Donnerstag, 20. Februar 2014

Tag 91 - Nach Hause

In Joburg im Flughafen habe ich versucht, für alles, was ich eingekauft hatte die Mehrwertsteuer zurückerstattet zu bekommen. Leider sind zwei meiner Belege nicht durchgegangen, darunter die Reitstiefel die mit am meisten gekostet haben, was echt ärgerlich war. Auf einem Beleg fehlte die Rechnungsnummer und auf dem anderen die Mehrwertsteuernummer. Warum stellt denn jemand solche Belege aus?

Mein Flugzeug ging um 22.20 Uhr in Richtung Dubai. Demenstprechend habe ich Joburg dann nur im Dunkeln von oben gesehen und konnte mich natürlich überhaupt nicht orientieren. Ich bin auch problemlos mit meinem übergroßen (und zu vielen) Handgepäck in den Flieger gekommen und es hat keiner was dagegen gesagt.
Obwohl mein Flugzeug fast komplett belegt war, hatte ich wieder Glück und hatte die ganzen drei Sitze für mich. Außer mir waren fast nur Chinesen oder Japaner im Flugzeug. Die sind für nachts eine ganz angenehme Gesellschaft, weil sie so leise sind. Allerdings haben die es ja super eilig. Beim reingehen konnten die überhaupt nicht warten, sondern haben sich sofort angestellt und dann ewig in der Schlange gestanden. Das käme mir nie in den Sinn, immerhin habe ich ja eh meinen gebuchten Sitz.

Ich habe es im Flugzeug geschafft, etwa 2 Stunden zu schlafen. Das Abendessen war super lecker, ebenso das Frühstück. Leider fehlten bei meinem Frühstück erst die Croissants und ohne Croissants ergab das Menü wenig Sinn. Ich hab dann aber noch zwei nachbekommen. Leider war es bei der Landung in Dubai sehr diesig, sodass man nicht wirklich viel sehen konnte. Fotografieren kann ich ja eh nicht mehr, aber ich hätte schon gerne einen etwas weiteren Blick gehabt. Dafür konnte man den Berufsverkehr sehr gut erkennen. Auf einer fünfspurigen Straße war es in der einen Richtung total leer und in der anderen rappelvoll.
Unser Flieger hatte starken Rückenwind und war deshalb 45 Minuten vor der geplanten Zeit in Dubai. Damit hatte ich ja gar nicht gerechnet. Die Chinesen oder Japaner scheinen das auch nicht bemerkt zu haben. Sobald das Flugzeug den Boden berührte, sind die aufgesprungen und wollten raus. Die Stewardessen sind echt sauer geworden und mussten die Leute in einer Tour erinnern, dass sie sitzen bleiben sollten wenigstens bis das Flugzeug steht. Da brach dann auch direkt ein riesiger Tumult aus, weil jeder zuerst an seinen Koffer und aus dem Flugzeug wollte. Dabei hatten wir doch jede Menge Zeit.

 Es war dann irgendwie morgens um 6 oder 7 und mein Anschlussflug sollte erst um 14.55 Uhr abfliegen. Ich hatte also Zeit ohne Ende. Im Terminal habe ich Liegen gefunden und es mir dort mit dem Computer und nem Buch gemütlich gemacht. Gegen 12 Uhr bin ich dann zu meinem Gate gegangen bzw gefahren.
Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass mir der Flughafen so unbekannt vorkam. Das lag daran, dass ich den Teil des Flughafens noch gar nicht gesehen hatte. Es gibt nämlich verschiedene Flughafengebäude, die mit einer Art U-Bahn miteinander verbunden sind und ich musste in mein Terminal mit der U-Bahn fahren. Der Flughafen ist also NOCH größer, als ich auf dem Hinweg schon festgestellt hatte. Der U-Bahnhof ist gigantisch, genau so wie das gesamte Gebäude. Man wusste wohl nicht, was man mit den kahlen Wänden machen sollte. Der U-Bahnhof ist nämlich sehr tief unten und man kann die hohen Wände ja nich kahl lassen. Deshalb war an beiden Stationen eine Art Wasserfallwand aufgestellt worden und direkt gegenüber wahnsinnig protzige Aufzüge und Rolltreppen.

Mein Flieger nach Düsseldorf hatte leider irgendwelche Probleme und deshalb konnten wir erst mit 40 Minuten Verspätung ins Flugzeug. Gestartet sind wir dann etwa 30 Minuten Verspätung. Die hat der Pilot aber ziemlich gut wieder wettgemacht.
Im Flugzeug ist mir dann sofort aufgefallen, dass ungewöhnlich viele Menschen darin Deutsch sprachen - nicht ganz so ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass der Flieger nach Deutschland flog, wohlgemerkt. Und die Deutschen sind SO laut und sie meckern und schimpfen die ganze Zeit nur.
Im Nahen Osten sind wir über ein schneebedektes Gebirge geflogen und der Herr, der vor mir saß hat Fotos gemacht, die er mir schicken möchte. Er war mit seiner Frau für ein paar Tage in Dubai und hat mir davon erzählt. Er war total begeistert und möchte auf jeden Fall wieder hinfahren.
Der Rest der Strecke war bewölkt bis wir ins Ruhrgebiet kamen. Dort war dann endliche klare Sicht und ich konnte mir das Lichtermeer ansehen. Die Städte sind aber alle sooo winzig im Vergleich zu Jo'burg, dessen Ende man meistens nichtmal sieht.

Auf dem Weg nach Münster habe ich dann schon am Skytrain im Flughafen drei Chinesen aufgegabelt, die auch nach Münster wollten - dachten sie zumindest. Ihr Hotel war allerdings in Rheine. Also habe ich ihnen am Automaten das NRW-Ticket rausgesucht und sie bis Münster begleitet und dort in den richtigen Zug nach Rheine gesetzt.
Im Nachtbus habe ich mich dann erstmal gehörig erschreckt, dass der beim Abbiegen auf der rechten Straßenseite gefahren ist. Das fühlt sich für mich im Moment ziemlich falsch an. Ich habe auch so eine Art Sprachmisserkennung entwickelt. Wenn mich jemand anspricht, den ich nicht kenne, gehe ich davon aus, dass er mich in Englisch anspricht und muss dann erstmal auf Deutsch umschalten.

