Eigentlich wollte ich ja am Samstag mit Walter zum Cape Point fahren. Daraus ist aber nichts geworden, weil er sich am Freitag abend spontan ueberlegt hat, am Samstag in den Urlaub zu fahren. Also war ich Freitag abend spontan noch mit ihm und seinem Kumpel Arnold feiern und weil sie am Samstag sowieso durch Cape Town kommen wollten, wollten wir uns dort gegen Mittag treffen, bevor die beiden in den Urlaub gefahren sind. Eigentlich wollten sie mich ja sogar mitnehmen, aber dann waere ich nicht puenktlich zu meinem Flug zurueck in Cape Town und ich wollte ja hier auch noch ein bisschen was sehen.
Ich habe also am Samstag lange geschlafen und dann an der Waterfront rumgehangen. Walter und Arnold liessen auf sich warten und es stellte sich heraus, dass die erst zwischen 4 und 5 ueberhaupt zuhause losgefahren sind. Statt dass sie da rumtroedeln haetten sie auch mit mir zum Cape Point und zum Kap der guten Hoffnung fahren koennen. Diese Suedafrikaner sind SO unorganisiert und unzuverlaessig. Diese beiden sind sogar nicht nur unorganisiert, sondern eher anti-organisiert. Folgendes Gespraech:
Walter: Wir haben fuer heute abend kein Hostel. Da ist alles ausgebucht. Lass uns trotzdem fahren.
Arnold: Ich habe ein Zelt.
Walter: Cool. Ich habe einen Schlafsack.
Und das war, nachdem sie losgefahren waren. Es ist im uebrigen wirklich nur genau 1 Schlafsack. Keine Ahnung, wie Arnold geschlafen hat, aber ich stelle es mir doch eher ungemuetlich vor.
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| Das Fussballstadion in Kapstadt |
Anschliessend haben die beiden mich zu meinem Hostel gebracht und sind dann losgefahren. Ich bin abends noch zur Promenade am Wasser gegangen und habe 2 Geocaches gefunden.
Nur wenige Meter Fussweg vom Hostel entfernt liegt das Fussballstadion von Kapstadt, dass extra fuer die WM 2010 gebaut worden war. Heute weiss leider keiner so wirklich was damit anzufangen und die Stadt ueberlegt, es als Shoppingzentrum umzubauen. Die Stadt hat allerdings meines Erachtens nach kein weiteres Shoppingzentrum noetig.
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| Ich am Meer |
Ich bin also einfach etwas am Wasser lang gegangen und habe nebenbei noch versucht, die mega hohen Wellen zu fotografieren. Die schlagen mit solch einer Wucht an die Promenade, dass man richtig nass werden kann, wenn man da draufsteht.
Anschliessend habe ich mir Essen gekocht und habe versucht, puenktlich schlafen zu gehen.
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| Ausblick auf Signal Hill |
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| Die hohen Wellen am Meer |
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| Noch mehr hohe Wellen |
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| Und nochmal das Stadion im Sonnenuntergang |
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| Ich fahre los, im Hintergrund (gelb) der Clocktower |
Gestern bin ich dann um halb 7 aufgestanden, weil ich um 8 am Hafen mit dem Schiff losfahren wollte. Die Leute vom Hostel haben mir netterweise Fruehstueck rausgestellt, das es sonst erst ab halb 8 gegeben haette.
Das Schiff, mit dem ich hingefahren bin war nicht halb so schlimm, wie der Mann, der die Karten zurueckgegeben hat benauptet hat (siehe letzter Post). Es war zwar etwas aelter und relativ langsam, aber nicht ueberfuellt oder bruechig.
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| Ich auf Robben Island |
Als wir den Hafen verliessen, sind einige Robben neben dem Boot hergeschwommen und weiter draussen haben wir sogar Delfine und eine Gruppe Pinguine gesehen. Allein dafuer hat sich der Ausflug schon gelohnt.
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| Der Leuchtturm von Robben Island |
Auf Robben Island (das tatsaechlich nach den Robben benannt ist - die heissen in Afrikaans auch so) wurden wir mit Bussen herumgefahren. Zuerst hielten wir an einer Unterkunft eines anderen politischen Gefangenen und dann ging es weiter zu einem alten Pub, von dem aus man die Kueste und Kapstadt sehen konnte. Hier hat ein kleiner Junge eine Schildkroete gefunden. Davon laufen wohl einige herum. Als wir weiterfuhren hat sogar unser Tour Guide eine Schildkroete von der Strasse aufgesammelt und an die andere Seite getragen. Die Tiere haben hier eben Vorfahrt. Eine kleine Antilope haben wir auch gesehen.
