAUanstrengend!!!
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| Wir reiten auf dem ganz schmalen Pfad |
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| Unsere Lodge |
Dann sind wir auf einem winzigen schmalen Pfad am Berg
entlanggeritten und irgendwann kam unsere Lodge dann in Sicht. Das Dorf
drumherum besteht aus vereinzelten kleinen Hütten, dazwischen laufen
Hunde, Pferde und Esel herum und am Berghang bauen die Bewohner auf
kleinen Feldern Nahrung an und lassen ihr Vieh weiden.Kurz bevor
wir die Lodge erreichten, wurden wir von einem Hund begrüßt. Steve hat
ihn Baby Boy getauft, allerdings wird er den Namen wohl bald in Big Boy
ändern, weil Baby Boy mittlerweile ein Teenager ist. So sieht er
jedenfalls aus. Außerdem hat er wohl Flöhe oder irgendwelche anderen
Parasiten, denn er kratzt sich die ganze Zeit irgendwo. Steven hat ihm
extra ein Mittel dagegen mitgebracht und wollte, dass das irgendwer
aufträgt, aber das hat scheinbar keiner getan.
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| Das ist mein Hund! |
An der Lodge wartete
Cossy, ein Basotho Junge, der für Steven die Pferde ausbildet und
nachts auf sie aufpasst. Pferde sind in Lesotho nämlich so ziemlich das
wertvollste, was man besitzen kann und werden insofern besonders gerne
geklaut. Vor allem, wenn sie einfach frei herumlaufen, so wie unsere.
Eines der Ponys die gerade dort waren wurde auch schonmal geklaut und
der Stamm, der es hatte, hat ihm ein Loch ins Ohr gemacht, um es zu
markieren, aber Steven hat es offensichtlich zurückgeklaut. So läuft das
eben in Lesotho.
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| Die Küche |
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| Die Sitzecke |
Die Lodge selbst ist sehr geräumig und kann bis
zu 8 Gäste beherbergen, allein 3 davon in meinem Zimmer, das ein
Doppelbett und ein Einzelbett hat. Kerstin hat das Zimmer gegenüber mit
einem Doppelbett und Steven schläft auf der Couch, obwohl noch genug
andere Betten frei sind. Es gibt einen großen Wohn-/Koch-/Essbereich,
der von einem Holzofen beheizt werden kann und ein Badezimmer mit
fließend Wasser und einem Holzofen für warme Duschen. Die Dusche und die
dazugehörige Heizeinheit sind komplett selbstgemacht aus Kupferrohren.
Die Toilette ist draußen in einer kleinen Wellblechhütte, riecht aber
nicht zu schlecht (ist ja ein Plumpsklo) und hat sogar eine richtige
Klobrille.
Strom gibt es natürlich keinen. Dafür stehen für nachts
viele Petroleumlampen zur Verfügung und die waren wir ja schon aus dem
Krugerpark gewohnt.
Nach Baby Boy haben wir dann noch den zweiten
Hund kennengelernt. Eine goldene Hündin, sehr schüchtern aber total
hübsch. Steven füttert die beiden immer, weil die Besitzer es scheinbar
nicht tun. Für seinen nächsten Besuch will er den beiden sogar eine
Wurmkur besorgen.
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| Blick vom Berg auf die Lodge |
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| Ausblick vom Berg |
Nachmittags ist Steven mit uns noch zur Höhle gegangen. Die ist von
der Lodge nur 10 Minuten Fußweg entfernt und man hat von dort aus einen
wahnsinnig tollen Ausblick über das Tal und den Fluss.
Für abends
hat Steven uns ein richtig leckeres Essen gekocht, von dem auch Cossy
und sein Freund David mit satt geworden sind. Das mit der Dusche hat an
dem Abend für mich allerdings nicht so gut geklappt. Ich habe als letzte
geduscht, als das Feuer schon sehr weit runtergebrannt war und das
Wasser kaum noch aufgeheizt hat.
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| Ausblick von der Höhle aus |
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| noch mehr Ausblick |
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| und noch mehr |
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| und noch mehr |
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| wir vor dem Ausblick |
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| Das kleine Mädchen von nebenan |
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| Unsere Pferde vor der Lodge |
Am nächsten Morgen hat uns Steven früh geweckt und uns ein leckeres
Frühstück gekocht. Hier gibts ja genau wie in Großbritannien und Irland
das herzhafte Frühstück mit Bacon und co. Dazu gabs dann Porridge (so
was wie Haferschleim).
Steven ist in diesem Dorf scheinbar der
Hauptarbeitsgeber. Neben Cossy beschäftigt er nämlich noch eine Frau,
die die Lodge putzt. Ich habe ihr mein lila T-Shirt geschenkt, was ich
am Tag vorher getragen habe. Es hat ein paar Löcher und war nicht
gewaschen, aber sie hat sich riesig gefreut. Mit dem Waschen nehmen es
die Leute in Lesotho wohl eh nicht so genau. Die Jungs riechen
jedenfalls sehr streng. Und mit sehr streng meine ich: Ich habe noch nie
vorher jemanden getroffen, der SO sehr riecht.