Gegen 23 Uhr bin ich dann bei Kristina angekommen, die schon mit Kim auf mich gewartet hat. Vielen Dank für den schönen Abend, ihr beiden.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Tag 90 - das große Finale

Als ich Samstag abend bei Michelle ankam, standen ganz viele Autos auf dem Hof. Ich war von Stan abgeholt worden, der für Peter arbeitet und auch auf dem Grundstück wohnt. Als ich ins Haus kam, tobten dort unzählige Kinder herum und Jenna hat mich darüber aufgeklärt, dass ich nicht ins Gästezimmer zurückziehen kann, weil dort gerade anderer Besuch untergebracht ist. Michelles Schwester Denise war mit ihrem Ehemann PJ (P steht wohl für Peter und das wäre ja sonst verwirrend) zu Besuch, um Candice zu sehen (ihre Tochter, die bei Michelle im Cottage wohnt - hatte ich glaube ich mal erwähnt). Außerdem waren noch ganz viele andere Freunde incl. Kinder zum Braai da. Das Braai war auch wirklich gut und ich sollte allen erzählen, was mir so auf meiner Reise passiert ist.
Sonntag hatten wir dann einen Voltinachmittag für die jüngeren Voltigierer, mit dem WEG-Team und mir als Trainer. Zu diesem Nachmittag hatte ich auch Caryns Voltigierer eingeladen, die einen kleinen Abschlusswettbewerb bekommen haben. Das war echt lustig, weil wir ja keine Richter da hatten. Wir hatten eigentlich nur einen Bock und Bewertungsbögen. Die Kinder mussten für ihre Musik selbst sorgen und haben sie von einem Laptop aus abgespielt und ich habe mich mit den Voltigierern aus dem Team in den Schatten gesetzt und Richter gespielt. Das macht eigentlich sogar ziemlich viel Spaß. Die haben ja hier ein sehr differenziertes Richtverfahren für die Kür, was wir uns in Deutschland dringend mal abgucken sollten.
Die Kids sind natürlich noch ganz am Anfang ihrer Voltigierlaufbahn, aber sie haben seit Dezember schon einiges dazugelernt. Trotzdem lagen die Noten dann doch eher bei 3-5, was ja nicht wirklich hoch ist. Aber sie hatten auch nur Küren mit 5-6 Übungen, weil wir für mehr einfach keine Zeit hatten (also beim Küren bauen).
Anschließend waren dann noch alle Kinder und Trainer im Pool. Ich hatte Sienna dabei und die hing ziemlich an mir. Das war für mich ok, weil die so leicht ist, dass man sie ohne weiteres duch die Gegend werfen und heben kann und sie hat auch Spaß dran. Anschließend habe ich mich bei allen anderen anwesenden Voltigierern und sonstigen Leuten verabschiedet. Ich finds total schön, dass dieser Nachmittag stattgefunden hat, weil ich dadurch so viele Leute nochmal gesehen habe.
Dann bin ich noch bei Janet vorbeigefahren und habe mit ihr und David eine ganze Zeit auf der Terrasse gesessen und geredet. Als ich mich dann auch von den beiden und Julia verabschiedet habe, ging es mir dann schon etwas schlecht. Eigentlich wäre ich gerne noch geblieben.
Zurück bei Michelle haben wir dann einen großen Ausritt veranstaltet: Sienna auf Lalita, Candice auf Agamo und ich auf Chandon begleitet von Jenna und Michelle auf ihren Fahrrädern. Das war echt schön, auch wenn Chandon etwas eiliger war, als ich das gerne gehabt hätte. Für den Abend wollten Candice und ich eigentlich Karten für die Rocky Horror Show haben, die gerade in Montecasino gespielt wird, aber die waren schon ausverkauft. Kein Wunder bei dem Preis: 100-350 Rand, also 7 - 25 Euro!!! Das ist ja geschenkt! Und der Nelson Mandela Film war auch nicht mehr im Kino (dabei wollte ich den doch unbedingt auf Englisch sehen und Kino ist sooo günstig in SA). Also hatten wir abends noch ein geselliges Zusammensitzen auf der Terrasse.
An meinem letzten Tag hatte ich noch ein Training mit Abby und Tristan für ihr Doppel. Die hatten ein bisschen was dran geändert, was ich dann zurückgeändert habe, weil die Kür sonst nur aus Handständen bestanden hätte. Jetzt ist sie sehr interessant und ich habe Megan angewiesen, worauf sie bei den Übergängen achten muss. Den Rest sollten sie jetzt alleine hinbekommen. Als ich dann zurück zu Michelle kam, wollte sie gerade mit Candice ausreiten gehen und ich habe mich spontan auf Lalita angeschlossen. Dafür musste ich zwar meine Reitstiefel und meine Hose wieder aus dem Koffer ausgraben - und die Schuhe hatte ich ganz professionell mit Socken, Unterwäsche und Tops gefüllt, damit sie schön ihre Form behalten.
Lalita hatte allerdings nicht so wirklich Lust auf mich. Sie ist ein etwas hektisches kleines Pony und so lieb wie sie vorher unter Sienna war, so sehr hat sie mich getestet. Ich hab sie aber auch geärgert und ihr verboten, vorzugehen. Um sie hinten zu halten musste ich sie teilweise den Weg seitwärts und rückwärts gehen lassen, aber zum Schluss hatte sie dann verstanden, dass ich sie in Ruhe lasse, wenn sie einfach brav im Schritt bleibt.
Dann war ich noch mit Candice, Sienna, Jenna und Siennas Freundin ein letztes mal im Pool bevor Evelyn mich zum Flughafen gefahren hat. Wir haben zwar etwas mit Candices GPS gekämpft (Michelles hat nämlich ne Macke und findet keine Satelliten mehr), aber wir haben es sehr pünktlich zum Flughafen geschafft. Ich fands ja schon traurig, mich von Michelle, Peter und den Kindern zu verabschieden, aber von Evelyn fand ich es noch schwieriger, weil sie die letzte war, die ich dann noch gesehen habe.