Vor der Kueste Suedafrikas liegen unzaehlige Schiffswracks, weil die See hier sehr unberechenbar und schwierig zu fahren ist. Eins davon konnte man sogar vom Bus aus sehen.
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| Ein Schiffswrack auf Robben Island |
Der Bus hat uns noch zu der Stelle gebracht, wo die Gefangenen gearbeitet und Steine gehauen haben, bevor es dann zum Gefaengnis selbst ging. Robben Island war fuer 18 Jahre das Gefaengnis fuer Nelson Mandela und unzaehlige andere politische Gegner der Apartheid-Regierung.
Zwischenzeitlich diente es auch als Militaerstuetzpunkt und heutzutage ist es Museum und die Angestellten des Museums leben hier mit ihren Familien.
Die Fuehrungen durch das Gefaengnis selbst werden von ehemaligen Haeftlingen geleitet.
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| Eine kleine Schildkroete |
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| Nelson Mandelas Gefaengniszelle |
Im Gefaengnis wurde uns sehr viel ueber die Haftbedingungen erzaehlt und wir haben die Zellen der Gefangenen gesehen. Das Higlhight schlechthin war natuerlich Nelson Mandelas Zelle. Mittlerweile liegen hier keine Blumen mehr, aber ich habe Fotos von anderen Leuten gesehen, die eher dort waren und dort lagen vor einiger Zeit noch Blumen auf dem Boden.
In einem anderen Zellenblock haengen die aufgeschriebenen Gedanken und Erinnerungen anderer Gefangener in deren Zellen. Leider hat man kaum genug Zeit, das wirklich durchzulesen, weil wir schon wieder weitergeschickt werden.
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| Ich im Gefaengnis |
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| Robben Island |
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| Kapstadt |
Im Gefaengnis erfahre ich endlich auch, was es mit der Nummer auf sich hat, die ich auf vielen Souvenirs gesehen habe: 46664. Das war die Gefangenennummer von Nelson Mandela. Genauer gesagt 466/64. Er war der 466. Gefangene, der im Jahr 64 hier inhaftiert wurde.
Auf dem Rueckweg war ich auf einem ziemlich luxurioesen Schiff. Es war deutlich schneller und viel neuer als das andere. Wir haben wieder ganz viele Robben und sogar 2 mal Delphine gesehen. Die einen machten richtig hohe Spruenge in einiger Entfernung und ein anderer schwamm direkt vor unserem Schiff her.
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| Die Waterfront |
Ich habe auch gesehen, dass einige Leute mit Segelbooten rausgefahren waren. Dafuer bot sich der Wind auch tatsaechlich an. Hier kann man ausserdem nicht mit wirklich kleinen Booten fahren. Das stelle ich mir hier recht gefaehrlich vor. Die Wellen sind riesig und haben mindestens 2 m Hoehenunterschied zwischen Wellenberg- und Tal. Mit dem grossen Katamaran fuehlt sich die Fahrt etwa so an, wie mit einem Gelaendewagen mit 4-Rad Antrieb auf einer Huegeligen Piste, nur weniger ruckelig.
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| Robben an der Waterfront |
Zurueck im Hafen versuche ich dann, jemanden zu finden, der mit seinem Segelboot rausfaehrt und mich mitnimmt. In Steinhude faehrt ja staendig jemand raus. Hier ist das irgendwie anders. Es sind viele Leute auf diesen riesigen Booten, aber keiner plant, ueberhaupt rauszufahren. Was sind denn das fuer Segler?
Stattdessen sehe ich auf einem extra fuer sie abgesperrten Steg ein paar Robben, die ziemlichen Laerm machen.
Auf dem Markt in einer Halle versuche ich, mir Samosas zu kaufen - das ist jetzt schon der zweite Versuch und der Stand hat wieder keine und auch kein anderes der Gerichte auf der Karte ausser den Tagesmenues. Die will ich aber nicht und kaufe stattdessen wo anders was. Irgendwie ist das doch seltsam. Mir kommt es hier vor, als wollten die gar nichts verkaufen!
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| zwei mal Dori |
Nach dem Essen gehe ich mit Dori ins Aquarium. Ich kann sie in meiner Tasche kostenlos reinschmuggeln und wir machen ein kleines Fotoshooting mit ihr und den vielen Nemos.