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| Ausblick |
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| Wir sind unterwegs |
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| Stevens Pony auf dem steilen Pfad |
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| Das Haus des Häuptlings |
Auf unserem Ritt ging es an dem Tag durch die beiden Dörfer in der
Umgebung. Erst haben wir den Häuptling besucht und es waren gerade zwei
Jungs dabei, seine Kuh zu melken, also habe ich gefragt, ob wir das auch
mal versuchen könnten. Wir durften und wir haben es auch geschafft, ein
bisschen Milch zu zapfen, aber so wirklich gut waren wir nicht. Die
Jungs haben anschließend binnen weniger Minuten ihren Eimer gefüllt und
wir hätten dafür sicher noch eine Stunde gebraucht.
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| Kerstin und ich beim Häuptling |
Dann haben wir
noch die Rundhütte einer Familie besichtigt und Fotos mit den Kindern
gemacht. Die drucke ich aus, wenn ich zuhause bin und schicke sie an
Steven, damit er sie den Familien mitbringen kann. Irgendwie beneide ich
die Familien um ihren Lebensstil. Sie müssen sich um nichts anderes
Sorgen machen, als ihre Nahrung anzubauen. Mit allem anderen scheinen
sie total zufrieden zu sein. Und es ist so einfach, ihnen eine Freude zu
machen. Die Kinder gehen auch fast alle zur Schule. Die Schule ist zwar
klein, aber sie wird mit Freiwilligen-Projekten immer weiter ausgebaut.
Außerdem freuen sich die Kinder total über uns. Sie haben immer
gewunken, wenn wir weitergeritten sind. Es gibt auch ein kleines
Krankenhaus in einem größeren Dorf (ich bezweifle, dass Lesotho
tatsächlich so was wie eine Stadt hat), in dem europäische und
amerikanische Ärzte arbeiten und die medizinische Versorgung ist
kostenlos. Ich nehme an, dass es sich dabei um Ärzte ohne Grenzen oder
etwas vergleichbares handelt.
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| Ich melke die Kuh |
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| Wir besichtigen die Schule |
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| Kerstin und ich mit den Kindern |
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| die Kinder, die wir besucht haben |
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| alte Felsmalereien |
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| schöne Landschaft |
Nach der Dorfbesichtigung sind wir runter ins Tal geritten, wo wir
gefühlt alle 5 Minuten den Fluss überqueren mussten. Wir haben eine
kurze Pause bei alten Höhlenmalereien gemacht und dann eine längere an
einer Stelle, wo man im Fluss schwimmen konnte. Wir sind von einem Stein
ins Wasser gesprungen und uns dann von der Strömung etwas weiter
flussabwärts ans Land treiben lassen. Das hat unheimlich viel Spaß
gemacht. Zum Mittagessen hatte uns Steven wieder Sandwiches gemacht und
dummerweise hatte er Zwiebeln drauf gemacht. Damit hatte ich überhaupt
nicht gerechnet, sonst hätte ich ihm ja gesagt, dass ich die nicht mag.
Aber welcher normale Mensch macht denn Zwiebeln auf ein Sandwich? Das
ist doch ekelhaft.
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| noch mehr Landschaft |
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| Ich springe in den Fluss |
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| Dann treiben wir die Strömung entlang |
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| Und hier können wir uns entspannen |
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| Kerstin und ich unterwegs |
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| auch unterwegs |
Nach dem Mittagessen haben wir die Satteltaschen - Kerstin und ich
haben uns welche geteilt - auf Kerstins Pferd verladen und uns trockene
Sachen angezogen. Dann ging es durch den Fluss auf die andere Seite und
wie immer ist mein Pferd wo anders langgegangen, als die anderen. Nur
dass es sich dieses mal dummerweise eine tiefe Stelle ausgesucht hatte
und plötzlich einfach unter mir verschwand. Nach einem kurzen Schock
habe ich es dann geschafft, abzusteigen und neben Rambo her zu
schwimmen. Er ist dann zum Glück auch irgendwann wieder aufgetaucht - er
war nämlich komplett unter Wasser. Die anderen an Land hatten ziemlich
Angst, dass wir abgetrieben werden und gegen den großen Felsen prallen.
Ich hatte eigentlich nur Angst um Rambo, immerhin kann ich schwimmen.
Insofern war es auch gut, dass Kerstin die Satteltaschen hatte, sonst
wäre deren Inhalt auch komplett durchnässt worden. Ich musste mehrmals
meine Stiefeletten ausleeren - das ist eben ein Nachteil an
wasserdichten Schuhen - und habe dann meine Socken an einer Leine an den
Sattel gebunden. In der Sonne sind wir zum Glück schnell wieder
getrocknet.