Tag 88 - Durban

Am 12.2. sind wir direkt nach dem Frühstück (es gab Pfannkuchen) und einem herzlichen Abschied aufgebrochen nach Durban. Dort hat sich Kerstin für den gleichen Abend einen Bus nach Storms River gebucht. Unsere Guides im Kruger haben nämlich erzählt, wie hässlich und gefährlich Durban sei und deshalb wollte Kerstin nicht bleiben.

Ich war im Happy Hippo Hostel untergebracht, das sehr groß und schön sauber war. Außerdem lag es fast direkt am Strand und direkt neben uShaka Marine World. Kerstin und ich sind noch an den Strand gegangen, weil ihr Bus erst nachmittags um 5 fuhr und wir waren bei einem Pakistani essen. Schon alleine wegen des Essens hätte sie länger bleiben müssen. Das ist in Durban nämlich sehr indisch und scharf - also genau ihr Fall.
Auf dem Rückweg zum Hostel sind wir durchs Wasser gegangen. Das ist extrem warm. Fast wie eine Badewanne. Am Strand haben viele Leute Sandskulpturen gebaut und wollten dafür Geld haben. Die waren echt ziemlich gut.

Ich hatte ja sicher mal geschrieben, dass Hinweisschilder und so in Südafrika nur Empfehlungen sind. Das gilt offensichtlich nicht für den Strand. Dort gibt es die Rettungsschwimmer, die links und rechts von ihrem Hochsitz Flaggen aufstellen und somit einen etwa 40 m breiten Strandbereich abtrennen. Zwischen den Flaggen darf gebadet werden, daneben nicht. Und da halten sich die Leute dran. Vor allem die Schwarzen, weil die meistens nicht schwimmen können und daher darauf angewiesen sind, gerettet zu werden, falls ihnen was passiert. Außerdem baden sie meistens einfach in ihrer Kleidung. Außerdem gibts hier - genau wie in P.E. - direkt an der Strandpromenade öffentliche Pools für Kinder. Die sind riesig, aber eben nicht tief. Ich finde die Idee witzig, Pools an den Strand zu bauen, aber sie werden ja offensichtlich benutzt.
In Durban ist es auch viel zu warm und unheimlich schwül. Man kann sich also sowieso nirgends aufhalten außer im Wasser. Ich habe allein an diesem einen Tag 3 mal geduscht.
Nachdem ich Kerstin zum Bus gebracht habe, treffe ich im Hostel Jess aus Australien. Sie promoviert in Cambridge und vergleicht Strategien von Nationalparks zur Kontrolle ihrer Tierpopulationen. Ihre Vergleichsobjekte sind irgendein Park in England und der Hluhluwe-iMfolozi-Park in Südafrika.
Abends habe ich dann Pläne für die nächsten beiden Tage gemacht und bin früh ins Bett gegangen - so früh, dass andere Leute mich geweckt haben, als sie eingecheckt sind.

Kerstin und ich hatten ein Problem mit einigen Geldscheinen. Kerstin hatte sie aus einem Automaten bekommen und die waren an jeweils einer Seite etwas eingerissen. Das wäre in Deutschland jetzt nicht so das Problem, aber Restaurants, Hostels und Tankstellen in SA haben sich geweigert, diese Scheine anzunehmen und haben uns gesagt, wir sollten damit zu einer Bank fahren um sie umzutauschen. Da Kerstin unterwegs war in ein Gebiet, in dem es nichtmal Automaten gab, habe ich also gesagt, ich würde die Scheine umtauschen.
Das ganze hat mich etwa einen halben Tag gekostet, einige Liter Benzin und zwei Parkhäuser. Mit dem Ergebnis, dass mich die erste Bank an die Reserve Bank weiterverwiesen hat, die die Scheine druckt und ich dort nicht reingelassen wurde, weil ich keinen Ausweis dabei hatte. Es ging um insgesamt 500 Rand, also etwa 35 Euro und ich hatte anschließend absolut keine Lust mehr darauf. Außerdem hatte ich keine Zeit mehr, weil ich um 13 Uhr am Moses Mhabida Stadion sein wollte, wo ich eine Segway Tour gebucht habe: Eine Stunde Segway fahren für 200 Rand (14 Euro). Und weil das Wetter so schön war, bin ich die 5 Kilometer dahin zu Fuß gegangen.

Das Segway fahren macht total Spaß. Ich konnte das Stadion von Innen sehen und anschließend sind wir sogar noch ein Stück Strandpromenade gefahren.

Das Stadion hat oben einen Bogen, der die beiden schmalen Seiten miteinander verbindet und sich y-förmig teilt. Damit soll es das Muster der südafrikanischen Flagge darstellen. Auf den Bogen kann man auch draufgehen und wenn man will daran so eine Art Bungee-Sprung machen, wo man aber statt runterzuspringen unter dem Bogen hin  und her pendelt.
Ich bin nicht draufgegangen, da ich gerne zu Fuß drauf wollte und das gab es nur am Wohenende (wir hatten Donnerstag). Außerdem hatte ich mir schon beim Sparziergang und Segway fahren einen fiesen Sonnenbrand geholt. Deshalb habe ich mir auf dem Rückweg auch ein Handtuch über die Schultern gelegt, bin aber nur den halben Weg zurückgelaufen und habe mir dann bei einer Touristeninfo ein Taxi zum Victoria Street Market bestellt.