Das Aquarium ansich ist ganz schoen, aber man bekommt sehr wenige Informationen ueber die Tiere. Mit einigen Becken bin ich auch sehr unzufrieden, weil einfach viel zu viele Fische auf zu geringem Volumen dort gehalten werden. Das ist doch nicht Sinn der Sache.
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| Dori und ich mit Nemo 1, Nemo 2, Nemo 3 usw |
Was ich cool finde ist das Becken, in dem man Korallen, Anemonen und Seesterne anfassen kann - alles unter Aufsicht der Angestellten, sowie die Mikroskopie-Ecke, wo man sich Algen und Wasserpflanzen mal aus der Naehe ansehen kann.
Besonders faszinierend finde ich die Hai-Eier. Sie sind von der Rueckseite angestrahlt und man kann sehen, wie die Haie sich in der Schale bewegen. Das ist ziemlich cool.
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| Infos ueber Dori |
Das Aquarium hat auch ein Becken mit Haien, die hier aufgepaeppelt werden. Es handelt sich dabei um Haie, die irgendwo verletzt gefunden wurden und dann einige Zeit hier verbingen, bis sie wieder ausgewildert werden. Das Becken ist auch etwas eng fuer Haie, wenn man bedenkt, dass da noch andere grosse Fische und eine Schildkroete mit drin sind.
Die Haifuetterung habe ich mir auch angesehen und da sah man, dass die Haie tatsaechlich ziemlich zahm sind. Sie fressen nicht direkt aus der Hand, werden aber von einem Stock gefuettert. Sie werden aber offensichtlich auch gut gefuettert, denn sie haben eigentlich keinen Hunger. Haie haben tatsaechlich ein Saettigungsgefuehl. Das haben viele Tiere (und mittlerweile auch viele Menschen) ja ueberhaupt nicht.
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| Haieier und ein Haibaby (Suchbild!) |
Am coolsten fand ich das Becken mit den grossen Meerespflanzen. Die sehen aus wie Baeume unter Wasser und das kann man sich sonst gar nicht vorstellen, weil man sonst immer nur abgebrochene, angeschwemmte Teile sieht, aber unter Wasser ist das faszinierend.
Ich habe dem Aquarium noch einige Kommentare an dem dafuer vorgesehenen Laptop (oder so was in der Art) hinterlassen und bin dann wieder rausgegangen.
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| eine leuchtende Qualle |
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| eine Garnele, die ihre vorherige Huelle traegt |
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| ein Hai mit Kindergarten |
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| vier ehemalige Nobelpreistraeger und ich |
Dafuer, dass so schlechtes Wetter angesagt war, war es tatsaechlich noch echt gut. Ich habe noch ein paar Geocaches gesucht und bin dann zurueck zum Hostel gegangen. Es hat nur leicht genieselt und das war echt nicht schlimm. Abends habe ich dann noch spontan die Cape Peninsula Tour mit dem Baz Bus fuer den naechsten Tag gebucht.
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| Ich am Aussichtspunkt |
Heute morgen hatte es geregnet und der ganze Himmel war wolkenverhangen. Um halb 9 wurde ich von dem Bus abgeholt. Der Tour Guide Roger hat sich direkt erkundigt, wie ich heisse und woher ich komme und als wir in den Bus zurueckkamen hat er angekuendigt "This is Jenni from Germany".
Am naechsten Hostel ist dann noch eine Deutsche eingestiegen: Jennifer from Germany.
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| Pinguine |
Wir sind nach Hout Bay gefahren. Dort konnte man fuer 70 Rand eine Tour zu einer Robbenkolonie mitmachen, aber ich habe schon so viele Robben gesehen, dass ich darauf gerade keine Lust mehr hatte. Ich bin durch den Hafen gegangen und habe dort den Geocache gesucht. Der Cache war ziemlich schlecht gemacht und die Variable von Station 1 habe ich nur erraten. Man konnte aber mit etwas nachdenken sehr gut drauf kommen.
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| ein suesser Pinguin mit einem Stoeckchen |
Danach ging es zu einem Aussichtspunkt, wo wir einen kleinen Snack bekamen. Leider war es so nebelig, dass man vom Aussichtspunkt und der Panoramaroute aus kaum etwas sehen konnte.
