Ich bin noch etwas am Strand geblieben und habe Musik gehoert. Es war bewoelkt und eigentlich wollte ich warten, bis die Sonnen wieder da war, hat aber nicht geklappt. Mir wurde zu kalt und ich bin zum Hostel zurueck gegangen.
Dort habe ich auch beim Abendessen teilgenommen und Olivia aus London kennengelernt. Sie ist wirklich nett, hat Jura studiert und macht gerade ein Praktikum in Kapstadt. Waere ich noch laenger hier, dann wuerde ich wahrscheinlich jede Menge Sachen mit ihr unternehmen. Sie war noch nicht bei den Hippies und deshalb verabreden wir uns fuer den naechsten Morgen um 10 Uhr, um die Schienen entlang zu gehen.
Nach dem Essen sitzen wir am Feuer, das auf der Terrasse im Feuerkorb gemacht wird und reden mit ein paar Deutschen - sie sind nunmal allgegenwaertig.
Auf ihren Vorschlag hin spielen Olivia und ich etwas Billard. Bei der ersten Runde versenkt sie die schwarze Kugel beim 2. Schuss. Deshalb deklarieren wir einfach eine andere Kugel als die Schwarze und sie spielt deutlich besser als ich - auch wenn sie gesagt hat, dass sie das eigentlich gar nciht kann. Nach unserem zweiten Spiel wollen 4 Jungs aus Suedafrika gegen uns spielen: Walter, Ben, Kyle und den letzten weiss ich nicht mehr.
Walter ist nach seinem Onkel aus Deutschland benannt. Ich finde es wirklich witzig, dass er Walter heisst.
Die Jungs gewinnen das Spiel, weil einer von ihnen das ziemlich gut kann - keine Ahung mehr, wer.
Kurz vor Mitternacht gehen wir runter zum Strand: Olivia, die Jungs, die drei Deutschen und noch vier andere Suedafrikaner.
Hier ist Feuerwerk verboten, aber es gibt trotzdem welche, die Raketen anzuenden. Diejenigen werden aber dafuer von den Ordnungshuetern zurechtgewiesen und hoeren zwangslaeufig auf. Die hier gelaeufige Alternative zum Boellern ist es, diese Laternen steigen zu lassen, die aussehen wie umgedrehte Papiertueten in denen ein Feuer angezuendet wird. Am Strand entlang sieht man ganz viele davon und es sieht echt super aus.
Keiner von uns hat einen richtigen Countdown mit Sekundenzaehler, also denken wir uns einfach einen aus und fangen willkuerlich an, herunterzuzaehlen. Die anderen Leute am Strand sind scheinbar aehnlich ratlos wie wir und machen einfach mit.
Irgendwie besorgen uns die Jungs eine eigene Laterne und nach einigem Hin und her schafft Olivia es schliesslich den Wachsklumpen anzuzuenden. Er haengt aber wahnsinnig tief unter der Laterne, sodass ich ihn etwas nach oben biege. Wir muessen die Laterne mit gefuehlten 10 Leuten festhalten, damit der Wind sie nicht eindrueckt und sie anfaengt zu brennen. Als wir sie dann loslassen schwebt sie einige Meter ueber den Strand, sinkt dann ein bisschen und irgendein Mann faengt sie und haelt sie oben fest. Dadurch, dass sie aber noch Auftrieb hat, bekommt sie schieflage und faengt Feuer. Unsere Laterne ist damit nur 3 Meter weit gekommen. Derjenige, der Schuld am Entflammen ist, nutzt sie noch, um sich eine Zigarette dran anzustecken.
Anschliessend sitzen wir noch lange im Beach House zusammen. Die Kellnerin bietet mir an, mich in die Wild Farm zu fahren und somit muss ich warten, bis sie fertig ist. Walter und Kyle warten mit mir, alle anderen sind schon weg oder im Bett.
Es stellt sich heraus, dass die Kellnerin eingeparkt ist und so bietet Walter an, uns zu fahren. Ich gehe schon mit den beiden zum Auto und ploetzlich kommt uns die Kellnerin im Auto ihres Kollegen entgegen. Es ist ja schoen, dass sie jemanden gefunden hat, der sie faehrt, aber sie haette mich ja dann doch mitnehmen koennen.