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| Baby-Baby boy und ich |
Also sind wir ins nächste Dorf weitergeritten, wo
Steven was einkaufen wollte und wir haben einen Blick in einen
Lebensmittelladen werfen können. Der war etwa so, wie ich mir das
vorgestellt hatte bis darauf, dass er eben auch Kleidung und Schuhe
verkaufte. Draußen haben die Frauen dann ihre Einkäufe immer auf dem
Kopf nach Hause getragen - egal, was es war. Das ist echt beeindruckend.
Als
dann Wolken aufzogen sind wir eilig zurückgeritten und sind genau mit
dem Anfang des Regens an der Lodge angekommen. Den restlichen Nachmittag
über haben Kerstin und ich dann Rommee, Domino, Wer bin ich und Black
Stories gespielt - so wie am Abend vorher, während Steven ein Brot
gebacken hat. Wir haben dann auch noch Besuch von Baby Baby Boy - dem
ganz kleinen Welpen von nebenan - bekommen und ihn mit dem restlichen
Brotteig aus der Schüssel gefüttert. Der ist noch ganz winzig und total
kuschelig.
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| ist der nicht süß? |
Die Sättel unserer Ponys sind übrigens total bequem, aber sie
scheuern an den Beinen. Kerstin hatte nach dem ersten Tag total blaue
Flecken und ich hatte nach diesem Tag auch welche.
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| Mein Hund |
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| Ausblick aus dem Fenster |
 |
| ein Einwohner aus Lesotho |
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| Suchbild: Wo bin ich? |
Am nächsten Morgen hat uns Steven wieder sehr früh geweckt und ein
leckeres Frühstück serviert. Nach einem ausgiebigen Kuscheln mit den
Hunden haben wir uns auf den Weg gemacht. Cossy und David sind auch zur
Grenze geritten, um die drei Pferde, die sie zum Ausbilden in Lesotho
hatten zurückzubringen und neue abzuholen. Das sechste Pferd lief
einfach frei mit. Die beiden Jungs haben einen anderen Weg genommen als
wir und waren somit eher an der Grenze. Wir sind zum Wasserfall geritten
um zu baden. Es war nämlich morgens um 8 schon wahnsinnig heiß.Das
Wasser vom Wasserfall ist dagegen saukalt - etwa die Temperatur vom
Atlantik in Kapstadt. Ich bin trotzdem etwas geschwommen und sogar Kerstin kamnach einigem Zögern ins Wasser. Nachdem ich Steven dann erzählt
habe, was ich in Jo'burg gemacht habe, habe ich ihm spontan auf Rambo
etwas vorgeturnt und der hat sich das einfach so gefallen lassen. Als
wir weitergeritten sind, wollte Steven sich beeilen, weil er Angst
hatte, dass es wieder ein Gewitter geben könnte. Wir sind unter anderem
bergab getrabt und das ist total unangenehm. Dabei habe ich wohl auch
die Kamera kaputt gemacht, die ich in einer Tasche am Sattel
festgebunden hatte und jetzt ist drinnen irgendwas abgebrochen. Dabei
wollte ich eigentlich filmen, wie die Pferde den Berg hinunterklettern,
den wir zwei Tage vorher hinaufgeritten sind. Bergab ist ja noch viel
viel abenteuerlicher.
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| Ich turne am Wasserfall |
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| Rambo und ich |
 |
| Ich turne auf Rambo |
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| und noch mehr geturne |
An der Grenze haben Cossy und David am Transporter gewartet, wo sie ihre 4 neuen Pferde in Empfang genommen haben. Die Pferde wurden noch nie geritten und die Jungs sollten sie bis zum Dorf zurückreiten - das machen die wohl immer so. Halte ich nicht für richtig, spreche ich aber nicht an. Immerhin sind wir abgefahren, bevor die beiden so weit waren, dass sie aufsteigen. Mein GPS sagt, dass wir insgesamt etwa 60 km geritten sind in den drei Tagen.
Kerstin war so erschöpft, dass sie auf der Fahrt eingeschlafen ist. Anschließend sind wir nochmal zum Pool gegangen, weil es immernoch so heiß war und der Schäferhund Karoo kam mit. Er spielt für sein Leben gerne Stöckchen holen und aus dem Hostel spielt schon keiner mehr mit ihm, weil sie so genervt sind. Das problematische ist allerdings, dass er offensichtlich Schmerzen in einem Bein hat und das kaum noch benutzt. Spielen will er aber trotzdem noch. Ich habe mich sogar 2 mal getraut, von der Plattform zu springen und Kerstin einmal. Abends sind wir dann mit den Leuten vom Hostel Essen gegangen. Die hatten das eh vor und wir hatten keine Lebensmittel mehr. Das Essen gehen war richtig cool und wir haben uns super mit den Hostelmitarbeitern verstanden. Wir waren übrigens mal wieder die einzigen Gäste.
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