Der Markt ist nicht auf der Straße, sondern drinnen in einem Gebäude und da es schon 4 war haben die ersten Geschäfte auch schon zu gemacht. Ich habe trotzdem noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft und bin dabei meine 5 kaputten Geldscheine lsogeworden. Die Schwarzen zahlen ja meistens eh bar und solange man die Scheine nicht bei einer Bank einzahlen will, sind die noch ihre 100 Rand wert.
Als ich dann etwas zu trinken gekauft habe, habe ich ein paar andere Touristen getroffen und sie angesprochen. Es stellte sich heraus, dass ich zwei davon schon aus Kapstadt kannte: Lisa und Leon. Sie hatten zwei Israelis dabei und wollten weiter auf einen anderen Markt. Also bin ich mitgekommen. Wir sind letztendlich über den schwarzafrikanischen Straßenmarkt gegangen, wo die schwarzen Südafrikaner selbst einkaufen. Allein hätte ich mich da nie hingetraut. Ich habe eine Ananas gekauft und anschließend haben wir die Minibus-Taxis genommen, um zu uShaka zurückzufahren. Das hätte ich mich allein auch nie getraut, war aber echt interessant. Da drinnen ist die Atmosphäre total entspannt. Es ist kein richtiges Taxi, aber auch kein Bus. Lisa, Leon und ich haben noch im uShaka eine Kleinigkeit gegessen und anschließend habe ich noch meine Ananas gemacht und mit Jess gegessen. Sie musste ihre Lebensmittel aufbrauchen, weil sie am nächsten Morgen abgereist ist.

Am nächsten Tag bin ich ins uShaka Marine World gegangen. Das ist im Prinzip zweigeteilt: Es gibt ein Aquarium und einen Wasser-Erlebnispark. Das Aquarium selbst ist in einem Schiffswrack untergebracht. Es ist ganz nett gemacht, aber man bekommt wenig Information es sei denn, man fragt die Volunteers - und die können einem eine ganze Menge erzählen. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf den Haien, deren Aquarien ich widerum etwas zu klein finde. In den Haiaquarien/Raubfischaquarien kann man auch tauchen/schnorcheln gehen. Das hab ich aber nicht gemacht, weil ich das im Aquarium irgendwie komisch finde.
Außerdem haben die noch Pinguine, Robben und Delfine. Man kann sogar ein Date mit einer Robbe oder einem Delfin haben. Die Delfine sind aber total teuer und man kann sie im Prinzip nur streicheln und füttern und das nur für 10 Minuten. Das war es mir dann auch nicht wert, also hab ich es nicht gemacht.

Das Erlebnisbad besteht aus einem viel zu warmen Planschbecken für Erwachsene (ist maximal hüfttief), einem Kinderbecken, einem sehr langen Strömungsfluss, den ich 4 mal auf einem Reifen durchschwimme und der an dem Delfinbecken vorbeiführt. Dort habe ich mich festgehalten und die Delfine beobachtet. Dann gibt es noch ganz viele Wasserrutschen: Einige normale, eine mit einem riesigen Reifen, dann welche mit kleinen Reifen, drei wahnsinnig steile (ich traue mich bis zur mittelhohen und das tut schon saumäßig weh) und eine, bei der man wahnsinnig schnell wird und dann in eine Art Trommel gelangt, in der man noch einige Male ins Runde rutscht. Dabei ist man so schnell, dass man es nicht mehr schafft, den Kopf anzuheben, weil er so nach außen gedrückt wird. Die Rutsche hab ich mich auch nur einmal getraut.

Danach war ich noch im "dangerous creatures" oder so - einer Reptilienausstellung, die auch dazugehört, aber separat ist. Dort erzählte mir ein Mitarbeiter einiges über die Schlangen und wir haben mit einigen anderen Besuchern ein langes Gespräch über die riesige Python (???), die etwa 7 m lang und über 100 kg schwer ist. Sie ist über Umwege von privaten Haltern in die Ausstellung gekommen. So ein Tier kann ja auch niemand zuhause haben.

In der Ausstellung habe ich Jess (ja, schon wieder ein doppelter Name) und Johann kennengelernt, die in St. Lucia für eine Krokodilstation arbeiten. Sie haben gerade Urlaub gemacht und waren auch im Happy Hippo Hostel. Jess kommt aus Kanada und war bei der Krokodilstation ursprünglich mal Volunteer und Johann arbeitet hauptberuflich mit Krokodilen und Schlangen.
Wir sind abends zusammen Essen gegangen und hatten total Glück, dass wir überhaupt einen Tisch bekommen haben. Es war ja gerade Valentinstag und der wird hier wohl sehr groß gefeiert. Das ganze Restaurant war total überfüllt mit Pärchen und es gingen Sänger rum, um an den Tischen für einen zu singen.

Ich hatte mir Bunny Chow bestellt. Das ist eine lokale Spezialität indischer Abstammung. Im Prinzip ist das ein ausgehöhltes Weißbrot mit einem Currygericht drin. Das war allerdings so scharf, dass ich mir ein Milchshake dazubestellen musste und es trotzdem nicht ganz aufgegessen habe.
Dann haben wir uns noch für den nächsten Tag für eine Ocean Safari verabredet - eine Fahrt aufs Meer, um die dort lebenden Tiere (Haie, Robben, Delfine, im Winter auch Wale) zu sehen. Die Safari war für 11 Uhr angesetzt und sollte eine Stunde dauern. Danach sollte ich gegen halb 2 am Hostel sein, um auf meinen Flughafentransfer zu warten. Vormittags sind wir ein bisschen am Strand entlanggegangen und dann zur Ocean Safari. Die hatten allerdings Probleme mit ihrem Boot. Da es keinen richtigen Hafen gibt, müssen die Boote immer vom Strand gestartet werden und dafür müssen sie mit einem Traktor an den Strand gefahren werden. Irgendwie war jedenfalls das Boot nicht da und der Traktor war zu sehr mit anderen Booten beschäftigt. Ich habe bis viertel nach 12 gewartet, aber da immer noch kein Boot in Sicht war, bin ich zurückgegangen, habe mein Geld erstattet bekommen und bin zum Flughafen gefahren.