Wir setzen erst Kyle ab, weil das Hostel eh auf dem Weg liegt und dann versuchen Walter und ich, den Weg zur Wild Farm zu finden. Das ist nicht ganz einfach, weil ich ihn nur einmal im Dunkeln hin und im Hellen zurueckgefahren bin. Wie zu erwarten verfahren wir uns natuerlich und finden dann die Einfahrt nicht, weil die Haupteinfahrt wegen der Party gesperrt ist. Im Endeffekt parkt Walter vor der Haupteinfahrt und bringt mich zu Fuss bis zum Hostel. Zu diesem Zeitpunkt ist es schon halb 5 und wird gerade wieder hell. Insofern koennen wir noch kurz den Ausblick geniessen und dann falle ich todmuede ins Bett. Von Walter habe ich gehoert, dass er noch kurz bei der Party war.
Mit lange Schlafen war das allerdings nichts. Um kurz nach 8 bin ich wach geworden, weil die Party immernoch lief. Ich war duschen, aber ich bezweifle, dass ich wirklich sauber geworden bin. Ueberall riecht es nach Bier und es ist unglaublich dreckig. Ich esse zum Fruehstueck nur Corn Flakes und lasse mich dann zum Beach House fahren. Wir organisieren, dass der Bus mich dort abholt und dann gehe ich mit Olivia zu den Hippies.
Sie ist echt beeindruckt und wir bekommen wieder eine Fuehrung von Andy. Er freut sich wirklich mich wiederzusehen. Ich sollte mal ein paar Fotos vom Volti auf meine Kamera packen. Dann koennen sich die Leute auch was drunter vorstellen.
Es muss gerade Niedrigwasser gewesen sein, denn wir koennen direkt von der Hoehle aus an den Strand hinuntersteigen und dort herumlaufen. Wir entdecken wieder ganz viele Tiere: Viele Fische, auch die Welsartigen, Krebse und Garnelen. Als wir gerade auf der anderen Seite der Bucht sind, bemerken wir, dass das Wasser schon ein ganzes Stueck zurueckgekommen ist. Es geht uns jetzt bis zu den Knien und wir beeilen uns, dass wir wieder zur Hoehle kommen. Dort verabschieden wir uns von Andy und gehen zurueck zum Beach House.
Als wir auf der Terrasse sitzen, kommt ein Australier dazu und Omer, ein Israeli, der auch auf der Silvesterfeier war. Wir reden eine ganze Zeit bis der Australier mit ein paar anderen in die Stadt faehrt und auch Olivia will Essen gehen und ein Restaurant mit WiFi suchen. Das Beach House hat naemlich keins.
Also rede ich noch eine ganze Zeit mit Omer bis der Bus kommt. Dort treffe ich Nadav, ebenfalls Israeli. Er erzaehlt mir einiges ueber Israel und in der Pause bei McDonalds bekomme ich heraus, dass er schwul ist. Er erzaehlt mir, dass er die Jungs in Suedafrika echt gut findet und dass er findet, dass die meisten sehr gut aussehen. Ausserdem bestaetigt er mich in meiner Abneigung gegen Zwiebeln. Ich suche sie naemlich von meinem Veggieburger runter und er mag sie auch nicht!!! Ansonsten ist die Fahrt relativ unspektakulaer. Ich lerne von ihm noch ein paar Sachen ueber das hebraeische Alphabet und Larissa steigt in Mossel Bay ein. Sie hat mit Sebastian dort Silvester gefeiert.
Auf der Fahrt geht der Akku meines mp3-players leer. Das war echt nicht noetig. Ausserdem kennt der Busfahrer mein Hostel nicht und ich muss ihm die Adresse besorgen. Larissa hat noch nichtmal ein Hostel gebucht und ich schlage ihr vor, mit zu mir zu kommen, weil da noch relativ viel frei war. Also steigt sie auch dort aus und wir teilen uns den Zorn des Busfahrers. Es ist mittlerweile etwa 11 Uhr nachts.