Als naechsteskamen wir zu den Pinguinen in Simonstown. Davon war ich etwas enttaeuscht, weil wir wirklich nur zum Touristenpunkt gebracht und mit einem sehr engen Zeitlimit dort ausgesetzt wurden. Ich waere lieber an den richtigen Strand gegangen und haette weniger Pinguine, dafuer aber auch weniger Touristen gesehen.
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| viele Pinguine |
Als naechstes ging es weiter auf die tastaechliche Kaphalbinsel. Als wir im Nationalpark ankamen, wurden wir irgendwann aus dem Bus gelassen und durften die naechsten 6 Kilometer mit dem Rad zuruecklegen. Da kam man dann an einem Infozentrum an, wo wir Mittagessen bekamen. Von dort aus gings dann weiter zum Cape Point. Roger hat richtig viel erzaehlt ueber die Geschichte von Kapstadt und ueber die Vegetation auf der Kaphalbinsel. Dort leben enorm viele Pflanzen, die nur und exclusiv NUR HIER heimisch sind und sonst nirgends auf der Welt. Hier ist sogar die groesste Vielfalt solcher Pflanzen auf so engem Raum weltweit.
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| noch ein suesser Pinguin |
Zwischendurch gab es dann Stau - verursacht von Affen. Wir wurden angehalten, alle Fenster geschlossen zu halten und auf gar keinen Fall die Affen zu fuettern. Die sind auch echt neugierig, klettern auf den Autos rum und kaempfen mitten auf der Strasse. Wir hatten auch welche auf dem Dach. Sehr witzig war, dass ein Auto an uns vorbeikam, mit einem Baboon auf dem Dach und auf unser Dach gezeigt hat, waehrend wir gleichzeitig versucht haben, ihn auf "seinen" Affen aufmerksam zu machen.
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| Ich am Start der Fahrradroute (es war sehr windig) |
Am Cape Point durften wir wieder aussteigen und etwas herumlaufen. Leider war der Zeitrahmen wieder enorm eng, sodass man nicht ueberall hingehen konnte, wo man gerne wollte. Das waere etwas anderes, was ich auch anders machen wuerde, wenn ich mal mit dem Auto kaeme.
Dann hat es auch noch angefangen zu regnen und wir sind dann im Regen vom Cape Point zum Kap der guten Hoffnung (heute passte aber Cape of Storms eher!) gelaufen - dem suedwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents.
Auf dem Weg dorthin haben wir ein paar total putzige kleine Tiere getroffen, deren Namen ich aber wieder vergessen habe. Die koennte ich mir aber gut als Haustiere vorstellen. Sie sind echt total niedlich.
(Nachtrag) Sie heissen auf englisch "Dassies" und auf Deutsch (hört sich weniger süß an) afrikanischer Klippschliefer. (Nachtrag Ende)
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| Bei einer Fahrradfahrpause |
Am Kap selbst haben wir dann ein paar Fotos gemacht und dann gings zurueck nach Kapstadt. Ich war zum Glueck mittlerweile durch den Wind wieder etwas getrocknet. Wenn es hier regnet, dann heisst das, dass es Nieselregen gibt und keinen richtigen Regen.
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| Bei der Mittagspause am Infopunkt |
Im Bus bin ich dann eingeschlafen, weil ich echt erschoepft war. Dabei habe ich gar nicht so viel gemacht. Hier gabs dann ne heisse Dusche und ne Pizza von Lieferservice, weil ich keine Lust mehr zum rausgehen hatte. Ich habe ein paar englische Medizinstudentinnen kennengelernt, die hier eine Art Praktikum machen und habe mit ihnen beim Abendessen zusammengesessen.
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| ein Baboon an der Strasse |
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| noch ein Baboon |
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| Der hier faehrt per Anhalter |
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| ich am Cape Point |
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| der bietet sich auch zum Turnen an |
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| Ausblick aufs Kap der guten Hoffnung |
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| Ich und das Kap im Hintergrund |
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| Der alte Leuchtturm am Cape Point |
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| Da unten irgendwo ist der richtige Cape point |
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| Der Weg zum Kap der guten Hoffnung |
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| Steinberge |
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| Ich kurz vorm Kap - windige Sache! |
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| nochmal kurz vorm Kap |
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| Eins von den suessen Tieren |
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| Und die sind echt zutraulich |
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| mein suedwestlichster Spagat bisher! |
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| und mein suedwestlichster Handstand |
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| Hier war ich heute! |
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