Das Netz ist über dem Pool damit der kleine Sohn der Haushälterin nicht hineinfällt. Es ist irgendwie doof dass man es immer abmachen muss wenn man schwimmen gehen will. Außerdem ist der Pool nicht so groß wie ich erwartet hatte. Er ist maximal 10 m lang, sodass man beim Schwimmen ständig umdrehen muss.
Hier gibt es jede Menge coole Vögel und wenn die Hunde sie mal nicht verjagen kann man sie auch fotografieren. Der auf dem Bild mit dem langen Schnabel ist etwa so groß wie eine Katze, aber etwas plumper. Die sieht man hier ständig. Sie heißen Hoodidoos (keine Ahnung ob das so richtig geschrieben ist) und machen jede Menge Krach beim Fliegen.
| Bailey und Max |
Am Donnerstag war jedenfalls das letzte Training vor der 1. Sichtung zur Weltmeisterschaft, die am Wochenende stattfand. In der Pflicht sind die Voltigierer sowieso alle gut, weil die die gleichen Übungen ja auch im Einzel turnen, aber die Kür war ziemlich unsicher. Das Niveau der Kür ist mit M** in Deutschland vergleichbar und auch schön gestaltet (das ist wohl Lars zu verdanken). Allerdings ist es wohl nur die abgespeckte Version und bis zu den Weltreiterspielen will Lars die Schwierigkeit noch enorm steigern.
Das Training musste leider vorzeitig abgebrochen werden, weil ein Gewitter aufzog und es durch die Wolken enorm dunkel wurde. Der Außenplatz hat leider keine Beleuchtung.
Abends haben wir noch die Trikots für die Mannschaft fertig gemacht. Es sind ganz schlichte dunkelblaue mit Stehkragen und wir haben an beiden Seiten eine Doppellinie mit Glitzersteinen geklebt. Das Ergebnis sieht echt gut aus, aber es war auch eine ganze Menge Arbeit.
Freitag Mittag war ich dann in der Reithalle zum dekorieren. Der Wettkampfzirkel wurde mit niedrigen Stangen abgetrennt, die Hallenwände wurden mit schwarzen Stoffen behängt und als Sonnenschutz rote und graue Tücher aufgespannt. Das ist ein Aufwand wie er in Deutschland erst bei Landesmeisterschaften betrieben wird. Außerdem gab es drei Tribünen und wir haben jede Menge kleine Bäumchen aufgestellt. Die Bäumchen wurden alle wie Weihnachtsbäume dekoriert: Mit Lichterketten, Kugeln und Glitzergirlanden. Um die weißen Stangen die den Zirkel abtrennten wurde rotes Schleifenband gewickelt damit sie aussehen wie diese Zuckerstangen. Außerdem wurden noch zwei künstliche Weihnachtsbäume und ein Weihnachtsmann im Eingangsbereich aufgestellt. Bei über 20 Gad im Schatten fühlt sich das echt seltsam an.
| Der dekorierte Voltigierzirkel |
Wir waren mit dem dekorieren relativ schnell fertig und die Voltigierer hatten zwar freitags schon ihren ersten Wettkampf, aber bis dahin waren noch etwa zwei Stunden Zeit, sodass ich mit zu Carol gefahren bin. Sie hat 4 Töchter und die drei Jüngsten haben mich scheinbar sofort ins Herz geschlossen. Die Leute hier haben einen Hang zu seltsamen Namen: Eins der Kinder heißt Dimitra (wird Noodle genannt) und eins heißt Mecilla (wird Cilla gerufen) - und das sind bei weitem nicht die seltsamsten. Dafür scheint man hier keine Vorurteile gegen bestimmte Namen zu haben, weil es einfach so viele seltsame Namen gibt.
Carol hat 9 (!!!) Hunde, davon einige ziemlich große und keiner gut erzogen. Hier scheint wirklich jeder mindestens einen Hund zu haben und die Leute können überhaupt nicht verstehen, dass irgendwer KEINEN Hund hat. Außerdem haben die Kinder noch ein Lamm, das sie mit der Flasche aufziehen.
| Ich füttere das Lamm |
Da es nachmittags ziemlich warm war sind wir in Carols Pool schwimmen gegangen:
Abends war dann das Turnier. Ich habe der Mannschaft die Haare gemacht - das war schnell erledigt, weil es nur drei Frisuren waren. Die drei Jungs waren ja eh raus und Paballo, ein kleines schwarzes Mädchen, hat viel zu kurze Haare.