Auf dem Rückflug sind wir über die Drakensberge geflogen. Die sehen auch von oben ganz schön spektakulär aus, auch wenn das was direkt unter einem liegt ziemlich eindimensional ist.

Tag 84 - Auf Ponys durch Lesotho

Am 8.2. sind wir von Dundee nach Underberg gefahren - und das fast in einem Stück. Unsere einzigen Unterbrechungen waren zwei Tankstopps und eine Panne...
Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass das Gaspedal nicht mehr richtig funktionierte. Wenn ich draufgetreten habe, kam kaum eine Reaktion und ich war der Meinung, dass sich das normalerweise auch weiter treten ließ, als die wenigen Zentimeter, die ich zu dem Zeitpunkt zu Stande brachte. Also haben wir am Straßenrand angehalten, nachdem wir uns vergewissert hatten, dass sonst niemand hielt und ich habe mir das Gaspedal angeguckt. Das Problem war dann doch nicht so schwerwiegend, wie wir zuerst gedacht hatten. Wenn es was schlimmes gewesen wäre, wäre das auch echt gemein gewesen, weil wir ja nicht mitten im Nirgendwo liegenbleiben wollten. Das triviale Problem war einfach nur, dass bei dem letzten Schlagloch - und seit dort hatte ich das Problem - der Hebel zum Öffnen der Motorhaube abgefallen war und sich unter dem Gaspedal verkeilt hatte. Ich musste ihn also nur wieder an den ursprünglichen Platz montieren und schon war der Schaden behoben. Wir lernen daraus: Der Chevrolet Spark ist ein Bausatz-Auto, was man ganz einfach ineinanderstecken kann - wie Lego.
Um zu unserem Ziel, dem Khotso Hostel und Horse Trails zu kommen, mussten wir die schlimmste Dirt Road entlangfahren, die uns bis dahin untergekommen ist. Das bewog uns somit auch zu der Entscheidung, in Underberg keine Tagesausflüge zu unternehmen, damit wir die Straße nur noch genau einmal selbst fahren müssen - nämlich bei der Abreise.

Schafe streicheln
Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, sind wir zum Pool gegangen - nur dass der hier nicht einfach so im Garten ist, sondern 1,5 km weit entfernt. Der Pool ist nämlich ein Naturpool der von einem Wasserfall gespeist wird. Er hat auch eine etwa 6 m hohe Plattform zum reinspringen und liegt ganz idyllisch zwischen den Wiesen. Wir haben uns nur leider etwas ungeschickt angestellt, als wir versucht haben, den Pool zu finden. Die Wegbeschreibung war: "Nach der Sattelkammer rechts (das war der triviale Teil), dann müsst ihr durch einen Zaun steigen und dann einfach nur dem Trampelpfad folgen."
Wir haben ein Fohlen getroffen
Wir sind dummerweise erstmal durch 2 falsche Zäune gestiegen, über die Pferdewiesen gelaufen und nicht weitergekommen. Beim zweiten Zaun waren wir dann aber einfach nur auf der falschen Seite, mussten auf die angrenzende Wiese und von da aus kam man dann tatsächlich auch an. Dummerweise hatte sich bis zu unserer Ankunft die Sonne verzogen und irgendwo kündigte sich ein Gewitter an (wie wir später erfahren haben, war das in Lesotho).Wir sind trotzdem schwimmen gegangen, auch wenn Kerstin das Wasser etwas zu kalt war. Ich bin sogar von der Plattform gesprungen. Selbstverstänlich erst nachdem ich getestet hatte, ob das Wasser dort auch tief genug ist.
Als wir später beim Abendessen waren, kamen diejenigen zurück, die gerade die Ponytrekking-Tour gemacht haben, auf die wir als nächstes gehen wollten. Sie waren mitten im Gebirge von dem Gewitter überrascht worden, das wir gehört hatten und mussten das dann unter einen winzigen Überhang gekauert aussitzen. Die beiden waren ziemlich fertig mit den Nerven und ziemlich nass. Sie haben uns noch wertvolle Tipps gegeben, was wir mitnehmen sollten und was nicht und vor allem, dass die Satteltaschen nicht wasserdicht seien und wir zusätzlich alles in Tüten verpacken müssten. Davon abgesehen waren sie aber restlos begeistert und der Meinung, dass sie nie etwas besseres gemacht hätten.

Der Grenzübergang
Am nächsten Morgen mussten wir dann bei den Mitarbeiterinnen unsere eingepackten Sachen vorzeigen und einige Sachen zurücklassen, die wir uns auch teilen konnten, wie Deo, Bürste und Shampoo. Die Sattelatschen sind wirklich klein und es muss außer unserer Kleidung auch noch was zu Essen für Unterwegs und ein paar Vorräte rein.
Kerstin am Grenzübergang
Als wir zum Paddock kamen, in dem die Pferde vorbereitet wurden, standen dort drei Schimmel und Kerstin mag eigentlich gar keine Schimmel. Die Basotho Ponys sind etwa Endmaßponys (also ungefähr 1,48 m groß, für alle die mit Endmaß nichts anfangen können), relativ zierlich und auf der Fahrt haben wir erfahren, dass sie sogar tölten können. Unsere sind dafür aber scheinbar nicht ausgebildet. Mein Pony hat es nämlich nie gemacht und die anderen beiden auch nicht.
So sah der Ritt aus meiner Perspektive aus
Wir sind mit dem Pferdeanhänger zum Grenzübergang gefahren, haben dort die Ponys gesattelt und Auto und Anhänger zurückgelassen. Wir haben den Grenzübergang reitend überquert und direkt nach der Kontrolle hört die Straße einfach auf und ging über in einen Trampelpfad, der erst duch zwei Flüsse und dann durch ein wunderschönes grünes Tal führte. Ringsherum sieht man die höchsten Teile der Drakensberge und irgendwo in der Gegend steht auch der größte Berg des südlichen Afrikas mit 3000 und noch was Metern. Das war aber nicht unser Ziel. In Lesotho ist das mit dem Wetter etwa so wie in Jo'burg. Morgens ist es sehr schön, warm und sonnig und nachmittags gibt es ein kräftiges Gewitter. Das war auch der Grund, weshalb die andere Gruppe in dem Gewitter feststeckte. Sie hatten getrödelt.