Walter hatte mir angeboten, mit ihm nach Cape Town zu fahren, aber er wollte schon so frueh weg und dann haette ich nicht mit Olivia zur Hoehle gehen koennen. Er war mit seinen Freunden wohl schon gegen Mittag zurueck.
| Das Train Lodge Hostel |
| Ein Gang im Schlafwagen |
Heute morgen bin ich puenktlich um 9 aufgestanden, weil ich mich mit Walter fuer den Strand verabredet hatte. Er wollte mich um 10 abholen und ich hatte Larissa angeboten, dass wir sie mit in Richtung Stadt nehmen koennten. Gegen 10 bekam ich eine SMS, dass es etwas spaeter wuerde. Um halb 12 hiess es dann, dass Walters Freunde noch einkaufen waren, sie kaemen nochmal 40 Minuten spaeter. Kurz vor 1 kamen sie dann tatsaechlich.
Nachdem wir uns ein bisschen verfahren hatten, konnte ich dann um halb 2 mein Gepaeck im naechsten Hostel ablegen und Larissa ist ausgestiegen. Sie wollte nicht mit zum Strand.
Walter hatte James, Michaela und Arnold mit dabei und die vier konnten sich einfach nicht auf einen Strand einigen. Wir sind ziemlich weit rausgefahren und gegen halb 3 endlich an einem Strand angekommen, der den Anspruechen genuegten. Wir hatten Picknick und sind ins Meer gegangen. Das Meer ist an der Westkueste saukalt. Es fuehlt sich ein bisschen so an, wie beim Wassertreten in Randringhausen (das war jetzt der Vergleich fuer meine Familie) oder als wenn man in eiskaltes Mineralwasser steigt, weil es durch die Kaelte auf der Haut prickelt. Es ist aber herrlich erfrischend. Aber auch hier kann man wieder nicht weit rausschwimmen, weil Wellen und Stroemung so stark sind.
Um halb 4 muessen wir schon wieder fahren, weil Walter zu einer Hochzeit muss. Die Hochzeit beginnt um 5 und er muss erst mich wegbringen und dann ans andere Ende der Stadt. Da der Verkehr so zaehfluessig ist, dauert es ewig bis ich an meinem Hostel bin. Es ist kurz vor 5. Das kann er gar nicht mehr schaffen.
Was das mit der Zeit angeht sind die Suedafrikaner ja echt seltsam. Erst die Verspaetung morgens und dann fahren sie an den am weitesten entfernten Strand den sie nur finden koennen (ok,nicht ganz der am weitesten entfernte, aber fast). Fuer die eine Stunde waere in Deutschland doch keiner losgefahren!!!
Im Hostel habe ich einen aelteren (77 Jahre) deutschen Mann kennengelernt. Er hat mir erzaehlt, dass er in meinem Alter das erste mal in Afrika war. Er ist direkt hierhin ausgewandert und damals war das alles noch ueberhaupt nicht touristisch und absolut unberuehrte Natur. Darum beneide ich ihn ja enorm. Er war auch in Suedamerika und im Himalaya und lebt jetzt in Spanien.
Ich war dann noch einkaufen und im Pool im Hostel und jetzt bin ich hundemuede. Es war heute echt heiss und die Hitze macht mich ziemlich muede.
Morgen frueh werde ich mal versuchen, einen Platz fuer Robben Island zu bekommen. Das ist zwar bis zum 10. ausgebucht, aber wenn man puenktlich da ist, kann man vielleicht noch Tickets abgreifen, die spontan weitergegeben werden, weil wohl jeder erstmal auf Reserve einkauft. Dann werde ich wohl mal in die Long Street gehen oder ins Aquarium - je nachdem, wie viel zeit und Lust ich dafuer habe. Ausserdem bietet das Hostel, in dem ich ab morgen bin jeden Tag einen Ausflug an. Ich will auf jeden Fall auf den Tafelberg und mit der Seilbahn wieder runterfahren und ans Kap der guten Hoffnung fahren. Ich denke, dass ich mir da mit einer Woche genug Zeit genommen habe, um ein paar Sachen davon zu schaffen.
Heute habe ich uebrigens meine erste Sonnencreme weggeworfen. Von wegen, ich brauche VIEL mehr als 2!!! 2 und eine angebrochene haetten dicke gereicht!
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