Hier machen die Voltigierer ihr Pferd auch nicht selbst fertig. Für jedes Pferd fahren 1-2 grooms - Pferdepfleger - mit und trotzdem finden die Leute ihr ihre Turniere stressig. Ich persönlich war noch nie auf einem kleineren und entspannteren Turnier.
Ein eindeutiges Highlight war Bongani, der einzige männliche Einzelvoltigierer der A-Klasse. Er hatte keine Einlaufmusik abgegeben und ihm wurde deshalb Barbie Girl zugeteilt. Das täte in Deutschland tatsächlich keiner, aber wir hatten jede Menge Spaß. Unsere Mannschaft hat übrigens gewonnen, weil die eine durchweg gute Pflicht haben und das andere Team quasi keine Kür gezeigt hat. Die sind nichtmal zur Siegerehrung geblieben, was hier allerdings scheinbar nicht zur Disqualifikation führt.
Samstag waren wir wieder sehr früh da, weil Julia mit dem Technikprogramm und der Kür gestartet ist. Sie hat das Technikprogramm vorher nur 2 mal auf dem Pferd trainiert.
| Julia im Technikprogramm |
| Ich und Helen an Richtertisch A |
Ab Mittags habe ich dann als Schreiber am Richtertisch geholfen. Das Richtverfahren ist hier extrem gut. Ein Richter macht nur das Pferd und hat einen extrem aufschlussreichen Bogen zur Bewertung des Pferdes. Alle anderen Richter machen die Pflicht und teilen dann die Kür unter sich auf. Einer bewertet Gestaltung und Musikinterpretation. Für die Gestaltung gibt es sogar einen "inoffiziellen" Extrabogen, der die Notenfindung erleichtert. Ein oder zwei andere Richter machen dann noch den Schwierigkeit und Ausführung-Teil, wie er in Deutschland auch ist. Den Rest sollte man aber tatsächlich bei uns auch mal einführen. Das ist auch für die Voltigierer super aufschlussreich.
| Lexis Kür |
| Julias Kür |
| Bonganis Kür (ohne Barbiegirl-Einlauflied) |
Julia ist in ihrem Wettkampf zweite geworden hinter Lexi. Ich halte es für gut möglich dass die beiden nächstes Jahr zur Weltmeisterschaft fahren. Immerhin sind sie auf der Longlist.
Sonntag waren wir wieder beim Turnier und ich habe wieder geschrieben. Jetzt waren die ganzen kleinen Kinder dran. Ich habe Steffi kennengelernt, eine Deutsche die jetzt seit 8 Jahren hier ist und bald sogar Nationalrichterin wird. Ich habe insgesamt jede Menge Leute kennengelernt, vor allem einige für die ich verschiedene Aufgaben übernehmen soll.
Am Donnerstag treffe ich mich mit einer Frau, die gerne einen Voltigierverein gründen möchte und von Freitag bis Dienstag fahre ich mit Dustin nach Swaziland um dort ein Trainingscamp zu leiten.
Ich versuche auch immernoch, jemanden zu finden, der über Weihnachten und Neujahr mit mir verreist. Ich kann zwar solange bei Carol oder sonst wem bleiben, aber eigentlich möchte ich ja was vom Land sehen.
Heute war ich das erste mal in unserem eigenen Pool und Bailey war mit schwimmen. War schon mal jemand mit nem Hund schwimmen? Bailey paddelt so enorm dass sie mich mit ihren Vorderpfoten gekratzt hat wenn ich nicht aufgepasst habe und Max findet Wasser total doof.
Schön, dass es Dir gut geht und Du uns an Deinen Erlebnissen und Eindrücken teilhaben lässt. Hier, bei Weihnachtsmarkt-Eröffnung im Schmuddelwetter und Glatteis-Warnung, kann man doch tatsächlich neidisch werden. "Ich läge jetzt auch lieber im Pool."
AntwortenLöschenLiebe Grüsse!
Christiane
Ja super. Du hast es echt geschafft! Bin jetzt wirklich eifersüchtig! Du hast Bomben Wetter und darfst mit den Hunden plantschen(Bringst du mir Bailey mit?). Im Sauerland dagegen gab es heute schön Schneeregen:-(
AntwortenLöschenDie Volti Bilder sehen auch interessant aus! Besonders das Lexi Bild ist super getroffen. Schön im Sprung. Und Barbie Girl ist doch ein super männlicher Song. Hätte ich auch als Einlaufsong gewählt :D
Wünsch dir weiterhin viel Spaß und pass auf dich auf!
Liebe Grüße
Gersi