Wir reiten einen Berg hoch

Ausblick aufs Tal

Da sind wir langgeritten
Da ist das Gewitter!
 Der Weg führte irgendwann relativ steil bergauf und ich war an dem Punkt schon erstaunt, wie mühelos unsere Ponys (meins hieß übrigens Rambo und Kerstins Nandos) das machten. Im Endeffekt war das für die noch gar keine Steigung. Das kam nämlich erst später. Wir sind alte Eselpfade geritten und ich habe echt Respekt vor den Leuten, die diese Pfade angelegt haben. Die führen nämlich im Zickzack den Berg herauf, sind voller Geröll und großer Findlinge, über die unsere Ponys rüberklettern müssen. Teilweise hätte ich davor zu Fuß schon riesigen Respekt gehabt, aber vom Pony aus sieht das noch viel gefährlicher aus. Insofern habe ich den Selbsterhaltungstrieb der Tiere sehr zu schätzen gelernt. Sie suchten sich zwar manchmal Wege aus, die ich nicht genommen hätte - und gerade Rambo war da sehr eigen - aber sie konnten sie immer bewältigen und das meistens ohne zu stolpern. Ich wusste echt nicht, dass ein Pferd so etwas kann.

Kurz vor der Mittagspause

Da gibts was zu sehen!

Dori hoch zu Ross
Gegen Mittag bezog es sich dann und wir konnten die dunklen Gewitterwolken fast auf Augenhöhe beobachten, da wir in kurzer Zeit bis auf 2500 Höhenmeter geklettert waren. Statt an der eigentlichen Mittagessens-Stelle zu halten sind wir dann wegen des Gewitters weitergeritten bis zu einem Überhang, wo wir abwarten wollten, bis es weitergezogen ist, allerdings kam es erstmal überhaupt nicht bei uns an und deshalb sind wir nach dem Essen sofort wieder aufgebrochen.

Es ging dann noch etwas höher hinauf und genau auf unserem höchsten Punkt, einer relativ freien Hochebene, hat uns das Gewitter dann doch noch eingeholt.
Dori hat nen super Ausblick
Wir hatten es noch gar nicht so nah eingeschätzt, aber Blitz und Donner kamen genau gleichzeitig an und Steven, unser Guide (ja, ich weiß, hier kommen einige Namen doppelt vor!!!), hat den Blitz sogar im Boden einschlagen sehen. Er hat uns zugerufen, wir sollten von den Ponys steigen und sie am Zügel führen. Um nicht ein gemeinsamer höchster Punkt zu sein sollten wir außerdem etwa 10 m Abstand zueinander halten - und dann sind wir auf etwa 2800 m ü NN vor dem Gewitter weggelaufen. Steven macht das überhaupt nichts aus. Der läuft Marathon und ist von der Hütte in Lesotho bis zur Grenze zu Fuß schneller als mit dem Pferd. Kerstin und ich allerdings haben ziemlich gekämpft. Man bekommt es auf dem Pferd gar nicht mit und die Ponys stört es auch nicht, aber auf dieser Höhe ist der Sauerstoffgehalt der Luft schon enorm gering verglichen mit dem was wir sonst gewohnt sind. Mir ging es teilweise richtig schlecht dabei. Zum Einen hatte ich natürlich Angst vor dem Gewitter und dann bekam ich kaum Luft und dachte, ich würde jeden Augenblick zusammenklappen.

Somit waren Kerstin und ich auch ziemlich fertig, als Steven endlich anhielt und uns aus einer Quelle etwas trinken ließ. Das Gewitter ist nämlich zum Glück nicht genau in unsere Richtung gezogen, sondern einigermaßen parallel dazu, sodass wir tatsächlich nur unter der Wolke weglaufen mussten. Alles andere hätte ich körperlich und nervlich auch nicht ausgehalten. Und nein - ich übertreibe hier nicht: Das ist SAUanstrengend!!!


Wir reiten auf dem ganz schmalen Pfad

Unsere Lodge

Dann sind wir auf einem winzigen schmalen Pfad am Berg entlanggeritten und irgendwann kam unsere Lodge dann in Sicht. Das Dorf drumherum besteht aus vereinzelten kleinen Hütten, dazwischen laufen Hunde, Pferde und Esel herum und am Berghang bauen die Bewohner auf kleinen Feldern Nahrung an und lassen ihr Vieh weiden.Kurz bevor wir die Lodge erreichten, wurden wir von einem Hund begrüßt. Steve hat ihn Baby Boy getauft, allerdings wird er den Namen wohl bald in Big Boy ändern, weil Baby Boy mittlerweile ein Teenager ist. So sieht er jedenfalls aus. Außerdem hat er wohl Flöhe oder irgendwelche anderen Parasiten, denn er kratzt sich die ganze Zeit irgendwo. Steven hat ihm extra ein Mittel dagegen mitgebracht und wollte, dass das irgendwer aufträgt, aber das hat scheinbar keiner getan.
Das ist mein Hund!
An der Lodge wartete Cossy, ein Basotho Junge, der für Steven die Pferde ausbildet und nachts auf sie aufpasst. Pferde sind in Lesotho nämlich so ziemlich das wertvollste, was man besitzen kann und werden insofern besonders gerne geklaut. Vor allem, wenn sie einfach frei herumlaufen, so wie unsere. Eines der Ponys die gerade dort waren wurde auch schonmal geklaut und der Stamm, der es hatte, hat ihm ein Loch ins Ohr gemacht, um es zu markieren, aber Steven hat es offensichtlich zurückgeklaut. So läuft das eben in Lesotho.
Die Küche
Die Sitzecke
Die Lodge selbst ist sehr geräumig und kann bis zu 8 Gäste beherbergen, allein 3 davon in meinem Zimmer, das ein Doppelbett und ein Einzelbett hat. Kerstin hat das Zimmer gegenüber mit einem Doppelbett und Steven schläft auf der Couch, obwohl noch genug andere Betten frei sind. Es gibt einen großen Wohn-/Koch-/Essbereich, der von einem Holzofen beheizt werden kann und ein Badezimmer mit fließend Wasser und einem Holzofen für warme Duschen. Die Dusche und die dazugehörige Heizeinheit sind komplett selbstgemacht aus Kupferrohren. Die Toilette ist draußen in einer kleinen Wellblechhütte, riecht aber nicht zu schlecht (ist ja ein Plumpsklo) und hat sogar eine richtige Klobrille.
Strom gibt es natürlich keinen. Dafür stehen für nachts viele Petroleumlampen zur Verfügung und die waren wir ja schon aus dem Krugerpark gewohnt.
Nach Baby Boy haben wir dann noch den zweiten Hund kennengelernt. Eine goldene Hündin, sehr schüchtern aber total hübsch. Steven füttert die beiden immer, weil die Besitzer es scheinbar nicht tun. Für seinen nächsten Besuch will er den beiden sogar eine Wurmkur besorgen.


Blick vom Berg auf die Lodge
Ausblick vom Berg
Nachmittags ist Steven mit uns noch zur Höhle gegangen. Die ist von der Lodge nur 10 Minuten Fußweg entfernt und man hat von dort aus einen wahnsinnig tollen Ausblick über das Tal und den Fluss.
Für abends hat Steven uns ein richtig leckeres Essen gekocht, von dem auch Cossy und sein Freund David mit satt geworden sind. Das mit der Dusche hat an dem Abend für mich allerdings nicht so gut geklappt. Ich habe als letzte geduscht, als das Feuer schon sehr weit runtergebrannt war und das Wasser kaum noch aufgeheizt hat.

Ausblick von der Höhle aus

noch mehr Ausblick

und noch mehr

und noch mehr

wir vor dem Ausblick

Das kleine Mädchen von nebenan

Unsere Pferde vor der Lodge

Am nächsten Morgen hat uns Steven früh geweckt und uns ein leckeres Frühstück gekocht. Hier gibts ja genau wie in Großbritannien und Irland das herzhafte Frühstück mit Bacon und co. Dazu gabs dann Porridge (so was wie Haferschleim).
Steven ist in diesem Dorf scheinbar der Hauptarbeitsgeber. Neben Cossy beschäftigt er nämlich noch eine Frau, die die Lodge putzt. Ich habe ihr mein lila T-Shirt geschenkt, was ich am Tag vorher getragen habe. Es hat ein paar Löcher und war nicht gewaschen, aber sie hat sich riesig gefreut. Mit dem Waschen nehmen es die Leute in Lesotho wohl eh nicht so genau. Die Jungs riechen jedenfalls sehr streng. Und mit sehr streng meine ich: Ich habe noch nie vorher jemanden getroffen, der SO sehr riecht.

Ausblick

Wir sind unterwegs

Stevens Pony auf dem steilen Pfad
Das Haus des Häuptlings
  Auf unserem Ritt ging es an dem Tag durch die beiden Dörfer in der Umgebung. Erst haben wir den Häuptling besucht und es waren gerade zwei Jungs dabei, seine Kuh zu melken, also habe ich gefragt, ob wir das auch mal versuchen könnten. Wir durften und wir haben es auch geschafft, ein bisschen Milch zu zapfen, aber so wirklich gut waren wir nicht. Die Jungs haben anschließend binnen weniger Minuten ihren Eimer gefüllt und wir hätten dafür sicher noch eine Stunde gebraucht.




Kerstin und ich beim Häuptling
Dann haben wir noch die Rundhütte einer Familie besichtigt und Fotos mit den Kindern gemacht. Die drucke ich aus, wenn ich zuhause bin und schicke sie an Steven, damit er sie den Familien mitbringen kann. Irgendwie beneide ich die Familien um ihren Lebensstil. Sie müssen sich um nichts anderes Sorgen machen, als ihre Nahrung anzubauen. Mit allem anderen scheinen sie total zufrieden zu sein. Und es ist so einfach, ihnen eine Freude zu machen. Die Kinder gehen auch fast alle zur Schule. Die Schule ist zwar klein, aber sie wird mit Freiwilligen-Projekten immer weiter ausgebaut. Außerdem freuen sich die Kinder total über uns. Sie haben immer gewunken, wenn wir weitergeritten sind. Es gibt auch ein kleines Krankenhaus in einem größeren Dorf (ich bezweifle, dass Lesotho tatsächlich so was wie eine Stadt hat), in dem europäische und amerikanische Ärzte arbeiten und die medizinische Versorgung ist kostenlos. Ich nehme an, dass es sich dabei um Ärzte ohne Grenzen oder etwas vergleichbares handelt.


Ich melke die Kuh

Wir besichtigen die Schule

Kerstin und ich mit den Kindern

die Kinder, die wir besucht haben

alte Felsmalereien
schöne Landschaft
Nach der Dorfbesichtigung sind wir runter ins Tal geritten, wo wir  gefühlt alle 5 Minuten den Fluss überqueren mussten. Wir haben eine kurze Pause bei alten Höhlenmalereien gemacht und dann eine längere an einer Stelle, wo man im Fluss schwimmen konnte. Wir sind von einem Stein ins Wasser gesprungen und uns dann von der Strömung etwas weiter flussabwärts ans Land treiben lassen. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht. Zum Mittagessen hatte uns Steven wieder Sandwiches gemacht und dummerweise hatte er Zwiebeln drauf gemacht. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, sonst hätte ich ihm ja gesagt, dass ich die nicht mag. Aber welcher normale Mensch macht denn Zwiebeln auf ein Sandwich? Das ist doch ekelhaft.




noch mehr Landschaft


Ich springe in den Fluss

Dann treiben wir die Strömung entlang

Und hier können wir uns entspannen

Kerstin und ich unterwegs
auch unterwegs
Nach dem Mittagessen haben wir die Satteltaschen - Kerstin und ich haben uns welche geteilt - auf Kerstins Pferd verladen und uns trockene Sachen angezogen. Dann ging es durch den Fluss auf die andere Seite und wie immer ist mein Pferd wo anders langgegangen, als die anderen. Nur dass es sich dieses mal dummerweise eine tiefe Stelle ausgesucht hatte und plötzlich einfach unter mir verschwand. Nach einem kurzen Schock habe ich es dann geschafft, abzusteigen und neben Rambo her zu schwimmen. Er ist dann zum Glück auch irgendwann wieder aufgetaucht - er war nämlich komplett unter Wasser. Die anderen an Land hatten ziemlich Angst, dass wir abgetrieben werden und gegen den großen Felsen prallen. Ich hatte eigentlich nur Angst um Rambo, immerhin kann ich schwimmen. Insofern war es auch gut, dass Kerstin die Satteltaschen hatte, sonst wäre deren Inhalt auch komplett durchnässt worden. Ich musste mehrmals meine Stiefeletten ausleeren - das ist eben ein Nachteil an wasserdichten Schuhen - und habe dann meine Socken an einer Leine an den Sattel gebunden. In der Sonne sind wir zum Glück schnell wieder getrocknet.


Baby-Baby boy und ich
Also sind wir ins nächste Dorf weitergeritten, wo Steven was einkaufen wollte und wir haben einen Blick in einen Lebensmittelladen werfen können. Der war etwa so, wie ich mir das vorgestellt hatte bis darauf, dass er eben auch Kleidung und Schuhe verkaufte. Draußen haben die Frauen dann ihre Einkäufe immer auf dem Kopf nach Hause getragen - egal, was es war. Das ist echt beeindruckend.
Als dann Wolken aufzogen sind wir eilig zurückgeritten und sind genau mit dem Anfang des Regens an der Lodge angekommen. Den restlichen Nachmittag über haben Kerstin und ich dann Rommee, Domino, Wer bin ich und Black Stories gespielt - so wie am Abend vorher, während Steven ein Brot gebacken hat. Wir haben dann auch noch Besuch von Baby Baby Boy - dem ganz kleinen Welpen von nebenan - bekommen und ihn mit dem restlichen Brotteig aus der Schüssel gefüttert. Der ist noch ganz winzig und total kuschelig.

ist der nicht süß?

Die Sättel unserer Ponys sind übrigens total bequem, aber sie scheuern an den Beinen. Kerstin hatte nach dem ersten Tag total blaue Flecken und ich hatte nach diesem Tag auch welche.

Mein Hund

Ausblick aus dem Fenster

ein Einwohner aus Lesotho
Suchbild: Wo bin ich?
Am nächsten Morgen hat uns Steven wieder sehr früh geweckt und ein leckeres Frühstück serviert. Nach einem ausgiebigen Kuscheln mit den Hunden haben wir uns auf den Weg gemacht. Cossy und David sind auch zur Grenze geritten, um die drei Pferde, die sie zum Ausbilden in Lesotho hatten zurückzubringen und neue abzuholen. Das sechste Pferd lief einfach frei mit. Die beiden Jungs haben einen anderen Weg genommen als wir und waren somit eher an der Grenze. Wir sind zum Wasserfall geritten um zu baden. Es war nämlich morgens um 8 schon wahnsinnig heiß.Das Wasser vom Wasserfall ist dagegen saukalt - etwa die Temperatur vom Atlantik in Kapstadt. Ich bin trotzdem etwas geschwommen und sogar Kerstin kamnach einigem Zögern ins Wasser. Nachdem ich Steven dann erzählt habe, was ich in Jo'burg gemacht habe, habe ich ihm spontan auf Rambo etwas vorgeturnt und der hat sich das einfach so gefallen lassen. Als wir weitergeritten sind, wollte Steven sich beeilen, weil er Angst hatte, dass es wieder ein Gewitter geben könnte. Wir sind unter anderem bergab getrabt und das ist total unangenehm. Dabei habe ich wohl auch die Kamera kaputt gemacht, die ich in einer Tasche am Sattel festgebunden hatte und jetzt ist drinnen irgendwas abgebrochen. Dabei wollte ich eigentlich filmen, wie die Pferde den Berg hinunterklettern, den wir zwei Tage vorher hinaufgeritten sind. Bergab ist ja noch viel viel abenteuerlicher.


Ich turne am Wasserfall

Rambo und ich

Ich turne auf Rambo

und noch mehr geturne
An der Grenze haben Cossy und David am Transporter gewartet, wo sie ihre 4 neuen Pferde in Empfang genommen haben. Die Pferde wurden noch nie geritten und die Jungs sollten sie bis zum Dorf zurückreiten - das machen die wohl immer so. Halte ich nicht für richtig, spreche ich aber nicht an. Immerhin sind wir abgefahren, bevor die beiden so weit waren, dass sie aufsteigen. Mein GPS sagt, dass wir insgesamt etwa 60 km geritten sind in den drei Tagen.
Kerstin war so erschöpft, dass sie auf der Fahrt eingeschlafen ist. Anschließend sind wir nochmal zum Pool gegangen, weil es immernoch so heiß war und der Schäferhund Karoo kam mit. Er spielt für sein Leben gerne Stöckchen holen und aus dem Hostel spielt schon keiner mehr mit ihm, weil sie so genervt sind. Das problematische ist allerdings, dass er offensichtlich Schmerzen in einem Bein hat und das kaum noch benutzt. Spielen will er aber trotzdem noch. Ich habe mich sogar 2 mal getraut, von der Plattform zu springen und Kerstin einmal. Abends sind wir dann mit den Leuten vom Hostel Essen gegangen. Die hatten das eh vor und wir hatten keine Lebensmittel mehr. Das Essen gehen war richtig cool und wir haben uns super mit den Hostelmitarbeitern verstanden. Wir waren übrigens mal wieder die einzigen Gäste.